Die Kehrseite des deutschen Wunders

Die Kehrseite des deutschen Wunders von Fromm,  Waldemar, Kargl,  Kristina
"In Deutschland selbst ist man sich nur über eine Sache einig: dass man nie einer Meinung ist – außer zu Beginn des aktuellen Krieges. Und diese außergewöhnliche Tatsache wurde unter dem Namen „deutsches Wunder“ zelebriert. Von der Kehrseite werden wir gleich erfahren.“ Im November 1914 kehrt die Schriftstellerin Franziska zu Reventlow nach München zurück und ist entsetzt: Die einst freie, kosmopolitische Stadt ist nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vom preußischen Militarismus durchdrungen. Uniformen bestimmen optisch das Straßenbild und administrativ das Leben aller „braven Deutschen“. Das Säbelrasseln und die blinde Freude am Krieg stoßen die Literatin ab. Und diesem preußischen Wahn soll sie ihren kaum erwachsenen Sohn Rolf als Soldaten opfern? Da wird sie lieber zum Schein Spionin, um im Geheimen seine Desertion zu planen … In ihrem Essay „Die Kehrseite des deutschen Wunders“ nimmt Franziska zu Reventlow kein Blatt vor den Mund: Sie berichtet von der Verblendung der Europäer, von militärischer Schikane, elenden Hungerzeiten, einem wirren Spitzel- und Denunziantenwesen und nicht zuletzt von der abenteuerlichen Rettung ihres Sohnes vor dem ganz und gar nicht ehrenvollen Tod im Feld. Lange war ihr sehr privater Beitrag zum Ersten Weltkrieg unbekannt, bis er von der südafrikanischen Universitätsprofessorin Catherine du Toit wiederentdeckt wurde. Der Öffentlichkeit wird er nun erstmals zugänglich gemacht und führt die Reihe „Vergessenes Bayern“ fort – ergänzt um informative Hintergrundtexte, die den Essay historisch und aus literaturwissenschaftlicher Sicht beleuchten, sowie um einen Bericht zu den Umständen und der Bedeutung des unglaublichen Funds.
Aktualisiert: 2018-01-09
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Das magische Tintenfass

Das magische Tintenfass von Würzbach,  Natascha
Samuel Berlach aus einem Schtetl nahe Posen steigt vom Taschendieb und Gaukler unter dem Namen Bellachini zum erfolgreichen Salonzauberer auf. Sein Tintenfasstrick verhilft ihm zum Titel eines Hofkünstlers unter Kaiser Wilhelm I. Doch ob das Tintenfass auch für seine Nachfahren zum Glücksbringer wird? Die Urenkelin des Zauberkünstlers erkundet das wechselvolle Schicksal von drei Generationen einer deutsch-jüdischen Familie im Kaiserreich, während der Weimarer Republik und unter der Naziherrschaft. Dabei stößt sie auf Skandalgeschichten und Familiengeheimnisse. Größere Lücken zwischen den dokumentarischen Fakten ergänzt sie um Wahrscheinliches und Mögliches. So beschwört sie noch einmal die magische Kraft des Tintenfasses.
Aktualisiert: 2018-01-02
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Banker, Bordelle & Bohème

Banker, Bordelle & Bohème von Häfner,  Markus, Janke,  Klaus
Das Frankfurter Bahnhofsviertel, Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Altstadt und Centralbahnhof entstanden, hat sich im Laufe von 130 Jahren radikal gewandelt: vom einst mondänen Übernachtungs-, Amüsier- und Einkaufsquartier zum internationalen Pelzhandelszentrum und vor allem zur Basis des Frankfurter Rotlichtmilieus. Heute ist das multikulturelle Bahnhofsviertel mit seiner Gründerzeitbebauung vor allem bei jungen Leuten angesagt. Das Buch skizziert die wechselvolle Geschichte des Bahnhofsviertels und stellt dabei auch Protagonisten und "Typen" des Viertels vor. "Banker, Bordelle & Bohème" ist das Begleitbuch zu einer Ausstellung des Instituts für Stadtgeschichte.
Aktualisiert: 2017-12-04
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Stierblutjahre

