Das Hildesheimer Kolloquium anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Helbig soll an den Menschen und sein Lebenswerk erinnern. Dazu hatte ich angeregt, auch die gegenwärtigen Kenner derjenigen Staaten und Landesteile, in denen Helbig ge-forscht hatte, einzuladen, über diese Arbeitsgebiete zu berichten und dabei den Erschließungszustand zu Helbigs Zeiten mit dem heutigen zu vergleichen.
Es ist ein Glückszufall, dass es einen solchen Kenner gibt, nämlich den Forstdirek-tor i.R. Herwig Zahorka (geb. am 12. Juni 1932 in Wallern im Böhmerwald). Dieser hatte ab 1976 als Consultant für den Gouverneur von Ost-Kalimantan und ab 1980 mehrfach für Entwicklungsprojekte der Gesellschaft für Technische Zusammenar-beit (GTZ) sowie später auch aus eigenem Unternehmungsgeist viele Landesteile im Inneren Borneos bereist. Durch seinen Beruf konnte er sich über die Ursachen der Waldschäden bestens informieren, und er hatte während seiner Aufenthalte bei vielen Dayak-Gruppen deren Lebensumstände kennen gelernt. Seit Mitte der 1990er Jahre befindet sich Herwig Zahorka meist in Indonesien und besucht jähr-lich verschiedene Orte im Inneren Borneos.
Das vorliegende Manuskript gibt eine erweiterte Fassung seines Vortrages wieder, den er am 21. März 2003 in Hildesheim halten wird bzw. gehalten hat. Sollte es möglich werden, die Hildesheimer Vorträge in Buchform zu veröffentli-chen, so würde der umfassende sozioökonomische, ethnographische und ökologi-sche Überblick, den Herwig Zahorka geliefert hat, auch bei weiteren Borneo-Experten und Indonesianisten bekannt werden. Als derjenige, der den Anstoß zu dieser Ausarbeitung gab, wünsche ich dem Verfasser noch viele Jahre ertragreicher Forschung an den Erschließungsfronten im Innern Borneos.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Teil I: Helbig und seine Zeit 9
A. HELBIGS BORNEO Expedition - Grundlage der Berichte 9
1. Beabsichtigte Ziele und Ergebnisse der Borneo-Durchquerung 9
2. Der 3000 Kilometer Zick-Zack-Marsch durch Borneo 9
3. Die wichtigsten Durchquerungen Borneos über das zentrale
Schwaner- und Müller-Gebirge vor HELBIG 11
B. Die Expeditionsberichte HELBIGS 12
1. Die spezifischen ethnographischen Dayak-Berichte HELBIGS 12
a) "Krankengeistbeschwörung" bei den Songkong Dayak 12
b) Beschreibung der Totenhäuschen der Embaloh Dayak 12
c) "Hochzeitsorgie" bei den Ot Danum 12
d) "Daro" im Dorf Tumbang Mahuroi 12
e) "Krankenbeschwörung" im Dorf Pasangun bei Teweh 13
f) "Mambalian" im Mischgebiet der Dayak Murung und Olo Ot 13
2. Würdigung weiterer Informationen HELBIGS zum Leben der Dayak - und
das Kopfjagdsyndrom 14
a) Alltagsleben 14
b) Kopfjagdaspekte 14
c) Weitere Informationen 15
C. Logistik und Finanzierung der Expedition 17
Teil II: Die Entwicklung bis heute 18
A. Exogene Einflüsse auf die Dayak-Kulturen in den folgenden
Jahrzehnten nach 1937 18
1. Der Zweite Weltkrieg und die japanische Besetzung 18
2. Missionierungen 19
3. Der Ausbau der staatlichen Strukturen nach der Unabhängigkeit Indonesiens 21
B. Der Einfluss der Erschließung Kalimantans auf die Dayak-Kulturen 23
1. Forstkonzessionen und Logging Roads 23
2. Straßen- und Brückenbau 25
3. Waldbrände und Plantagen 29
