Berthold Auerbach (1812-1882) war zu Lebzeiten einer der international bekanntesten deutschen Autoren, heute ist er nahezu vergessen. Allenfalls seine „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ werden noch zur Kenntnis genommen. Seinen 200. Geburtstag am 28. Februar 2012 nahm Jutta Osinski, Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Marburg, 2011 zum Anlass, zusammen mit Studenten und Studentinnen zwei Semester lang das Berthold Auerbach-Projekt durchzuführen, dessen Ergebnisse hier in Auswahl vorgestellt werden. Fabian Sandelmann fragt, ob Auerbachs Altersresignation, umsonst gelebt und geschrieben zu haben, nicht auch als Folge der eigenen idealistischen, im Kaiserreich realitätsfern gewordenen Denkmuster verstanden werden könnte. Stefanie Hoyer erläutert, warum der Roman „Neues Leben“, den Tolstoi aus pädagogisch-ideellen Gründen hoch schätzte, literarisch zu Recht abqualifiziert worden ist. Davina Höll und Carsten Rast nehmen unterschiedliche europäische Bezüge in den Blick, in deren Kontexten Auerbachs schriftstellerische Anfänge und sein volkspädagogisches Denken charakterisiert werden. Ananda Schader schließlich ermöglicht mit seiner internationalen Bibliographie faktenbasierte Untersuchungen zur europäischen Rezeptionsgeschichte. Mit ihren Beobachtungen und Befunden eröffnen die Beiträge neue Perspektiven auf Auerbach.
Aktualisiert: 2019-01-24
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1902 verliebte sich Frieda Schloffer in den jungen Arzt und angehenden Psychoanalytiker Otto Gross, den sie ein Jahr später heiratete. Damit begann die Odyssee ihres Lebens, die von Graz über München nach Ascona führte, in die Arme von Erich Mühsam, Emil Lask und schließlich von Ernst Frick, dem Schweizer Anarchisten, späteren Künstler und Vater ihrer drei Töchter. Als ihr Schwiegervater, der angesehene Kriminologe Hans Gross, 1913 in Berlin seinen kultur- und sexualrevolutionären Sohn internieren ließ und in zwei Prozessen gegen Frieda agierte, wurde Max Weber ihr engagierter Berater und ihr Mann zu einer Schlüsselfigur in der expressionistischen Literaturszene. Mit Else Jaffé, geb. von Richthofen, war Frieda Gross seit ihrer Jugendzeit eng befreundet. Die Ehefrau des Nationalökonomen Edgar Jaffé war Geliebte von Max und Alfred Weber, dessen Lebensgefährtin sie nach dem Tode ihres Mannes wurde. Dass beide Frauen einen Sohn zur Welt brachten, dessen Vater Otto Gross war, vertiefte ihre Freundschaft. Die bislang unveröffentlichten Briefe von Frieda Gross an die geliebte Freundin sind eindrückliche und berührende Zeugnisse dieses Verwirrspiels von Ereignissen, Gefühlen und Gedanken. Esther Bertschinger-Joos hat sie entdeckt und gibt mit ihrem biographischen Bericht Frieda Gross, die in der bisherigen Forschung im Schatten bedeutender Männer stand, eine eigenständige Existenz und Stimme zurück. Das Buch dokumentiert die Geschichte der Träume, Sehnsüchte und Ängste, der Wut und Trauer dieser Frau. Es liest sich vielfach wie ein Liebes- und Kriminalroman über gewagte Lebensexperimente. Doch nichts daran ist erfunden.
