Selbstmordattentäter sind weder Amokläufer noch krankhafte Gewalttäter. Sie sind auch keine frustrierten Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn sehen. Solche Erklärungsversuche greifen viel zu kurz, um diese spezielle Form des Terrorismus verständlich zu machen. Denn dem Handeln von Selbstmordattentätern liegt nichts ‚Irrationales’ zu Grunde, sondern eine klare und bewusste Entscheidung, die sich konsequent aus ihrem Leben ergibt. Will man verstehen, warum jemand zu einem Selbstmordattentäter wird, muss man daher die Mechanismen untersuchen, die ihn zu dieser Entscheidung führen. Das bedeutet, sein Weltbild, seine Werthaltungen, seine Identität und seine Bedürfnisse – letztlich seine ‚Psyche’ aufzuschlüsseln, die das Fundament für sein Denken und Handeln darstellt. Eine solche psychologische Analyse des Selbstmordterrorismus wird in diesem Buch vorgenommen. Über die Auseinandersetzung mit der Geschichte, Kultur, Religion und politischen Lage unterschiedlicher Terrorgruppen, die mit Selbstmordattentaten operieren, kann ein typischer Gang der Entstehung solcher Gruppen identifiziert werden. Anhand von Aussagen aus Testamenten, Abschiedsbriefen und Kampfparolen gelingt es außerdem, eine detaillierte Innenansicht der Ideologien von Selbstmordattentätern zusammenzustellen. Die komplexe und vernetzte Dynamik, die zwischen allen diesen Dingen wirkt, wird im Anschluss in einem Modell veranschaulicht. Da es die Entstehung und innere Logik von Selbstmordterrorismus auf eine funktionale Weise darstellt, besitzt dieses Modell die Aussagekraft, gefährliche Entwicklungen zu erkennen, mögliche Verläufe vorherzusehen und entscheidungskritische Punkte zu identifizieren. Betrachtet man die gängigen Methoden der Terrorismusbekämpfung, die oftmals eher ‚aus dem Bauch heraus’ anstatt aufgrund von Analysen angewandt werden, so wird die Notwendigkeit eines solchen Modells deutlich: Es ermöglicht, auf Basis fundierter Einblicke in die psychologische ‚Mechanik’ von Selbstmordterrorismus langfristig wirksame Strategien für einen sinnvollen Umgang damit zu finden. 1. Der Selbstmordattentäter – wer ist das? 2. Erscheinungsformen des Selbstmordattentates 2.1. Die Assassinen – vom Unterlegenen zum Rebellen 2.2. Der Iran – Ayatollah Chomeini und seine Selbstmordbataillone 2.3. Die Hisbollah im Libanon – Systematisierung der iranischen Idee 2.4. Palästinensischer Selbstmordterrorismus – „we only have our bodies and our blood to give“ 2.5. Kamikaze – Märtyrertum nach dem Rezept der Samurai 2.6. Die ‚Black Tigers’ – Präzisionsmethoden auf Sri Lanka 3. Politik und Geschichte – die gesellschaftlichen Motoren des Selbstmordterrorismus 3.1. Zusammenfassung und Kategorisierung der Daten aus den Fallbeispielen 3.2. Einflüsse, Bedingungen, Abhängigkeiten – was hängt wie zusammen? 3.3. Integration der Ergebnisse – ein Modell von Prozessen und Motiven 4. Blickpunkt Täter: Vom politischen Hintergrund zum Individuum 4.1. Zusammenfassung und Kategorisierung der Daten aus den Fallbeispielen 4.2. Individuumszentrierte Analysen 4.3. Zusammenfassung: der psychische ‚Nutzen’ einer Märtyrer-Ideologie 5. Die Genese der Motivation zur instrumentellen Selbstzerstörung 5.1. Erklärungsmodell zur Genese von Selbstmordterrorismus 5.2. Motivationstheoretische Betrachtung 6. Modelltestung 7. Modellgestützte Implikationen zum Umgang mit Selbstmordterrorismus 7.1. Repression, Erfolgsaussichten und Bilanzen 7.2. Kleine Schritte auf anderen Wegen und die politische Ernsthaftigkeit 7.3. Ansatzpunkt moderate Bevölkerung 7.4. Einheit, Konkurrenz und Manövrierfähigkeit 7.5. ‚Wir haben’s gewusst’ und das Feindbild 8. Anhang
Aktualisiert: 2020-06-01
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Die Situation:
Zur Bekämpfung des Terrorismus hat sich der Gesetzgeber im wesentlichen darauf beschränkt, zusätzliche Überwachungs- und Eingriffsbefugnisse zu schaffen sowie umfangreiche Sammlungen und Verknüpfungen von personenbezogenen Daten für Gefahrenabwehr-, Strafverfolgungs- und Nachrichtendienstbehörden nutzbar zu machen. Das Strafrecht selbst blieb dabei weitgehend außen vor. Dies ist Ausgangspunkt dafür, das materielle deutsche Terrorismusstrafrecht erstmals in einem übergreifenden Sinne auf den Prüfstand zu stellen.
Der Begriff:
Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, wer die dominierenden Akteure sind, woher sie kommen und was sie motiviert. Da das Strafrecht keine Terrorismusdefinition enthält, geht es darum, das Phänomen begrifflich und damit auch rechtlich näher zu fassen. Erst auf der Grundlage begrifflicher Eingrenzung ist es dann möglich zu klären, welche Bedeutung das Strafrecht für die Terrorismusbekämpfung besitzt und inwieweit sich staatliche Kriminalstrafe für Terroristen legitimieren lässt.
Das Strafrecht:
Bei der Betrachtung strafrechtlicher Gesichtspunkte gilt es, die Reichweite deutscher Strafgewalt in Bezug auf internationale, terroristisch geprägte Sachverhalte unter Einbeziehung des modernen Tatmittels Internet zu klären. Dabei geraten die „Grundpfeiler des materiellen Terrorismusstrafrechts“ in den Blick. Es werden diejenigen Straftatbestände, die in Sachverhalten mit Terrorismusbezug vorrangig zur Anwendung gelangen, dargestellt und im Hinblick auf ihre Effizienz sowie einen etwaigen gesetzgeberischen Reformbedarf überprüft. Abgerundet wird die Darstellung mit der Frage, ob und inwiefern sich terroristische Verhaltensweisen als völkerrechtliche Verbrechen ahnden lassen.
Aktuell:
Eingearbeitet sind das Geldwäschegesetz (GwG) vom 13.8.2008 sowie das Gesetz zur Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten (GVVG) vom 30.7.2009.
Aktualisiert: 2020-10-12
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