Unterrichtsstörungen in der Grundschule im Kontext einer Ethik pädagogischer Beziehungen
Ruben Picard
Die vorliegende Arbeit greift einige Fragen der theoreischen Auseinandersetzung mit Unterrichtsstörungen auf, wählt aber bewusst einen anderen Fokus, der sich gerade nicht ausschließlich mit Störungsursachen und -prävention beschäftigt. Sie
nähert sich Störungssituationen im Unterricht deskriptiv und ganzheitlich, um darauf aufbauend Aussagen zur Beziehungsqualität zwischen LehrerInnen und SchülerInnen in diesen als Teilmenge des Unterrichts verstandenen Störungsmomenten zu machen. Aufbauend auf einschlägigen theoretischen wie empirischen Befunden und nicht zuletzt aufgrund der Reflexion eigener Lehrerfahrungen und Beobachtungen an Grundschulen, lautet die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Inwiefern werden Grundschullehrkräfte einem ethisch fundierten Umgang mit SchülerInnen
speziell in Situationen gestörten Unterrichts gerecht? Eng damit verbunden ist die Frage danach, ob dies in gestörten Unterrichtsphasen weniger gelingt und wenn ja, warum. Dennoch bleibt die Untersuchung auch offen für allgemeinere Erkenntnisse zu Unterrichtsstörungen in der Grundschule, zumal empirische Befunde hierzu rar sind.