Esther Bertschinger-Joos lebt in Zürich. 1960 lernte sie Eva Verena Schloffer, die Tochter von Frieda Gross und Ernst Frick, während ihrer Mitarbeit bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe kennen. Die Spurensuche nach Frieda Gross begann 2002, mit Unterstützung der Internationalen Otto Gross Gesellschaft, an deren Kongressen Esther Bertschinger-Joos darüber berichtete. Zusammen mit Richard Butz veröffentlichte sie 2014 im Limmat Verlag, Zürich, das Buch „Ernst Frick. Zürich – Ascona, Monte Verità. Anarchist, Künstler, Forscher“.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Gabriele Reuters Roman "Aus guter Familie" (1995), der die heute nahezu vergessene Autorin nach seinem Erscheinen berühmt machte, wurde in der Tagespresse und den Kulturzeitschriften ihrer Zeit vielfach rezensiert, darunter von den führenden Frauenrechtlerinnen des späten 19. Jahrhunderts Helene Lange und Helene Stöcker. Später war der Roman immer wieder Gegenstand literatur- und sozialkritischer Essays – von Thomas Mann, Victor Klemperer oder Sigmund Freud – und fand in die aktuellen Literaturgeschichten Eingang. Neben solchen öffentlichen Rezeptionszeugnissen enthält dieser zweite Band der Studienausgabe auch private Leseeindrücke, zum Beispiel von Oskar Panizza, Arthur Schnitzler und Fanny Gräfin zu Reventlow. Abgedruckt sind weiterhin zahlreiche, zum Teil noch unbekannte Dokumente aus dem Nachlass Gabriele Reuters sowie Auszüge aus ihren eigenen Auskünften zur Entstehung und Resonanz des Romans.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Der erfolgreiche Psychoanalytiker George Wilson verliebt sich in Paris anlässlich eines Kongresses über „Künstliche Intelligenz“ in eine außergewöhnliche Frau. Obwohl er mit ihr ein Verhältnis hat, wird ihm ihr Geheimnis erst Jahre später bei einer Wiederbegegnung während der Wagner-Festspiele in Bayreuth bewusst. Der Zukunftsroman spielt in einer Zeit, in der die Computer den Menschen immer ähnlicher werden — und die Menschen den Computern. Die „Denkcomputer“ streiken, fordern gleiche Rechte wie die Menschen, kämpfen gegen Diskriminierung, geben sich eine Verfassung und werden schließlich als vollwertige Bürger anerkannt. In ihrer aufgeklärten und menschenfreundlichen Rationalität zeichnet sich die Utopie einer besseren Welt ab, in der die Schwächen menschlicher Unvernunft überwunden sind. Doch die Denkcomputer denken nicht nur, sondern fühlen auch, lieben und leiden. Einer wird sogar schizophren und lässt sich psychoanalytisch behandeln. Mit Erfolg.
Nach seinem Roman „Das Miniatom-Projekt“ reflektiert der Physiker Richard M. Weiner in seiner spielerisch gewitzten, zuweilen auch satirischen Phantasie über eine Zukunft, der die Gegenwart bereits ganz nahe gerückt ist, über die anthropologischen Grenzziehungen zwischen Mensch und Maschine und mit ihnen zugleich über die zwischen Mensch und Tier, dem Eigenen und dem Fremden, der Natur und der Kultur, dem Leben und dem Tod. Und über das Glück.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Was hat ein Rezensent mit einem Schleusenwärter zu tun? Was sind "Druckfahnen"? Woher stammt der zweifelhafte Ehrentitel „Literaturpapst“? Und warum feiert heute die im 18. Jahrhundert beliebte Form der „Selbstrezension“ fröhliche Urständ? Das Lexikon informiert über Begriffe aus der Theorie der Kritik und aus ihrer Praxis („Freiexemplar“, „Honorar“), aus ihrer Geschichte („Nachtkritik“, „unterm Strich“), ihren Medien („Fernsehen“, „Internet“) und ihren Formen und Textsorten („Essay“, „offener Brief“). Ausdrücke des Journalismus („Aufhänger“, „freier Mitarbeiter“), der Literatur- und Medientheorie („Gatekeeper“, „Kanon“) und der Buchbranche („Pressemappe“, „Waschzettel“) finden ebenso Berücksichtigung wie der „Ingeborg-Bachmann-Preis“, das „Literarische Quartett“ oder der oft beschworene „Tod der Kritik“. Deutlich wird dabei nicht zuletzt, wie lebendig Literaturkritik nach wie vor ist.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Korea hat in seiner konfliktreichen Geschichte des 20. Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte Entwicklungen durchgemacht, für die Europa zweihundert Jahre brauchte. Daraus entstanden Spannungen, die auch die koreanische Literatur kennzeichnen: zwischen tradierten und modernen Formen, zwischen der Rückschau auf eine vorgeblich einfache Vergangenheit und dem Versuch, das Neue zu verarbeiten.
