Der Affe fällt nicht weit vom Stamm

Der Affe fällt nicht weit vom Stamm von Fernandez,  Miguel, Zerbst,  Jan
Manchmal ist Jan Zerbst so munter, da könnte er Berge ausreißen. Aber dann bringt ihn irgend etwas total in die Bretagne bei der ganzen vielen Syphilisarbeit! So oder ähnlich klingt es, wenn Jan Zerbst jeden Samstag sein Wortsprich-Mechteltechtel in der Morningshow von radio ffn on air schickt. Die lustigsten Sprichwortverdreher sind in diesem ...
Aktualisiert: 2019-04-05
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Haben Sie auch Anti-Möwen-Spray?

Haben Sie auch Anti-Möwen-Spray? von Fernandez,  Miguel, Zerbst,  Jan
Wir lieben unsere Küsten und machen gerne Urlaub dort! Jeder Fan von Urlaub am Meer im eigenen Lande findet sich und die Feinheiten seiner Urlaube in diesem Buch wieder. In 26 Kapiteln von A bis Z erklärt ffn-Moderator Jan Zerbst die Ferienwelt zwischen Deich, Watt und Brandung -- vom Brötchen "Dünenkrusti" über Gedönsgeschäfte bis zur ...
Aktualisiert: 2019-04-05
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Schauplatz vernünftiger Menschen

Schauplatz vernünftiger Menschen von Castan,  Joachim, Czerannowski,  Barbara, Dorrmann,  Michael, Friedrich,  Heinz-Jürgen, Griesbach,  Agnes-Almuth, Grossert,  Werner, Hirsch,  Erhard, Kreissler,  Frank, Lindner,  Erik, Meixner,  Lutz, Niedermeier,  Michael, Nier,  Eberhard, Partenheimer,  Lutz, Rohrschneider,  Michael, Sander,  Antje, Schmidt,  Karl, Schöbe,  Lutz, Streuber,  Inge, Thöner,  Wolfgang, Tullner,  Matthias, Ulbrich,  Bernd Gerhard, Weigt,  Karin, Wilderotter,  Hans, Ziegler,  Günter
Geistige, kulturelle und wirtschaftliche Moderni­sierungs­bereitschaft waren der wesentliche Faktor dafür, dass das kleine Land Anhalt immer wieder überregionale Bedeutung erringen konnte. Zu den hervorragenden Konstanten der Geschichte Anhalts gehörten über Jahrhunderte hinweg fürstliche Reformen und bürgerliche Innovation. Einen unübersehbaren Höhepunkt setzte hierbei Fürst Franz zu Anhalt-Dessau durch um­fang­reiche Reformen auf verschiedensten Gebieten. Höchste Anerkennung eines Zeitgenossen für ein Leben praktizierter Aufklärung entnehmen wir der Äußerung des evangelischen Theologieprofessors und Rektors an der Universität Wittenberg, Franz Volkmar Reinhard (1753–1812) – geäußert um das Jahr 1790 gegenüber Friedrich Reil, einem der ersten Biographen des Fürsten Franz – die zum Leitsatz unserer Ausstellung in der Darstellung von Schwerpunkten aus der Dessauer Stadt- und anhalt-dessauischen Regionalgeschichte gewählt wurde: Der Fürst verstände es, »die Erde in einen Schauplatz vernünftiger Menschen zu verwandeln«. In einer Historie von Krieg, Katastrophen, Willkür und Gewalt der Vernunft immer wieder einen Platz bei der Gestaltung der Gesellschaft zu geben, ist eine der erfolgreichen und positiven Traditionen der anhaltischen Geschichte. Auch wenn oder gerade weil die Tradition nicht ungebrochen blieb – was die Aus­stellung ebenfalls zeigt – war das Grund genug, dieses Zitat zum Motto der Ausstellung zu wählen. Das Museum für Stadtgeschichte Dessau präsentiert mit der Ausstellung »›Schauplatz vernünftiger Men­schen‹. Kultur und Geschichte in Anhalt | Dessau« seinen regionalen Teil des von Museen in acht Städten ansässigen Projektes »Gemeinsam sind wir Anhalt«. Der historischen Funktion der Stadt als letztem zentralen Re­gierungs­sitz aller ehemaligen Teilfürstentümer Anhalts folgend, wird hier mit einer Überblicksausstellung ebenfalls auf die Themen der anderen sieben beteiligten Städte und deren Museen verwiesen. Wie die Ausstellung ist auch der Katalog in Beiträge zur Geschichte Anhalt-Dessaus und Beiträge zur Überblicksausstellung aufgeteilt. Die Autorenbeiträge sind unterschiedlich gestaltet. Während einige vornehmlich Zusammenhänge und Vorgänge beleuchten, die durch Objekte – falls überhaupt vorhanden – kaum darstellbar sind, konzentrieren sich andere Autoren umso stärker auf die historische Ausstrahlung und Faszination der gezeigten Objekte und versuchen, die Exponate ihre Ge­schichten aus der Geschichte erzählen zu lassen. Im Anhang des Kataloges kann sich der Leser