4. Die Holzindustrie und die illegalen Abholzungen 31
5. Bevölkerungszuwachs und Transmigration 33
a) Bevölkerungszuwachs 33
b) Staatliche Transmigration und spontane Zuwanderung 34
6. Die letzten Urwaldreste zu Beginn des 3. Jahrtausend 37
C. Die Entwicklung der Stammeskulturen der Dayak in den
letzten Jahren 42
1. Regionale Unterschiede 42
a) Der Einfluss der Logging Companies und der Bergbaugesellschaften 42
b) Der Einfluss durch staatliche Transmigration und durch die Plantagen 42
c) Traditionelle Nischen 43
2. Islamisierung und ethnisch-religiöse Spannungen 46
3. Neue dayakische Organisationen und Konsolidierung einer all-dayakischen
Volkszugehörigkeit 48
Teil III: Ausblick im Rahmen der Dezentralisierung Indonesiens 50
A. Der Zugzwang zur politischen Dezentralisierung und ihre Ziele 50
B. Zukunftsaussichten in den neuen Verwaltungseinheiten
Kalimantans 51
1. Kab. Kutai Kartanegara, Ost-Kalimantan 52
2. Kab. Kutai Barat, Ost-Kalimantan 53
3. Kab. Malinau, Ost-Kalimantan 54
4. Kab. Kotawaringin Timur, Zentral-Kalimantan 56
5. Kab. Kapuas, Zentral-Kalimantan 57
6. Kab. Barito Selatan, Zentral-Kalimantan 59
7. Gesamte Provinz West-Kalimantan 61
8. Kab. Ketapang, West-Kalimantan 63
Schlussbemerkung 65
Literatur 69
Aktualisiert: 2020-01-01
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Die Faktoren ihres dynamischen Gleichgewichts.
Angepasste und zerstörende Nutzungsformen.
Seit der Mensch in der Jungsteinzeit vom Jäger und Sammler zum Pflanzer wurde, betreibt er Brandrodung in den Naturwäldern. Das hat für ihn den Vorteil, dass auf der gleichen Flächengröße die vielfache Zahl an Menschen ernährt werden kann. Die fruchtbarsten Böden in klimatisch begünstigten Regionen sind schon am längsten entwaldet. Bis ins 20. Jahrhundert haben sich nur in den kältesten und in den heißesten Zonen größere Urwälder erhalten: In der Taiga die nördlichen Nadelwälder und im äquatorialen Gürtel die tropischen Feuchtwälder.
In den Entwicklungsländern der Tropen und Subtropen herrscht jedoch seit Jahrzehnten eine explosionsartige Bevölkerungsvermehrung, die einen unstillbaren Landhunger erzeugt. Hatte unsere Erde 1950 noch 2,5 Milliarden Menschen zu ernähren, waren es 1986 schon 5 Milliarden, und 2000 wurde die 6 Milliardengrenze überschritten. Für das Jahr 2050 rechnet man mit 15 bis 20 Milliarden. Einige Länder haben einen jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2,8%, was eine Vervierfachung der Kopfzahl innerhalb von 50 Jahren bedeutet.
Viele hundert Millionen mittelloser Menschen in diesen Regionen handeln seit Jahrzehnten aus Existenznot, wenn sie sich mit Brandrodungen immer tiefer in die restlichen Naturwälder hineinfressen. Nur zwei Jahre ist ein dürftiger Anbau von Bergreis, Mais oder Knollenfrüchten möglich, dann ist die düngende Asche verbraucht, und es muss weiter brandgerodet werden. Slash and burn wird diese devastierende Methode genannt. Es gibt für diese “landlosen Bauern” keine Alternative, wenn jede Generation 6 bis 12 Kinder ernähren muss. Noch verheerender haben sich jedoch die “legalen” Exploitationen der Naturwälder durch korrupte Regierungen ausgewirkt, wobei eine brutale, die Umwelt zerstörende “cut-and-run”-Methode angewandt wird.