Zu entdecken ist noch wenig Bekanntes. Kai Köhler gibt in seinem Buch einen Überblick zur koreanischen Literatur, soweit sie bislang ins Deutsche übersetzt ist. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse von Auswirkungen der Modernisierung. Das Buch eignet sich zugleich als Nachschlagewerk zu den wichtigsten Autoren Koreas, enthält viele Hinweise zum literarischen Leben dieses Landes und reflektiert spezifische Problemen der Übersetzung aus dem Koreanischen.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Christa T. traut den Namen nicht – aus der Ahnung heraus, daß die Benennung kaum je gelingt. Kassandra will „wenigstens den Sprachkrieg“ in Troia aufhalten. Und Medeas Gedanken drehen sich am Ende um ihren Sprachverlust: „Ein Wort wie Trost. Mit vielen anderen Worten ist es in mir ausgelöscht. Sprachlosigkeit steht mir bevor.“ Von Beginn an reflektiert Christa Wolf in ihrem Werk die Möglichkeiten und Grenzen der Sprache, thematisiert „Ungesagtes“ und „Unsagbares“. Diese Studie untersucht die unterschiedlichen Facetten der Sprach- und Ideologiekritik der ostdeutschen Autorin, den Zusammenhang von Sprache und Macht, Sprache und Geschlecht, von Literatur, Sprachutopie und Wahrhaftigkeit – und führt damit letztlich genau ins Zentrum des Werks von Christa Wolf.
Aktualisiert: 2023-02-08
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Wien hatte um 1900 den Ruf der „Welthauptstadt der Erotik“. Das kulturelle Milieu war auch in literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bereichen durch ein intensives Interesse an der Sexualität geprägt. Die von André Schwarz rekonstruierte Poetik der Darstellung sexuellen Handelns in der Literatur der Wiener Moderne beschreibt die vielfältigen Techniken der Verhüllung, des Verschweigens, der Metaphorisierung, der Andeutung oder der offenen Provokation in Texten vor allem Arthur Schnitzlers, Felix Saltens, Peter Altenbergs und Hugo von Hofmannsthals. Die dort beschriebenen Lüste, so zeigt das Buch, dienen auch dazu, das sexuelle Begehren der Rezipienten zu stimulieren. Sie inszenieren dabei ein lustvolles Spiel mit unterschiedlichen Grenzen von Scham und Peinlichkeit. Und sie setzen sich darüber hinaus, angeregt nicht zuletzt durch Sigmund Freud, kritisch mit der zeitgenössischen Sexualwissenschaft und der damals dominierenden Sexualmoral auseinander.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Die vierzig blühenden Phantasien der Malerin und Schriftstellerin Simone Frieling treiben ein gewitztes Spiel mit Namen der Rosen, ein Spiel zwischen scherzhaftem Unsinn, Satire und tieferer Bedeutung. Die oft märchenhafte Poesie dieser Prosaskizzen, die den Blumen immer wieder menschliche Eigenschaften zuschreibt, legt einen im wörtlichen Sinn wundervollen Rosengarten mit wild wachsenden, doch zugleich wohlgeordneten Assoziationen an: mit Rilke zum Beispiel, dem Dichter eines ganzen Rosen-Zyklus, mit Shakespeares Rosalinde in „Wie es euch gefällt“, mit medizinischen Begriffen wie der Neurose, der Leberzirrhose oder der Gürtelrose. Manche Rosennamen sind frei erfunden, viele gibt es wirklich: die Hundsrose, die Gallische Rose, die Kapuzinerrose, die Teerose, das Himmelsröschen oder die Nostalgierose. Die Phantasien umkreisen offen oder mit subtilen Anspielungen biblische Geschichten, antike Mythen, philosophische wie literarische Werke der Weltliteratur und das ganz alltägliche Leben unserer Gegenwart. Das Buch ist eine Einladung an alle Rosenliebhaber zum Lachen, Rätseln, Nachdenken und Träumen. Bei der Lektüre verwandelt sich alles um uns in eine Welt voller Rosen. „Wohin man auch schaut: Rosen, nichts als Rosen.“
Aktualisiert: 2019-01-24
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In der ästhetischen Moderne gehen Konservativismus und revolutionäres Aufklärertum paradoxe Verbindungen ein. Geret Luhr untersucht sie im Blick auf die "Wahlverwandtschaften" zwischen der Bewegung um Stefan George auf der einen und zahlreichen Autoren der deutsch-jüdischen Intelligenz auf der anderen Seite. Im Zentrum seiner Analysen stehen Walter Benjamin und seine Beziehung zu George. Die Arbeit enthält darüber hinaus aufschlussreiche Beobachtungen zu Problemen deutsch-jüdischer Identität im 20. Jahrhundert
Aktualisiert: 2019-01-24
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Blogs, Foren, Kundenrezensionen: Die Literaturwissenschaft versucht erst seit kurzem, diese neuen Formen von Beschäftigung mit Literatur im Zeitalter des Internets genauer zu untersuchen. Dieser Film leistet einen Beitrag zu dem neuen Forschungsfeld, indem er Aussagen und Positionen von ausgewählten Literaturkritikern, Laienkritikern und Literaturwissenschaftlern gegenüberstellt.