einen Überblick über die in der Dauerausstellung präsentierten Objekte verschaffen. Der Rundgang der Ausstellung beginnt im mittelalterlichen Tonnengewölbe des ehemaligen Stadt­schlos­ses, dem so genannten Johannbau, mit der Darstellung der Geschichte des Schlosses als Ort fürstlicher Herr­schaft, des Rathauses als Synonym für die bürgerliche Selbstverwaltung und des Marktplatzes als Ort des Wirtschafts- und Alltagslebens. Zudem werden an Hand von Dessauer Kirchen wichtige Teile der Religions­geschichte nachvollzogen. Im Hauptgeschoss wird chronologisch die Ge­schichte der Teilung des anhaltischen Landes im Jahre 1606 bis zum Vorabend der Revolution 1848/49 behandelt. Themen wie der Dreißigjährige Krieg, Fürst Leopold zu Anhalt-Dessau, der eine entscheidende Rolle in der preußischen Militärgeschichte spielte, und sein Enkel, Fürst Leopold Friedrich Franz zu Anhalt-Dessau, zu Lebzeiten »Vater Franz« genannt, werden hier an­schaulich dargestellt. Im Dachgeschoss wird die Zeitspanne von der Wiedervereinigung Anhalts im Jahre 1863 bis in die jüngste Vergangenheit, die durchaus nicht immer von »vernünftigen Menschen« zeugte, gezeigt. Neben der Präsentation von Persönlichkeiten und Institutionen wie Hugo Junkers und dem Bauhaus gibt es auch einen Bereich über die Zeit nationalsozialistischer Herrschaft. In Anhalt übernahm lange vor Hitlers Regierungsantritt als Reichskanzler eine nationalsozialistisch-konservative Regierung die Macht. Dessau versank am Ende des Zweiten Weltkrieges in Schutt und Asche. Auch der baulichen Entwicklung der Stadt Dessau in der DDR wird man in der Ausstellung exemplarisch nachspüren können, vom Aufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur friedlichen Wende, mit der der Rund­gang endet. Kultur und Geschichte in Anhalt | Dessau Im 11. Jahrhundert beherrschte das seit um das Jahr 1000 erkennbare Geschlecht der Askanier, das sich zeitweise Grafen von Ballenstedt nannte, das Gebiet zwischen Harzvorland und Fläming. Graf Esico, der Ahne des fürstlichen Hauses Anhalt, besaß einen Teil des Schwabengaus Hartgau und den Gau Serimunt. Unter dessen Enkel, Otto dem Reichen, und insbesondere unter dessen Sohn Albrecht dem Bären wuchs der Macht­bereich der Askanier weit über die Stammlande hinaus. Nach Albrechts Tod 1170 lösten sie sich durch Teilungen in Einzelbestandteile auf und seine Söhne Otto und Bernhard folgten in der Regierung von Branden­­burg bzw. Anhalt-Sachsen. Zunächst blieben Anhalt und das Herzogtum Sachsen zusammen, dann aber wurde auch diese Verbindung gelöst und 1212 war das Geburtsjahr Anhalts. Dessen Geschichte war bis zum Ende des Mittel­alters von Teilungen bzw. von Streit um die Herrschaftsgebiete zwischen Vertretern des askanischen Fürstenge­schlechts geprägt. Nach Bernhards Tod erhielt sein ältester Sohn Heinrich I. (1212–52) die eigentlichen Hausgüter zwischen Ostharz (Unterharz) und Mittelelbe (untere Elbe). Er nannte sich nach der um 1050 von Esico von Ballen­stedt nach der Umwandlung Ballenstedts in ein Stift errichteten Burg Anhalt über dem Selketal und gehörte als einziger Graf dem Reichsfürstenstand an. Der Fürstentitel erscheint urkundlich erstmals 1223, ohne dass Nachrichten über dessen Verleihung vorliegen. 1252 entstanden durch Erbteilung die Linien Aschers­leben, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen (später Anhalt-Zerbst ältere Linie). Die Linie Aschersleben starb bereits 1315 aus. Ihr Gebiet fiel 1322 an das Hochstift Halberstadt (später an Brandenburg), nur geringe Teile an die Linie Anhalt-Bernburg. 1307–19 erwarb die Linie Köthen von den Grafen von Arnstein-Barby die Herrschaft Zerbst. 