Stierblutjahre von Voigt,  Jutta
Ein neues Meisterwerk der brillanten Feuilletonistin Jutta Voigt: Klug und unterhaltsam erzählt sie von der Sehnsucht nach einem anderen Leben in der DDR. Künstler, Bohemiens, am realexistierenden Sozialismus Gescheiterte – sie alle suchten das richtige Sein außerhalb der Kontrolle des falschen Systems. Im Mittelpunkt des neuen Buches von Jutta Voigt steht eine Boheme, die ein elementares Interesse verfolgte: das andere Leben. In den frühen DDR-Jahren mit rebellischem Elitebewusstsein und Aufbruchspathos, zunehmend kritisch und reformerisch in den Siebzigern, distanziert bis gleichgültig in den Achtzigern. Die Künstler – von Brecht bis Müller, von Hacks bis Wawerzinek, von Berlau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger – wollten nur eins: als Individuen existieren, unkontrolliert sie selber sein dürfen. Besonders in den zerfallenden Mietshäusern des Prenzlauer Berg in Berlin, aber auch in Leipzig, in Dresden-Loschwitz und in der Altstadt von Halle entwickelte sich eine subkulturelle Szene zwischen Distanz, Skepsis und Hedonismus. Jutta Voigt wird in diesem Meisterwerk zur Chronistin derer, die das richtige Leben suchten. Radikal, humorvoll, oft betrunken und immer leidenschaftlich. „Wo hört das Journalistische auf und fängt das Literarische an? Fließende Übergänge gibt es allenfalls bei den großen Namen wie Tucholsky, Kisch und Djuna Barnes – auf diese Empore gehört auch der Name Jutta Voigt.“ NDR „Ein Bohemien ist ein Mensch, der aus der großen Verzweiflung heraus, mit der Masse der Mitmenschen innerlich nie Fühlung gewinnen zu können, ... drauf losgeht ins Leben, mit dem Zufall experimentiert, mit dem Augenblick Fangball spielt und der allzeit gegenwärtigen Ewigkeit sich verschwistert.“ Erich Mühsam.
Aktualisiert: 2018-01-03
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Keyserlings Geheimnis

Keyserlings Geheimnis von Modick,  Klaus
Ein gesellschaftlicher Skandal, die Bohème des Fin de Siècle und einer der rätselhaftesten Schriftsteller der deutschen Literaturgeschichte. Eduard von Keyserling – Außenseiter, adeliger Dandy, Dichter von europäischem Rang. Klaus Modick erzählt in seinem neuen Roman von Liebe und Verrat und von einem Schriftsteller, den die Vergangenheit einholt. Im Jahr 1901 lädt der Dramatiker Max Halbe einige seiner Schwabinger Freunde ein, die Sommerfrische am Starnberger See zu verbringen. Keyserling, arriviert beim Publikum und unter den Kollegen beliebt, sitzt dort in jenen Tagen dem Maler Lovis Corinth Modell. Das legendäre Porträt wird den von der Syphilis gezeichneten Autor in geradezu faszinierender Hässlichkeit zeigen. Während ihrer Sitzungen erkundigt sich Corinth wiederholt nach der Vergangenheit des baltischen Grafen, nach seiner Jugend und Studentenzeit, um die sich Gerüchte ranken, bekommt jedoch nur ausweichende Antworten. Bei einem Konzertbesuch lauscht Keyserling gemeinsam mit Frank Wedekind einer Sängerin, die ihm trotz des unbekannten Namens merkwürdig vertraut erscheint. Handelt es sich womöglich um jene Frau, die ihn vor mehr als 20 Jahren in den Skandal verwickelte, der ihn zur Flucht nach Wien zwang und in Adelskreisen zur persona non grata werden ließ? Geistreich, einfühlsam, voller Witz und Verve spürt Klaus Modick den emotionalen und gesellschaftlichen Widersprüchen der Jahrhundertwende nach und erzählt davon, wie ein Außenseiter zu jenem brillanten Schriftsteller wurde, der den Zerfall der eigenen Klasse mit Melancholie und scharfsinniger Ironie beschrieb.
Aktualisiert: 2018-01-18
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Pariser Erinnerungen