In Form eines klassischen Interviewfilms geht Jens Jacob der Frage nach, anhand welcher Wertmaßstäbe ein literarischer Text bewertet und analysiert werden sollte: Wie lassen sich die traditionelle Literaturkritik und die Laienkritik im Internet anhand der verwendeten Wertmaßstäbe unterscheiden? Das filmische Werk versteht sich als Einführung in die Thematik in fünf Kapiteln: Bewerten und Kritisieren als Hauptfunktion von Literaturkritik, Laienkritik im Internet, Wertmaßstäbe von Literaturkritik, Textbeispiele und Ausblick.
Die Gesprächspartner im Film sind: Thomas Anz (Universität Marburg), Astrid Arndt (Letannas Bücherblog) frizzText (ehemaliger Amazon-Hallof-FameRezensent), Ina Hartwig (freie Literaturkritikerin, u.a. für Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung), Jürgen Kaube (Ressortleiter für Geisteswissenschaften bei der FAZ), Patricia Twellmann (Literaturforum Literatopia.de) und Simone Winko (Universität Göttingen).
Aktualisiert: 2021-11-15
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Jetzt neu zu entdecken: ein heute fast vergessener Liebes- und Erfolgsroman aus dem kulturellen Milieu der Weimarer Klassik, geheimnisvoll, spannend und schön! Und ein ungemein aufschlussreiches Dokument seiner Zeit, ihrer Zwänge und Ängste, ihrer Sehnsüchte und ihres Begehrens nach Freiheit. Autorin ist Friedrich Schillers Schwägerin Caroline von Wolzogen, geborene von Lengefeld, die Schwester seiner Frau Charlotte. Sie liebte ihn, und er sie. Auch davon erzählt der Roman - in der verschlüsselten Logik einer traumhaften Phantasie. Schiller hat an ihm mitgearbeitet und den ersten Teil in seiner Zeitschrift "Die Horen" veröffentlicht. Anonym. Einige, so die Brüder Schlegel, glaubten, Goethe sei der Autor. Manche Ähnlichhkeiten mit seinem kurz zuvor erschienen "Wilhelm Meister" waren unverkennbar. Als das Rätsel, an dem ganz Weimar mitriet, sich löste, machte der Roman Caroline von Wolzogen zu einer berühmten Frau. Goethe kritisierte an ihm einen Mangel an künstlerischer Bearbeitung, zeigte sich jedoch nach der Lektüre mit "Erstaunen" von dem Talent der Autorin begeistert. Er räumte ein, "daß eine solche Natur, wenn sie einer Kunstbildung fähig gewesen wäre, etwas Unvergleichliches hätte hervorbringen können." Ob die Autorin mit diesem Roman nicht doch etwas Unvergleichliches hervorgebracht hat, kann man jetzt überprüfen. Schon damals sahen das viele anders als Goethe. Zum Beispiel seine Mutter. Ihr hatte Christiane Vulpius im Auftrag des Sohnes den Roman zugeschickt, und sie bedankte sich mit den Worten: "0! lassen Sie dieser trefflichen Frau meinen besten Dank für dieses herrliche Produkt kund und zu wissen tun."
Mit Rezensionen von Friedrich Schlegel und Wilhelm von Humboldt sowie einem Nachwort herausgegeben von Thomas Anz
Aktualisiert: 2019-01-24
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Man leidet mit Werther, man bangt mit Tell um seinen Sohn und liebt mit Romeo und Julia. Literatur vermag in besonderem Maße zu emotionalisieren. Gerade literarische Figuren ziehen Leser in ihren Bann – sogar, wenn sie Verbrechen oder Morde begehen. Das Buch von Katharina Bruch geht der Frage nach, mit welchen Mitteln es Autoren gelingt, dass Figuren wie Schillers Christian Wolf (Der Verbrecher aus verlorener Ehre), Theodor Storms John Hansen (Ein Doppelgänger) oder Alfred Döblins Elli Link (Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord) den Lesern sympathisch sind, obwohl sie moralisch zu verurteilen wären. Die Erkenntnisse aus der analytischen Untersuchung werden dabei auch empirisch – anhand weiterer Erzähltexte (Heinrich von Kleists Der Findling und Ferdinand von Schirachs Einsam) – überprüft, indem Leser zu deren emotionalen Wirkungen befragt wurden.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Wer schreibt und wer liest oder hört Gedichte? Wie werden Gedichte bewertet? Angeblich lassen sie sich schlecht verkaufen, aber es wird massenhaft gedichtet. Und zusammen mit Musik ist keine literarische Gattung so beliebt wie Lyrik. Wem und wozu nützt sie? Das berühmteste deutsche Gedicht ist ein Lied. Welches wohl? Viele hervorragende Lyrikerinnen und Lyriker sind nicht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Hat Bob Dylan ihn verdient? Antworten auf diese und viele andere Fragen geben zwölf Glossen von Dieter Lamping, in lakonischer Dichte, kenntnisreicher Klarheit und gewitzter Respektlosigkeit.