1396 zerfiel Anhalt-Köthen in die Siegmundische (rechtes Elbeufer, Zerbst) und die Albrechtsche Linie (linkes Elbufer, Köthen). Die Siegmundische Linie zersplitterte ihr Gebiet im 14. und 15. Jahrhundert durch weitere verwickelte Teilungen, die bis zu Rachefeldzügen führten. Sie erlangte 1468 mit dem Aussterben der Bernburger Linie auch deren Güter. Nachdem im Jahre 1474 Fürst Georg I. gestorben war, spaltete sich Anhalt unter seinen Söhnen in die ältere Köthener Linie unter Waldemar VI. und die ältere Dessauer Linie unter Ernst. Das Bernburg-Ballenstedter und das Zerbster Land besaßen sie gemeinsam. Waldemar starb im Jahre 1508. Ihm folgte sein einziger Sohn, der Reformationsfürst Wolfgang, der 1566 starb. Der Dessauer Fürst Ernst war mit Margarete von Münsterberg vermählt und hinterließ bei seinem Tod im Jahre 1516 die drei unmündigen Söhne Johann, Georg und Joachim. Zur Reformationszeit führt die streng katholische Witwe des Fürsten Ernst zu Anhalt-Dessau, Margarete von Münsterberg (1473–1530), zunächst die Regent­schaft für ihre Söhne Johann, Georg und Joachim. Ein letztes Mal tritt der Katholizismus in Dessau in feierlichem Prunk bei der Einweihung der Schlosskirche zu St. Marien am 15. Oktober 1523 hervor, vollzogen durch Erzbischof Albrecht von Magdeburg. Die drei fürstlichen Brüder kommen auch in Kontakt mit Martin Luther und laden ihn zu einer Predigt am 24. November 1532 nach Wörlitz ein. Bald übernimmt ein enger Vertrauter Luthers, Nikolaus Hausmann, das Amt des Hofpredigers in Dessau. Die Einführung der Re­forma­tion erfolgt am 2. April 1534 in der Schloss­kirche mit der Reichung des Abendmahls an die Ge­meinde in »beider­lei Gestalt«. Ab 1538 werden die anhaltischen Geistlichen zur Prüfung und Ordination nach Witten­berg verwiesen. Der Konfessionswechsel wurde durch die Landesherren vollzogen, weil sich die Bischöfe dem verweigerten. So erlassen die anhaltischen Fürsten am 3. Oktober 1541 eine Verfügung zur Einführung der neu gedruckten Luther-Bibel in Anhalt. Am 2. August 1545 wird Fürst Georg (1507–1553) von Luther zum evangelischen Bischof von Merseburg ordiniert. Er ist der einzige protestantische deutsche Fürst, der ein geistliches Amt geführt hat. Seine umfangreiche Bibliothek – eine Sammlung von Handschriften und Drucken der Reformationszeit – zählt heute unter dem Namen »Georgsbibliothek« zu den kostbarsten Beständen der Anhaltischen Landes­bücherei Dessau. Nach Jahrhunderten der Teilung wird das Land Anhalt im Jahre 1570 unter der Regierung des Fürsten Joachim Ernst (1536–1586), der stärker für die Lehre des Wittenberger Theologen Philipp Melanchthon aufgeschlossen ist, vereinigt. Sein ältester Sohn Johann Georg I. (1567–1618) regiert bis 1606 im Namen seiner Brüder ganz Anhalt, die religiöse Entwicklung neigt nun auf Bestreben des Zerbster Theologen Wolfgang Amling hin stärker zum Reformiertentum, dem Calvinismus. Darin finden die fürstlichen Brüder Johann Georg und Christian auch Unterstützung durch ihre Gemahlinnen aus dem kurpfälzischen Fürstenhaus. So bekunden die Brüder am 27. September 1596 mit einer Abendmahls­feier nach calvinistischem Ritus feierlich ihren Übertritt. Im Jahre 1606 werden die anhaltischen Besitzungen neu aufgeteilt; es entstehen vier Linien – Bernburg, Dessau, Köthen und Zerbst – die sich in den beiden folgenden Jahrhunderten voneinander weitgehend unabhängig entwickeln. Im Jahr 1625 wird Anhalt zum Durchzugs- und Kampf­­gebiet der Religionskriege und bleibt es bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Im Oktober zieht Wallensteins kaiserliches Heer mit 40.000 Mann ein, im Dezember wird die strategisch wichtige Elbbrücke bei Dessau besetzt und befestigt. Der Fluss bildet ein natürliches Hindernis für alle Truppenbewegungen. Am 25. April 1626 wird das protestantische Heer unter Ernst von Mansfeld in einer blutigen Schlacht an der Elbe von Wallensteins Truppen geschlagen. Besonders die Durch­zugsstraßen und -orte sind von wiederholten Plünde­rungen und Verwüstungen betroffen, das Land verarmt. Zum Wiederaufbau des Landes werden finanzielle Mittel ebenso benötigt wie Arbeitskräfte und handwerkliches Können. Durch Vermittlung des Großen Kur­fürsten von Brandenburg, der mit einer Prinzessin von Nassau-Oranien verheiratet ist, kommt am 9. Juli 1659 die Heirat des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau (1637–1693) mit Henriette Catharina von Nassau-Oranien (1647–1708) zustande. Dies ist der Beginn eines engen Familienbundes zwischen Anhalt und Brandenburg-Preußen. Als Landesmutter kümmert sich Fürstin Henriette Catharina um den Aufbau des verarmten Gebietes. Schloss