Mit dem Vorwand, die Nutzung der natürlichen Ressourcen sei für die Entwicklung des Landes unabdingbar, wurden in den letzten 20 Jahren die besorgten Industrienationen beschwichtigt und gleichzeitig unüberschaubare, natürliche Landstriche devastiert. Die Erlöse flossen allein in die Taschen von Mächtigen und ihrer Konsorten. Die indigenen Waldbewohner gingen nicht nur leer aus, ihnen wurde oft noch ihre natürliche Lebensgrundlage entzogen. Auf diese Weise verschwanden in den letzten 25 Jahren jährlich durchschnittlich mehr als 10 Millionen Hektar tropischer Primärwald.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Die Faktoren ihres dynamischen Gleichgewichts.
Angepasste und zerstörende Nutzungsformen.
Seit der Mensch in der Jungsteinzeit vom Jäger und Sammler zum Pflanzer wurde, betreibt er Brandrodung in den Naturwäldern. Das hat für ihn den Vorteil, dass auf der gleichen Flächengröße die vielfache Zahl an Menschen ernährt werden kann. Die fruchtbarsten Böden in klimatisch begünstigten Regionen sind schon am längsten entwaldet. Bis ins 20. Jahrhundert haben sich nur in den kältesten und in den heißesten Zonen größere Urwälder erhalten: In der Taiga die nördlichen Nadelwälder und im äquatorialen Gürtel die tropischen Feuchtwälder.
In den Entwicklungsländern der Tropen und Subtropen herrscht jedoch seit Jahrzehnten eine explosionsartige Bevölkerungsvermehrung, die einen unstillbaren Landhunger erzeugt. Hatte unsere Erde 1950 noch 2,5 Milliarden Menschen zu ernähren, waren es 1986 schon 5 Milliarden, und 2000 wurde die 6 Milliardengrenze überschritten. Für das Jahr 2050 rechnet man mit 15 bis 20 Milliarden. Einige Länder haben einen jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2,8%, was eine Vervierfachung der Kopfzahl innerhalb von 50 Jahren bedeutet.
Viele hundert Millionen mittelloser Menschen in diesen Regionen handeln seit Jahrzehnten aus Existenznot, wenn sie sich mit Brandrodungen immer tiefer in die restlichen Naturwälder hineinfressen. Nur zwei Jahre ist ein dürftiger Anbau von Bergreis, Mais oder Knollenfrüchten möglich, dann ist die düngende Asche verbraucht, und es muss weiter brandgerodet werden. Slash and burn wird diese devastierende Methode genannt. Es gibt für diese “landlosen Bauern” keine Alternative, wenn jede Generation 6 bis 12 Kinder ernähren muss. Noch verheerender haben sich jedoch die “legalen” Exploitationen der Naturwälder durch korrupte Regierungen ausgewirkt, wobei eine brutale, die Umwelt zerstörende “cut-and-run”-Methode angewandt wird.
Mit dem Vorwand, die Nutzung der natürlichen Ressourcen sei für die Entwicklung des Landes unabdingbar, wurden in den letzten 20 Jahren die besorgten Industrienationen beschwichtigt und gleichzeitig unüberschaubare, natürliche Landstriche devastiert. Die Erlöse flossen allein in die Taschen von Mächtigen und ihrer Konsorten. Die indigenen Waldbewohner gingen nicht nur leer aus, ihnen wurde oft noch ihre natürliche Lebensgrundlage entzogen. Auf diese Weise verschwanden in den letzten 25 Jahren jährlich durchschnittlich mehr als 10 Millionen Hektar tropischer Primärwald.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Der Autor, Forstdirektor i.R. Herwig Zahorka, geb. am 12. Juni 1932 in Wallern im Böhmerwald, war von 1967 bis 1990 Leiter des Hessischen Forstamtes in Wiesbaden und in verschiedenen Forschungstätigkeiten als Regierungsberater und als Experte bei mehreren internationalen Consultings in Malaysia, Thailand, Pakistan, Äthiopien und Indonesien tätig.