Pariser Erinnerungen von Andertann,  Hedwig, Sert,  Misia
Misia Sert, Freundin aller Künstler, die seit der Jahrhundertwende Paris ihren Glanz verliehen, erzählt in diesem Buch ihre romantische Lebens- und Liebesgeschichte. Ihre Erinnerungen sind das Dokument einer Epoche, die mit dem Zweiten Weltkrieg untergehen sollte. Débussy und Ibsen, Renoir und Picasso, Grieg und Strawinsky, Cocteau und Mallarmé, Verlaine und Toulouse-Lautrec, Proust und Nijinsky – diese und zahllose andere Namen werden wach in ihren offen ausgebreiteten Erinnerungen. Fauré gab ihr Klavierunterricht, Mallarmé kritzelte Verse auf ihre Fächer, Renoir malte sie und flehte sie dabei an, ihr Dekolleté ein bißchen weiter zu öffnen. Diaghilew starb in ihrer Gegenwart, Cocteau schrieb über sie im ›Paris Midi‹: »Wir haben hier eine Frau vor uns, der Stendhal Genie zuerkennt… die im Schatten der Männer ihrer Epoche und gleichsam am Rande der künstlerischen Arbeit einen verborgenen Einfluß ausübt, einfach dadurch, daß sie schönere Lichtstrahlen aussenden als Diamanten.«
Aktualisiert: 2017-11-10
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Giuseppe Leoni

Giuseppe Leoni von Lehmann,  Christian
Am Ostufer des Starnberger Sees liegt ein Ort mit dem exotischen Namen Leoni, über den schon Karl Valentin doppeldeutig scherzte: „Am linken Ufer des Sees liegt eine Leoni, kurz genannt Leoni.“ Die Geschichte des heutigen Ortsteils der Gemeinde Berg ist erstaunlich: Als am Starnberger See noch nicht die Schickeria, sondern armes Fischervolk zu Hause war, avancierte das kleine Fischlehen Assenbuch plötzlich zum Treffpunkt der Münchner Künstlerprominenz. Im Jahr 1825 hatte hier nämlich der pensionierte bayerische Hofsänger Joseph Leoni – gebürtiger Giuseppe aus Palermo, Italien – ein Gasthaus eröffnet, in dem sich bekannte Maler, gefeierte Hofschauspieler und umschwärmte Sängerinnen ein Stelldichein gaben und rauschende Feste feierten. Bald hieß der Weiler Assenbuch nur noch „Leonihausen“. Leoni ist die Keimzelle der bürgerlichen Entdeckung des Starnberger Sees. – Doch wer war der Mann, der dem Ort seinen Namen gab? Christian Lehmann hat sich auf Spurensuche begeben und die erste Dokumentation über den Sänger, Bohémien und Gastwirt Leoni geschrieben, dessen Namen am Starnberger See und in München jeder kennt, dessen Lebensgeschichte aber in Vergessenheit geraten ist. Das Buch schließt eine ortsgeschichtliche Lücke – und gewährt mit zahlreichen Abbildungen Einblicke in das Münchner Künstlerleben um 1800.
Aktualisiert: 2017-11-21
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Topographie und Erinnerung

Topographie und Erinnerung von Bäumler,  Klaus, Fromm,  Waldemar
Die Maxvorstadt – akademisches Herz Münchens, kulturell lebendiges Viertel und ein Quartier mit reicher Geschichte. Hier spürt der Alteingesessene genau wie der Besucher noch den Widerhall der einstigen Bohème, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Straßen zum Beben brachte. Basierend auf der Vortragsreihe „Maxvorstädter Vorlesungen“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ermöglicht der vorliegende Band anhand von sechs fundierten und reich illustrierten Beiträgen den Blick auf eine beeindruckende Zeit, als der kunstbegeisterte König Ludwig I. dem Viertel ein neues Gesicht verlieh und sich die vielen Vor- und Freidenker, Kunstsinnigen und -schaffenden zu ebenso geselligen wie geistreichen Stunden versammelten. Als sich die Stadt u.a. mit der Gründung des ersten bayerischen Schriftstellerinnen-Vereins zum Zentrum der bürgerlichen Frauenbewegung aufschwang und mit den „Elf Scharfrichtern“ in der Türkenstraße das erste politische Kabarett Deutschlands die Bühne betrat. Ein Spiegel der Zeit und des blühenden Lebens in der Maxvorstadt sind auch die vielen Gärten und Parkanlagen, die das Viertel prägten – als Prestigeobjekt, als Zufluchtsort, als Quelle des Wohlbefindens.
Aktualisiert: 2017-11-21
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