Oranienbaum wird als ihre persönliche Residenz gegründet. Mit der »oranischen Erbschaft« kommen wertvolle Sammlungen der holländischen und flämischen Malerei – wie von Peter Anthonis van Dyck, Jan und Pieter Brueghel, Roelant Savery – nach Anhalt, die heute in den Schlössern rings um Dessau bewundert werden können. Fürst Johann Georg II. nutzt seine verwandtschaftlichen Beziehungen zum Hause Oranien und nach Kurbrandenburg sowie Westeuropa, siedelt Hugenotten, Pfälzer und wohlhabende Juden an, denen er, wie auch Katholiken und Lutheranern, freie Religionsausübung und andere Privilegien zusichert. Sie werden anfangs in den baulich sehr einfachen Vorstädten (wie in der Sandvorstadt) angesiedelt, durchaus auch in getrennten Straßenzügen (wie in der Judenschulstraße), um religiöse und kulturelle Streitigkeiten zu vermeiden und blieben teilweise über Generationen unter sich. Die Glau­bens­flüchtlinge bringen wertvolle Kenntnisse über neue Verfahren und Techniken ins Land, bis dahin hierzulande unbekannte Gewerbe (wie Glasbläser, Strumpf­wirker oder Hutmacher aus Frankreich) werden eingeführt und setzen einen wirtschaftlichen Aufschwung in Gang. Anhalt-Dessau vollzog den Übergang zum Manu­fakturzeitalter. Auch in die Landwirtschaft bringen die Hugenotten so manche Neuerung ein. Sie bereichern die Palette der angebauten Gartenkulturen um Kartoffeln, Blumen­kohl, Erbsen, Bohnen, Spargel, neue Zuchtformen von Obstbäumen oder die beliebten Esskastanien aus Süd­frankreich und steigern die Erträge durch das Anlegen von Frühbeeten und Gewächshäusern. In einem Schutzbrief, datiert vom 17. Februar 1672, wird zwei Juden, Bernd David und Joachim David aus Egeln und Oschersleben, gegen Zahlung eines hohen Schutzgeldes die Ansiedlung in Dessau erlaubt. Von da an steigt die Zahl der Juden, die vorwiegend Handel betreiben, auch hier rasch an, einzelne – wie der 1690 zum Hoffaktor ernannte Moses Benjamin Wulff aus Berlin – standen beim Fürsten in hohem Ansehen. 1687 gestattet er den Bau der ersten Synagoge und die Errichtung eines Armen- und Kranken­hauses. Auf den jüdisch-deutschen Philosophen der Auf­klärung, Moses Mendelssohn (1728–1786), in Dessau geboren, geht der Beginn der Emanzipation der europäischen Juden zurück. Mit seinem gelebten ­»echten Menschentum« wurde er zum Urbild für Gotthold Ephraim Lessings Gestalt »Nathan der Weise«. Bei dem einzigen Sohn des Fürstenpaares, dem späterem Fürst Leopold (1676–1747), zeigen sich schon früh Neigungen für das Kriegswesen. Er erhält von seinem Patenonkel, Kaiser Leopold, im Alter von 12 Jahren das Diepenthal’sche Infanterie-Regiment. Als sein Vater 1693 stirbt, steht der Thronfolger im 17. Lebensjahr. An seiner Stelle übernimmt seine Mutter die Regenschaft. Er regiert Anhalt-Dessau ab 1698 und heiratet die Apo­theker­s­tochter Anna Luise Föhse, seine Jugendliebe (»die Anneliese«), die drei Jahre später (1701) vom Kaiser zur Reichsfürstin erhoben und für ihre Kinder mit Sukzes­sions­rechten belehnt wurde. Sie agierte auch als Regen­tin, wenn ihr Mann – Generalfeldmarschall und militärtechnischer und -taktischer Erneuerer im Dienste Brandenburg-Preußens, u.a. durch die Einführung des eisernen Ladestocks als »Alter Dessauer« berühmt – auf Feldzügen war. In Anhalt unternimmt Leopold Reformen im Steuer­wesen, in Landwirtschaft und Handwerk und sorgt für die Ansiedlung von Manufakturen. Seine Residenz­stadt wird ab 1711 nach absolutistischem Vorbild modernisiert. Es wird die Akzisemauer errichtet und die barocke Kavalierstraße entsteht; die Stadt verdoppelt sich in Fläche wie Einwohnerzahl. Durch den Auskauf des Landadels verwandelt er sein Land in eine große zusammenhängende Domäne, um ungehindert von intermediären Gewaltenstrukturen Erneuerungen durchsetzen zu können, belastet dadurch aber in starkem Maße den Bauernstand und beschneidet die Rechte der städtischen Selbstverwaltung. Im Zweiten Schlesischen Krieg führt Leopold, nun 69 Jahre alt, den brillantesten Feldzug seiner Laufbahn. Durch einen vernichtenden Sieg über Sachsen und Österreich in der Schlacht von Kesselsdorf am 15. De­zember 1745 wird dieser Krieg