Seit 1976 besuchte er mehrfach Indonesien mit dem Hauptziel der Erhaltung der Tropenwälder. Seit 1995 lebt Zahorka als Gast-Pensionär in Indonesien.
Sein Buch „Die Siberuter“ ist eine Hommage an eines der letzten Urvölker unserer Erde, das mit dem Einbruch der Zivilisation vor dem Untergang steht. Die im Tropenwald lebenden Siberuter haben durch ihre Jahrtausende währende Tradition und ihre Lebensweise im Einklang der Natur bewiesen, dass der Mensch auf dieser Erde leben kann, ohne sie zu vernichten.
Die zivilisierte Welt wird diesen Beweis schuldig bleiben und mit der Auslöschung dieses Urvolkes wird einer der letzten Regenwälder verschwinden.
Aktualisiert: 2021-02-03
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Die Faktoren ihres dynamischen Gleichgewichts.
Angepasste und zerstörende Nutzungsformen.
Seit der Mensch in der Jungsteinzeit vom Jäger und Sammler zum Pflanzer wurde, betreibt er Brandrodung in den Naturwäldern. Das hat für ihn den Vorteil, dass auf der gleichen Flächengröße die vielfache Zahl an Menschen ernährt werden kann. Die fruchtbarsten Böden in klimatisch begünstigten Regionen sind schon am längsten entwaldet. Bis ins 20. Jahrhundert haben sich nur in den kältesten und in den heißesten Zonen größere Urwälder erhalten: In der Taiga die nördlichen Nadelwälder und im äquatorialen Gürtel die tropischen Feuchtwälder.
In den Entwicklungsländern der Tropen und Subtropen herrscht jedoch seit Jahrzehnten eine explosionsartige Bevölkerungsvermehrung, die einen unstillbaren Landhunger erzeugt. Hatte unsere Erde 1950 noch 2,5 Milliarden Menschen zu ernähren, waren es 1986 schon 5 Milliarden, und 2000 wurde die 6 Milliardengrenze überschritten. Für das Jahr 2050 rechnet man mit 15 bis 20 Milliarden. Einige Länder haben einen jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2,8%, was eine Vervierfachung der Kopfzahl innerhalb von 50 Jahren bedeutet.
Viele hundert Millionen mittelloser Menschen in diesen Regionen handeln seit Jahrzehnten aus Existenznot, wenn sie sich mit Brandrodungen immer tiefer in die restlichen Naturwälder hineinfressen. Nur zwei Jahre ist ein dürftiger Anbau von Bergreis, Mais oder Knollenfrüchten möglich, dann ist die düngende Asche verbraucht, und es muss weiter brandgerodet werden. Slash and burn wird diese devastierende Methode genannt. Es gibt für diese “landlosen Bauern” keine Alternative, wenn jede Generation 6 bis 12 Kinder ernähren muss. Noch verheerender haben sich jedoch die “legalen” Exploitationen der Naturwälder durch korrupte Regierungen ausgewirkt, wobei eine brutale, die Umwelt zerstörende “cut-and-run”-Methode angewandt wird.
Mit dem Vorwand, die Nutzung der natürlichen Ressourcen sei für die Entwicklung des Landes unabdingbar, wurden in den letzten 20 Jahren die besorgten Industrienationen beschwichtigt und gleichzeitig unüberschaubare, natürliche Landstriche devastiert. Die Erlöse flossen allein in die Taschen von Mächtigen und ihrer Konsorten. Die indigenen Waldbewohner gingen nicht nur leer aus, ihnen wurde oft noch ihre natürliche Lebensgrundlage entzogen. Auf diese Weise verschwanden in den letzten 25 Jahren jährlich durchschnittlich mehr als 10 Millionen Hektar tropischer Primärwald.
Aktualisiert: 2016-04-03
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