Macht und Tod im Epikureismus

Macht und Tod im Epikureismus von Chamani Velasco,  Boris Inti
Der Epikureismus war eine Philosophie der Antike, die nicht nur den Hedonismus und den Materialismus miteinander verbunden hat, sondern auch die herrschende politische Ontologie seiner Zeit kritisiert hat. Das kritische Potenzial der epikureischen Machtanalyse wird aber nicht immer bemerkt und ist aufgrund ihres Materialismus in der Philosophiegeschichtsschreibung verfemt geblieben. Der Epikureismus wirkt allerdings bis in die Gegenwart und trägt dazu bei, Begriffe wie Macht, Herrschaft und Ideologie umzudenken. Dieses Buch erschließt einen Forschungsweg zum Verständnis der epikureischen Machtanalyse, indem zunächst das Verhältnis von Macht und Tod untersucht wird, um dieses Verhältnis anschließend mit den Theorien zweier Philosophen unserer Zeit, Jaspers und Marcuse, in Bezug zu setzen. Die Untersuchungen zeigen, wie sich die Vorstellung vom Sinn und Wert der Machtstrukturen tiefgehend modifiziert, wenn man die Perspektive der epikureischen Betrachtung des Todes aufnimmt. Da die traditionellen Grundlagen der Macht hierbei in Frage gestellt werden, hat diese hedonistisch-materialistische Philosophie nicht umsonst in der Geschichte der politischen Ideen bekanntlich eine provozierend unbequeme Denkweise dargestellt: Durch die philosophische Letztfrage nach dem Tod, welche die Totalität der Existenz berührt, bringt der Epikureismus die Macht an ihre eigenen Grenzen.
Aktualisiert: 2023-04-06
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Lukrez und Philodem

Lukrez und Philodem von Beer,  Beate
'Dabei tritt umgekehrt auch eine Affinität der epikureischen Lehre zur dichterischen Ausdrucksweise zutage. Diese ist sowohl in der beiden Bereichen eigenen Konkretisierung nur geistig fassbarer Sachverhalte als auch in der Entsprechung von philosophischer Dogmatik und rhetorischer Epideixis begründet.' Die Wortanordnung ist ein zentrales poetologisches Charakteristikum von Lukrez’ De rerum natura. Durch diese wird eine Klarheit erreicht, die Sachverhalte, welche der sinnlichen Wahrnehmung entzogen sind, mimetisch abzubilden vermag. In dieser mimetischen Wortanordnung erscheinen Inhalt und Form eng aufeinander bezogen. Sie kann durch Philodems Traktat De poematis erläutert werden, in dem er als Kriterium für gute Dichtung die Einheit von Inhalt und Form fordert. Gemäss der epikureischen Lehre liegt allen Dingen eine endliche Zahl verschiedener Formen von Urkörperchen zugrunde. Daraus resultiert eine Ähnlichkeit aller Dinge, welcher in De rerum natura die bildliche Sprache als zweites in dieser Studie behandeltes poetologisches Charakteristikum gerecht wird. Das Konzept einer allgemeinen Ähnlichkeit zieht auch Philodem in De signis heran, um den Analogieschluss als adäquates Mittel zur Erkenntnisgewinnung zu erweisen. Dabei folgt er einem vagen Ähnlichkeitsbegriff, wie ebenso die poetischen Bilder in De rerum natura letztlich unbestimmt bleiben müssen. Einzig die rhetorische Tugend der Klarheit erfährt in Philodems Rhetorica eine ausführliche Behandlung. In diesem Kontext wird deutlich, wie häufig in De rerum natura durch die detaillierte Zerlegung des zu beschreibenden Sachverhalts, die in dieser Studie als drittes poetologisches Charakteristikum erläutert wird, grösstmögliche Explizitheit erzielt wird. In epikureischer Unterweisung wird die emotionale Erschütterung des Schülers verfolgt. Diese emotionale Erschütterung wird in Philodems De libertate dicendi wiederholtermassen durch die Analogie zur medizinischen Reinigung erklärt. Die Analogie zur Medizin erhellt den bei Lukrez prominenten Absinthvergleich, in dem De rerum natura als therapeutische Dichtung beschrieben wird. Ihre Wirkung wird durch das Lehrer/Schüler-Verhältnis im Lehrgedicht – das vierte poetologische Charakteristikum in dieser Studie – gewährleistet.
Aktualisiert: 2019-10-30
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Philodems Academica

Philodems Academica von Gaiser,  Konrad, Szlezák,  Thomas A.
‹Supplementum Platonicum 1‹ contains a completely revised text edition (compared to the edition published by S. Mekler, Berlin 1902) of the main section of Philodemus‹s book on the philosophers of Plato‹s Academy: (Plato, Speusipp Speusippos, Xenokrates Xenocrates, Herakleides, ChaironChiron, Polemon, Krantor Crantor, Adeimantos, Krates Crates, Arkesilaus). For the first time, our most important source of material on Plato‹s school has become accessible in a translation and a detailed commentary. The critical analysis of the sources shows that in Philodemus‹s work extensive reports by Antigonus of Carystustos and also by Dicaearchus, Philochorus, Neanthes, Diocles, Timaeus, Diodorus, Demochares, Hermippus and Arcesilauss have been preserved. Thus the volume provides classical studies and the history of philosophy with new insights into the history of Plato‹s Academy and his school of thought, into the biographical literature of Hellenism and Philodem‹s way of working.
Aktualisiert: 2019-01-08
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Glückselig und unsterblich

Glückselig und unsterblich von Essler,  Holger
'So haben die epikureischen Götter einen wohltuenden Einfluss auf die Menschen. Indem sie wie alle Gegenstände Bilder aussenden, erlauben sie den Menschen, die Anschauung des glückseligen Lebens zu bilden und damit ein Ideal vor dem geistigen Auge zu haben, dem die Weisen sich annähern.' Seit der Antike sind die Epikureer mit Angriffen auf ihre Götterlehre konfrontiert worden. Die Vorwürfe reichen von Atheismus bis Absurdität. Hauptargument ist die Unmöglichkeit der Existenz der Götter im atomistischen Weltbild: Die epikureische Vorstellung von Gott als einem unvergänglichen und glückseligen Lebewesen scheint mit den Gesetzen der epikureischen Physik, wonach alles aus Atomen besteht und alle Atomverbindungen auflösbar sind, nicht vereinbar. Eine eindeutige Antwort der Epikureer ist nicht erhalten. Zur Auflösung des Gegensatzes kann man auf beiden Seiten ansetzen. Entweder nimmt man für die Götter eine besondere, unvergängliche Körperlichkeit als Ausnahme in der epikureischen Physik an oder erklärt sie zum blossen Begriff, zur Gedankenprojektion, die als solche nicht unter physikalische Gesetze fiele. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Begriff, den man sich von den Göttern macht, der Götterprolepse, zu, der aus allen Richtungen beleuchtet wird: Cicero und Diogenes Laertius beschreiben Funktion der Prolepse, Lukrez und Hermarch die Begriffsbildung. Philodem gibt dafür die theoretische Grundlage und erklärt, wie falsche Götterbegriffe entstehen. Zusammengenommen weisen die Quellen auf einen externen Ursprung des Begriffs, auf Götter aus speziellen Atomen. Die Zeugnisse über die epikureische Lehre von Prolepse und Göttern sprechen alle gegen die Annahme von Gedankenkonstrukten.
Aktualisiert: 2019-10-30
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