beendet und er zieht sich ins Privatleben nach Dessau zurück. Gleichwohl waren von Leopold I. Voraussetzungen für den wohl spektakulärsten Versuch in der Geschichte geschaffen: »die Neuschöpfung aller Dinge« unter seinem Enkel, dem Fürsten Leopold Friedrich Franz zu Anhalt-Dessau (1740–1817), eine ästhetische, pädagogische, wirtschaftliche und soziale Utopie zu verwirklichen. Nach Bildungsreisen durch Holland, England, Italien und Frankreich und in Zusammenarbeit mit dem Gleich­gesinnten und Freund, Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800), als Architekt, beginnend mit einem umfassenden Hochwasserschutz, Urbani­sierung und Musterlandwirtschaften, wird das eher karge Land in einen »blühenden Garten« verwandelt. Zuerst wird ein stattliches Armenhaus mit antikem Tempelportal errichtet, Invaliden werden versorgt und erhalten Lohn für leichte Arbeiten. Betteln ist nun im Lande verboten, es gibt reichlich zu tun. Nach 1768 beginnt der Ausbau seines Landsitzes Wörlitz mit einem klassizistischen Schlossbau (1769–73) und der Park­anlage im Englischen Stil als Ausdruck eines neuen Lebensgefühls und offen für Jedermann. Zahlreiche Reiseeindrücke – wie in den Fassaden des Gotischen Hauses, der Synagoge, des Pantheons oder des Venus­tempels sichtbar – werden architektonisch nachgebildet. Ebenso wie die Schlösser Georgium und Luisium mit Parkanlagen im Englischen Stil entstehen, werden auch einfache Landschulen errichtet. »Die Hauptpflicht eines Regenten ist und bleibt, für den Menschen, für die Entwicklung der menschlichen Natur, Wirkung und Beschäftigung menschlicher Kräfte und Fähigkeiten, Befriedigung menschlicher Be­dürf­nisse, Zurecht- und Sicherstellung menschlicher Zu­stände und Verhältnisse Sorge zu tragen.« Diese Worte gereichen dem Fürsten Franz zu Anhalt-Dessau zur Ehre, und den Worten ließ er Taten folgen. Nicht die Person, sondern sein Wirken, tief geprägt von der Philosophie der Aufklärung, überstrahlt bis in unsere Tage die Region um Dessau und Wörlitz und offenbart sich in einem lebendigen Kunstwerk aus Gartenbau, Architektur und Kunst, geschaffen, um Schönheit in der Seele des Menschen das Gute bewirken zu lassen. Auch dem Philosophen Rousseau setzt er durch die Namens­widmung einer kleinen Insel ein Denkmal, so dass der Name jedem Dessauer geläufig ist. Groß angelegte Entwässerungs­systeme zur Neulandgewinnung, neue Straßen, Deich­an­lagen, Obstplantagen werden bis in unsere Zeit genutzt. Schönes ist mit Nützlichem verbunden, Natur und Kunst sind auf’s Beste vereint. Ständig wechselnde Gartenbilder mit sinnvoll angelegten Sichtachsen sorgen für immer neue »Einsichten«. Der winzige Muster­staat ist ein Juwel in Europa und lockt zahlreiche Be­sucher ins Land, was auch zur Einrichtung fester Handels­märkte führt. Innerhalb weniger Jahrzehnte entfaltet sich in Anhalt-Dessau – beginnend 1766 mit der Gründung einer Hofkapelle unter dem jungen Kapellmeister Friedrich Wilhelm Rust (1739–1796) aus Wörlitz, der bereits 1784 wertvolle Goethe-Vertonungen schuf, aber auch Sänger und Musiker auf hohem Niveau selbst ausbildet – eine blühende Musiklandschaft. Unter Mit­wirkung höfischer und bürgerlicher Kreise finden hochgelobte Liebhaber-Aufführungen statt, bis schließlich im Jahre 1794 mit der Bossannschen Theatergesellschaft ein Hoftheater eingerichtet wird, das bald darauf in einem eigenen Gebäude, von dem Architekten Erd­manns­dorff entworfen, spielen kann. Kontakte zu den großen Geistern seiner Zeit lassen im Bildungs- wie im Sozialwesen Früchte tragen. Im Jahre 1771 beruft Fürst Franz den Pädagogen Johann Bernhard Basedow nach Dessau, der hier sein pädagogisches Konzept umsetzen kann. Die Musterschule – das Philanthropin – am 27. Dezember 1774 eröffnet, später geleitet von Joachim Heinrich Campe, hat bis 1793 Bestand. Auf dem Stundenplan stehen moderne Sprachen und Naturwissenschaften, aber auch körperliche Ertüchti­­gung und handwerkliches Arbeiten sowie Latein. Der Zugang zum Philanthropin ist weder an eine Konfession noch an einen Stand gebunden. Die pädagogischen Reformen werden schließlich in den 1780-er Jahren unter Carl Gottfried