Die Antwort aus Delphi
Gnothi Seaton
Johan von Schönbrunn, Hans J Wassinger
„DIE DEUTSCHEN VON HEUTE, HABEN KEINE SCHULD AM KRIEG VON GESTERN! Daher brauchen Leute der Nachkriegsgenerationen, auch nicht die geringste Reue zeigen!“ Mit diesen Worten wehrt sich der in Dänemark wohnhafte Fotograf Marcus, wenn jemand versucht, NS-Verbrechen mit ihm zu diskutieren, nur weil er zufällig deutscher Herkunft ist. Besonders der rassistische Produktionsleiter Brutus, irritiert ihn mit seinen wiederholten Schuldzuweisungen, noch dazu wo Marcus ja erst zwanzig Jahre nach Kriegsende geboren wurde: „Beschuldigt man etwa Kinder von Bankräubern, für die Verbrechen ihrer Väter?“ Marcus vertritt die Meinung, dass man geschichtlich gesehen NIE vergessen darf, was damals passiert ist! Nur sollten die Bürger aus den ehemaligen, von den Nazis besetzten Ländern nicht so unfair sein, Reue von unschuldigen Nachkriegsgenerationen zu erwarten. Marcus fühlt so was erniedrigend und kämpft daher dauernd gegen ein negatives Lebensgefühl an. Seine Bedrängnis wird noch größer, weil seine Chefin und Exgeliebte aufs neue versucht, mit Marcus ein Verhältnis anzufangen. Er hat aber keine Lust, dieses alte Spiel von Untreue, Eifersucht und ungehemmter Leidenschaft zu wiederholen. Dagegen sehnt sich Marcus, nach echter Liebe, Balance und Glücklichsein. Darum fragt er oft: „Ist dies überhaupt ein erreichbares Ziel?“ Philosophisch angehaucht wie er ist, versucht er den Wirrungen dieser Welt zu entfliehen, indem er weise Worte aus vielen Kulturen zusammenträgt, in der Hoffnung Antworten auf essentielle Fragen zu bekommen. Zum Glück führt ihn sein Job durch ganz Europa, um wichtige architektonische Perlen zu photographieren. Insbesondere von dem griechischen Ort DELPHI fühlt er sich angezogen, der ja unter anderem, durch den berühmten Rat ‚KENNE DICH SELBST‘ bekannt ist. Dort lernt Marcus eine gottschöne Frau kennen, die es versteht das Leben im Jetzt zu genießen. Eine von Veränderung und atemberaubenden Überraschungen geprägte, mentale Reise beginnt.