SûR
Die Mauern von Diyarbakir
Anina Jendreyko, Eren Karakus, Amalia van Gent
Die ostanatolische Stadt Diyarbakir gilt als heimliche Hauptstadt der rund 13 Millionen in der Türkei lebenden Kurden. Die von riesigen Basaltmauern aus byzantinischer Zeit umgebene Stadt ist deshalb ein Gradmesser für den Stand der Dinge im Kurdenkonflikt. Gerade jetzt stehen die Zeichen in diesem jahrzehntealten Konflikt wieder auf Krieg, Rache und Vergeltung. Das sieht man der Stadt an. Der Fotograf Eren Karakus hat mit der Kamera eines Mobiltelefons diese Spuren festgehalten. Seine Bilder zeigen aber nicht die Zerstörung auf. Mit großer Sensibilität hat er stattdessen dokumentiert, wie die geschundene Stadt reagiert, wie das Leben, trotz allem, weitergeht – aber auch, wie sehr die Menschen zwischen den Mauern des Hasses festgehalten werden. Mit kurzen Texten von der Kennerin des Kurdenkonfliktes Amalia van Gent sowie von der Schauspielerin und Regisseurin Anina Jendreyko, die in Diyarbakir gelebt hat, wird diese fotografische Dokumentation unterlegt.