Neuendorf auf das Schulwesen des ganzen Anhalt-Dessauer Landes übertragen, jüdische Konfessionsschulen eingeschlossen. Allen Kindern steht die Hauptschule offen, für Ärmere sogar kostenlos – die erste Landschulreform im Sinne der Aufklärung. Der Landesherr legt auch Wert auf Bildung und Wissensvermittlung für die einfache Bevölkerung, kostenlose Nachrichtenblätter informieren über die Vorgänge im Lande. Im Landbau steigern neue landwirtschaftliche Methoden die Erträge, die soziale Lage der Menschen verbessert sich. Die Allgemeine Buch­handlung der Gelehrten entsteht im Jahre 1781, um wissenschaftliche Autoren von den Verlegern unabhängig zu machen. Die Einrichtung der Chalkographischen Gesellschaft von 1796 ermöglicht die Verbreitung von Kunstwerken in größerer Zahl. Mit Vertrag vom 18. April 1807 muss das Herzogtum Anhalt-Dessau dem Rheinbund unter Napoleons Pro­tekto­rat beitreten, bereitet aber den aufständischen Truppen des Ferdinand von Schill einen herzlichen Empfang, als diese am 2. Mai 1809 in Dessau einziehen. Hier wird auch Schills patriotischer Aufruf »An die Deutschen« gedruckt. »Vater Franz« stirbt am 9. August 1817 an den Folgen eines Reitunfalls, seine letzten Worte auf dem Sterbelager: »Man muss für Arbeit sorgen, darauf kommt alles an.« Nach dem Aussterben der Köthener (1847) und der Bernburger (1863) Linien des anhaltischen Herzogs­hauses, die Zerbster Besitzungen sind bereits 1793 aufgeteilt worden, vereinigt nach über 200-jähriger Teilung der Dessauer Herzog Leopold Friedrich (1794–1871) ganz Anhalt unter seiner Herrschaft. Musik, Theater und Dichtung können im Lande weiterblühen. Im Jahre 1821 wird der junge Friedrich Schneider (1786–1853) nach Dessau berufen, seiner Zeit bereits berühmt durch bejubelte Aufführungen seines Ora­toriums »Das Weltgericht«. In den Funktionen als Hofkapellmeister und Hoforganist erweitert er aus eigener Kraft Chor und Orchester und findet in dem Dichter Wilhelm Müller (1794–1827) einen Gesinnungs­ge­nossen bei der Gründung einer Dessauer Liedertafel, wo mit Begeisterung patriotische Lieder gesungen werden. Friedrich Schneider ist auch als Leiter und Dirigent zahlreicher Musikfeste in ganz Deutschland gefragt. Neben großen Theateraufführungen gründet Friedrich Schneider 1829 in Dessau ein erstes deutsches Konser­vatorium, an dem junge Musiker aus ganz Europa ausgebildet werden. In der Zeit der revolutionären Ereignisse von 1848/49 wird Anhalt wieder zu einem Ort fundamentaler Neue­rungen. Die Verfassungsentwürfe in Anhalt sind den Konstitutionen anderer deutscher Länder unter dem Gesichtspunkt demokratischer Partizipation weit voraus. Eine 1851 beginnende Reaktionsperiode setzt diesem Erfolg ein vorläufiges Ende. Doch trotz des Schei­terns dieses zukunftsweisenden Versuches sind vor allem die wirtschaftlichen Möglichkeiten durch ein hohes Maß an Liberalität geprägt. Dies ermöglicht dem liberalen Politiker und Unternehmer Hans Victor von Unruh, seinen in Preußen gescheiterten Plan einer deutschlandweiten Gasgesellschaft nun in Dessau umzusetzen. Die Deutsche Continental-Gas-Gesell­schaft wird 1855 gegründet, ein später europaweit agierendes Unternehmen, und damit ein erster Schritt in die industrielle Moderne getan. Das Herzogliche Hoftheater entwickelt sich in der bis weit ins 20. Jahrhundert hinein reichenden Wagner­pflege unter Hofkapellmeister Eduard Thiele (1812–1895) zum »Bayreuth des Nordens«. Revolution und Industrie bilden die Grundlagen für den Übergang zum 20. Jahrhundert, in dem Anhalt zum Ort eines nicht nur Europa-, sondern weltweit wirkenden Fortschritts wird. Mit Hugo Junkers und seinen zukunftsweisenden Ideen und Projekten, die nicht nur den Weg für die moderne Flugzeugtechnik bereiten, sondern auch durch Neuerungen im Bereich der Haushaltstechnik für die Bevölkerung erhebliche Verbesserungen der Lebens­qualität bereitstellen, werden Züge der Utopien aus der Vergangenheit wieder aufgenommen. Ebenso trägt der Ruf von Hugo Junkers dazu bei, dass das Bauhaus mit seiner utopisch-sozialreformerischen Bedeutung den Weg nach Dessau findet, wo Projekte entworfen und zum Teil auch