Städte, ihre Gebäude und Institutionen, sind über ihre Materialität hinaus stets ein Ergebnis zahlreicher Interaktionsprozesse und zugleich ein Konstituens sozialer Identitäten. Welche Bedürfnisse und Erwartungen die Menschen in der Antike an ihre Städte richteten, bildet auch eine zentrale Frage der vorliegenden Beiträge. Berücksichtigt werden die Städte in Griechenland, in Rom und seinen Provinzen sowie im deutschen Humanismus.
Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei nicht zuletzt auch auf die Schattenseiten der häufig als Ideal stilisierten antiken Stadt. So wurde schon in der Antike über Überbevölkerung, Hungersnöte und Krankheiten in den großen Städten debattiert. Dass die Stadt nicht nur Vorzüge, sondern ebenso eindeutige Nachteile gegenüber dem Land aufweist, hat bereits das homerische Epos konstatiert. Ein wirkmächtiges Medium für die Äußerung von Kritik waren die Städtelobreden, die Erwartungen formulierten und so implizit auf die städtische Kultur und die politischen Herrschaftsformen Einfluss zu nehmen versuchten. Die in der Altertumswissenschaft viel diskutierte begriffsgeschichtliche Frage, ob die Polis als Stadt oder als Staat bezeichnet werden kann und welche Differenzen zwischen den modernen und antiken politischen Systemen zu berücksichtigen sind, bildet den Ausgangspunkt der hier versammelten Überlegungen.
Aktualisiert: 2020-03-12
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Wer lobt nicht seine Heimat, die Stadt seiner Geburt? In Vers und Prosa taten dies bereits die Späthumanisten am Ende des 16. Jahrhunderts, und zwar auch in und über Schlesien. Eine Kollektion relevanter Texte dieses Genres zum Lobe Schlesiens und seiner Städte wird hier vorgelegt im lateinischen Original und in deutscher Übersetzung, zudem in den Zusammenhang der Zeit gestellt und erläutert von dem klassischen Philologen und Neulateiner Bernhard Kytzler, Professor an der University of KwaZulu-Natal, Durban in Südafrika.
Aktualisiert: 2020-11-17
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Weitere Informationen unter http://www.rhema-verlag.de/books/sfb496/sfb17.html
Inhalt:
Carla Meyer – Christoph Dartmann: Einleitung
Klaus Oschema: Eine Identität in der Krise – Konstruktionen des mittelalterlichen Europa
Andreas Bihrer: Verwobene Konstellationen, verknüpfte Erfahrungen: England und das Reich in der Ottonen- und Salierzeit – Thietmar von Merseburg und die Angelsachsen
Christoph Dartmann: Entwürfe kollektiver Identitäten im städtischen Italien zwischen Diskurs und politischem Ritual
Şevket Küçükhüseyin: Fremde Freunde – verwandte Feinde: Zum Bild des Türken und Christen in narrativen muslimischen Quellen des spätmittelalterlichen Anatolien
Christian Schneider: Höfische Lebensform und gesellschaftliche Identität – Literarische Texte um Herzog Albrecht III. von Österreich (1365–1395)
Zita Ágota Pataki: Bilder schaffen Identität – Zur Konstruktion eines städtischen Selbstbildes in den Illustrationen der Augsburger Chronik Sigismund Meisterlins 1457–1480
Carla Meyer: Wie und warum wird städtische Identität zum Thema? – Nürnberg im Städtelob um 1500
Ruth Schilling: Osmanische ›Bedrohung‹, christliche ›Identität‹? – Konfessionelle und politische Repräsentationen von Gruppenzugehörigkeiten in den Reaktionen auf den Sieg von Lepanto in Venedig um 1600
Antje Flüchter: Identität in einer transkulturellen Gemeinschaft? – ›Deutsche‹ in der Vereenigde Oost-Indische Compagnie
Die eigene Identität wird nur dann zum Thema, wenn sie in der Krise steckt, so lautet eine gängige Hypothese in Psychologie und Soziologie. In den historischen Kulturwissenschaften zur Vormoderne dominiert dagegen ein anderes Erklärungsmodell, das Identität über Alterität, die Abgrenzung des Eigenen vom Fremden, bestimmt. Doch inwieweit stellen diese beiden Konzepte von Identität unterschiedliche Weichen für die empirische Arbeit? Wie überschneiden, ergänzen oder aber widersprechen sie sich? Welche theoretischen Annahmen sind nur durch das jeweilige Untersuchungsdesign bestimmt, welche Positionen dagegen wesentlich für eine theoretisch fundierte Kulturgeschichte von Identitäten? – So lauteten die Ausgangsfragen einer Tagung junger Kulturhistoriker im Juni 2006 in Münster, deren Ergebnisse der vorliegende Sammelband publiziert.
An konkreten Beispielen vom Europa der Ottonenzeit bis zu den Überseereisen des 17. Jahrhunderts loten die neun Beiträge aus Geschichte, Kunstgeschichte, Islamwissenschaft und Philologie aus, welche theoretischen Deutungsstrategien sich für die jeweiligen Themen und Forschungsinteressen als anschlussfähig erweisen. Auch wenn der ebenso viel genutzte wie gescholtene Begriff der 'Identität' während der Tagung immer wieder auf dem Prüfstand war, lässt er sich – so eine Quintessenz der Debatten – bei einer methodisch reflektierten Verwendung für viele Kernthemen und -probleme einer aktuellen Kulturgeschichte des Politischen fruchtbar machen: für den Rekurs auf geteilte Werte- und Sinnhorizonte, für ihre Stiftung nicht nur durch Diskurse, sondern auch durch Rituale und Inszenierungen, für das Prekäre und Fragile solcherart ausgehandelter Verständigungen, für die Versuche, sie auf Dauer zu stellen, für das Verhältnis zwischen Identitätskonstruktionen und Macht.
Aktualisiert: 2020-03-07
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Der Band präsentiert die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung, die im Oktober 2008 an der Goethe-Universität Frankfurt stattfand und sich exemplarisch dem Literaturbetrieb der Reichsstadt in der Zeit des Umbruchs zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit widmete. Im Mittelpunkt stehen die Institutionen des lokalen Kultur- und Literaturbetriebs sowie die Strategien literarischer Kommunikation des 15. und 16. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund ereignis- und epochengeschichtlicher Wandlungen, religiöser Auseinandersetzungen, bildungspolitischer Reformen und nicht zuletzt buch- und mediengeschichtlicher Entwicklungen wird die Rolle der Literatur im Kraftfeld städtischer Repräsentationsaufgaben und partikularer Gruppeninteressen untersucht.
Bibliotheks- und überlieferungsgeschichtliche Studien ermöglichen es, das literarische Profil Frankfurts zu bestimmen. Besondere Aufmerksamkeit findet die einflussreiche Spieltradition, indem die Rezeptionsstrategien und der ambivalente Status des Frankfurter Passionsspiels zwischen Liturgie und Theater analysiert werden. Einen weiteren thematischen Schwerpunkt des Bandes bildet die Bedeutung Frankfurts als Verlags- und Messestadt, wobei auch die jüdische Literatur angemessene Beachtung erfährt. In den Blick genommen wird zudem die literarische Darstellung der Reichsstadt und ihrer Bürger, wie sie in Chronik, Städtelob und Schmähgedicht mit Hilfe rhetorischer, narrativer und
im weitesten Sinne fiktionaler Elemente inszeniert wird.
Aktualisiert: 2020-12-21
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