verwirklicht werden, für die das Bauhaus heute noch bekannt ist. Das Bauhaus ist Deutschlands berühmteste Kunst-, Design- und Archi­tekturschule, die von 1919 bis 1933 existiert. Sie entstand 1919 in Weimar. Nach dessen Auflösung ist es u. a. dem Dessauer Bürgermeister Fritz Hesse, dem Landeskonservator Dr. Ludwig Grote und anderen weitblickenden Verantwortlichen in der Stadt zu verdanken, dass eine breite politische Mehrheit die Übernahme des Bauhauses durch die Stadt Dessau trägt. Bereits 1925 erfolgt der Umzug nach Dessau, ab 1926 in das neuerbaute Gebäude des Bauhauses. In den zeitgleich entstandenen Meisterhäusern leben die »Bau­haus­meister« Klee, Kandinsky, Feininger, Moholy-Nagy, Muche, Schlemmer sowie der Bauhausdirektor Walter Gropius. 1932 muss das Institut, von den National­sozialisten vertrieben, unter Mies van der Rohe nach Berlin ausweichen und schließt dort 1933 endgültig seine Pforten. Im politisch sozialdemokratisch und liberal regierten, traditionell toleranten Land Anhalt hatte die nationalsozialistische Bewegung zunächst kaum eine Chance, obwohl Dessau bereits früh zur Gauhauptstadt des NS-Gaus Magdeburg-Anhalt bestimmt wurde. Das politische Leben in Anhalt vollzog sich bis zum Beginn der Weltwirtschaftskrise unter der SPD/DDP-Landes­regierung des Ministerpräsidenten Heinrich Deist ohne sichtbare Probleme. Doch ab diesem Zeitpunkt fand die NS-Bewegung zunehmenden Zuspruch: Die sich ausbreitende Weltwirtschaftskrise und die politische Instabilität der Weimarer Republik hatten das politische Leben zunehmend radikalisiert. Im Februar 1932 wurde der Rücktritt der Regierung Heinrich Deist erzwungen, die Landtagswahlen auf den 24. April 1932 vorgezogen. Der Landtagswahlkampf vollzog sich in einem Klima zunehmender politischer Gewalt. Das Ergebnis der Wahlen war ein Sieg der NSDAP, die stärkste Partei wurde. In der Gauhauptstadt Dessau strebte die NS-Ko­m­munal­politik nach einer neuen Rolle der Stadt innerhalb Mitteldeutschlands und des Deutschen Reiches. Daher entwarf die Stadtverwaltung Konzepte für die Neu­gestaltung der Stadt und ihrer Profilierung mit einer völlig neu dimensionierten und damit auch neu zu bauenden Stadt. Die Pläne für eine »Gauhauptstadt Dessau« konnten jedoch nicht realisiert werden. Die Kriegs­situation, die sich für Hitlerdeutschland immer ungüns­tiger entwickelte und in der Katastrophe endete, hatte zunehmend Luftangriffe auf Dessau zur Folge. Das Land »vernünftiger Menschen« hatte längst die Tür zu Unvernunft und Barbarei aufgestoßen.
Aktualisiert: 2019-02-28
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Rechtsdokumente des Küchmeister- und Lietzo’schen Familienstipendiums seit 1359

Rechtsdokumente des Küchmeister- und Lietzo’schen Familienstipendiums seit 1359 von Smidt,  Wolbert G. C.
Das vorliegende Buch widmet sich einer der ältesten Stiftungen Deutschlands, die aus rechtshistorischer Sicht besonders interessant ist, da sie in völlig verschiedenen Rechtsepochen nach immer wieder neuen Rechtsprinzipien und wechselnden soziokulturellen Kontexten häufig neu gestaltet und umgebaut wurde und damit Elemente des Mittelalters, der Reformation, der Aufklärung und der Gegenwart in sich vereinigt. Ihre Ursprünge liegen im Mittelalter, doch der Stiftungszweck wurde in der Reformationszeit radikal umformuliert. Auf Bitte des Rates der Stadt Zerbst bestimmte Martin Luther selbst 1525 den rechtlichen Rahmen für die Neugründung dieser und mehrerer anderer Zerbster Stiftungen – und somit ist die hier vorgestellte Stiftung eine noch unmittelbar auf Luther selbst zurückgehende Institution, derer es vermutlich sonst kaum mehr welche gibt. Dieser Band konzentriert sich besonders auf den Umbau der Stiftung in der langen Reformationszeit und die rechtlichen Folgen und dokumentiert in annotierten Editionen alle wichtigen Rechtsdokumente aus der Geschichte der Stiftung von 1359 bis 2000. Die Detailstudien in diesem Band erlauben so einen Einblick in die Sozial- und Rechtsgeschichte von Stipendien, die in der Erforschung der Reformationsgeschichte trotz ihrer sozialhistorischen Bedeutung bisher wenig beachtet worden sind.
Aktualisiert: 2019-01-10
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Das Vermächtnis des alten Zerbster Stadtbildes

Das Vermächtnis des alten Zerbster Stadtbildes von Frankowski,  Rainer
Die über 1000-jährige Stadt Zerbst in Anhalt war einst wegen ihres schönen, mittelalterlichen Stadtbildes auch als "Mitteldeutsches Rothenburg" bekannt. 70 Jahre nach dem Krieg und 25 Jahre nach der Wiedervereinigung begibt sich der ehemalige Stadtarchivar auf Spurensuche nach diesem Vermächtnis. Der Autor verbindet die Historie mit dem heutigen Erscheinungsbild, untersucht die Auswirkung von Projekten, beleuchtet Hintergründe und zitiert Entscheidungsträger, Einwohner und Gäste. Zahlreiche Episoden und Geschichten, machen diese Stadtbild-Chronik zu einer informativen, spannenden und sehr lebendigen Lektüre, die durch viele Bilder und Literaturhinweise vervollständigt wird.
Aktualisiert: 2019-03-19
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Zerbst/Anhalt

Zerbst/Anhalt von Hehne,  Helmut, Röder,  Heiko
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 16. April 1945, fiel die einstige Residenzstadt der Fürsten von Anhalt-Zerbst während eines Bombenangriffes nahezu vollkommen in Schutt und Asche. Mehr als 65 Jahre sind seitdem vergangen und haben diesem einstigen Kleinod deutscher Architektur ein völlig neues Antlitz gegeben. Dazwischen liegt ein besonderes und inzwischen abgeschlossenes Kapitel der Zerbster Geschichte, die Zeit der DDR. Die bekannten Zerbster Autoren Helmut Hehne und Heiko Röder wagen einen Blick zurück in die Zeit von 1945 bis 1990. Sie zeigen auf ca. 200 Fotozeugnissen aus ihren privaten Archiven den schwierigen Neuanfang nach dem Krieg, die sich wandelnden politischen Strukturen und nicht zuletzt die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen. Der Leser erlebt vielfältige Momente des städtisch-„sozialistischen“ Lebens, wirft einen Blick in Geschäfte und Betriebe, erlebt Schulalltag und Freizeitgestaltung und nimmt teil an sportlichen oder politischen Ereignissen. Dabei entdeckt er so manches bekannte Gesicht. Der Bildband lädt zum Erinnern und Nachdenken ein, manchmal auch zum Schmunzeln.
Aktualisiert: 2017-03-01
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Erlebnisführer Fläming

Erlebnisführer Fläming von Rasmus,  Bettina, Rasmus,  Carsten
Im 14. Band der Reihe "Auf in die Mark Brandenburg!" widmet sich der Berliner KlaRas-Verlag dem Fläming. Etwa 50 Kilometer südlich von der Bundeshauptstadt entfernt liegt die rund 100 Kilometer lange und im Schnitt 30 bis 40 Kilometer breite Hochfläche, die sich aus den umgebenden Niederungen der Elbe, Dahme und des Baruther Urstromtales erhebt. Der Fläming ist ein stilles Land. Doch wer mit offenen Augen durch das Gebiet streift, wird vieles entdecken: landschaftliche Reize, wie weite Wälder und sanft-hügelige Äcker, Alleen, glasklare Bäche und Steine. Neben sagenumwobenen Findlingen, wie dem Riesenstein bei Grubo, liegen größere und kleinere Steine auf dem Erdboden verstreut, zu langen Wällen aufgehäuft am Ackerrand oder als Baumaterial uralter Kirchen und Klöster verwendet. Die ältesten stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert und wurden von Siedlern erbaut, die aus dem Westen Mitteleuropas kamen, um hier ein neues Leben zu beginnen. Gelockt durch die Versprechungen von Fürsten und Bischöfen und getrieben von schlechten Lebensbedingungen in ihrer Heimat, bauten sie hier eine neue Existenz auf und kultivierten mühsam und geschickt das Land. In Jahrhunderten hat sich so eine Kulturlandschaft entwickelt, in der die Kirche noch im Dorf steht, Obstbäume den Ort einrahmen und Alleen von Ort zu Ort und in die Städte führen – kulturhistorische Reize, die begeistern. Das Autorenpaar stellt diesen Landstrich in 32 präzise beschriebenen Touren für Wanderer oder Radfahrer vor. Karten veranschaulichen den Tourenverlauf, Bemerkungen zu Rastplätzen oder Einkehrmöglichkeiten oder den anstehenden Höhenmetern gehören zu den KlaRas-Standardangaben. Natürlich findet auch die Flaeming-Skate Erwähnung, zudem werden Ausflüge etwa ins Museumsdorf Glashütte, zum Weihnachtsmarkt in Ließen oder auf den Loburger Storchenhof beschrieben.
Aktualisiert: 2019-01-12
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