Zum Auftakt schreibt er: „Lyrik gilt als Liebhaberei. Das ist gut so – auch wenn es nicht unbedingt als Kompliment gemeint ist. Aber wie die Dinge liegen, gibt das wenigstens den Liebhabern die Gelegenheit, über die freieste literarische Form frei zu sprechen: über ihre Eigenarten, ihren Reiz, ihre Unentbehrlichkeit. Das ist das Prinzip dieser Glossen zu den unterschiedlichsten Themen, aktuellen und weniger aktuellen, dafür nicht minder wichtigen. Man darf sie auch lesen, wenn man kein Liebhaber ist, aber die Hoffnung nicht aufgegeben hat, es noch zu werden.“
Aktualisiert: 2019-01-24
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33 Essays zur Weltliteratur: über Walter Benjamin, Martin Buber, Sigmund Freud, Marc Chagall, Gertrude Stein, Pablo Picasso, André Malraux, Andy Warhol, Jonathan Swift, Benjamin Franklin, Honoré de Balzac, Anton Cechov, George Sand, William Blake, Stéphane Mallarmé, E.T.A. Hoffmann, Henrik Ibsen, D. H. Lawrence, Jean-Paul Sartre, William Faulkner, Samuel Beckett und viele andere.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Fast jeder Krieg wird auf dem Schlachtfeld der Wörter vorexerziert und vorgespielt. In dieser Phase geschehen die unsichtbaren Verbrechen, fließen Fakten und Fiktionen, Politik und Poesie ineinander, werden unzusammengehörige Partikel in eine gedankliche Linie gestellt, werden Maßstäbe verschoben, Klischees bedient, werden Widersprüchlichkeiten, Unstimmigkeiten, Ambivalenzen, aus denen das Alltagsleben besteht, systematisch getilgt. Jeder ethnischen Säuberung geht eine sprachliche Absonderung voraus. Dieses Buch will der Mechanik der Weltbilder etwas entgegensetzen.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Dokumentation zum 3. Internationalen Otto Gross Kongress. Mit Beiträgen von
Werner Schubö, Gottfried Heuer, Sophie Templer-Kuh, Jennifer Michaels, Brigitta Kubitschek, Lois Madison, Gabriele Neundörfer, Albrecht Götz von Olenhusen, Raimund Dehmlow, Regula Bochsler, Bernd A. Laska, Bozena Choluj und Michael Raub.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Ísafold, die „Eisumschlungene“. So nannte Ina von Grumbkow die raue Insel Island und ihr 1909 erschienenes Buch über eine Suchexpedition im unbewohnten Hochland. 1908 bereiste sie die Insel im Nordatlantik, um ihren verschollenen Verlobten, den Geologen Walther von Knebel, zu finden. Von Reykjavík aus führt ihr Ritt quer durch das zentrale Hochland, durch reißende Flüsse, an Gletschern vorbei über den gefährlichen Sprengisandur in den Norden nach Akureyri und von dort über die Lava der kalten Wüste Ódáðahraun zur Askja-Caldera, wo ihr Geliebter spurlos verschwand. Der eindruckvolle Expeditionsbericht mit seinen bildgewaltigen Beschreibungen der isländischen Natur, der zugleich eine geradezu mythisch anmutende Geschichte von Liebe, Tod und Neuanfang erzählt, ist unter Kennern schon lange ein Kultbuch. Die vorliegende Ausgabe macht den Text von 1909, der bereits ins Isländische übersetzt wurde, erstmals wieder auf Deutsch im Buchhandel greifbar, zusammen mit über fünfzig Bildern der Originalausgabe. Das informative Nachwort der Herausgeberin klärt über die Hintergründe des geheimnisvollen Unglücks und die genaueren Umstände der Reise Ina von Grumbkows auf.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Literarische Figuren, die wir bewundern oder verachten, Geschichten, deren Handlungen uns nicht mehr loslassen, fiktive Ereignisse, die wir mit Liebe, Trauer oder Angst verknüpfen – wo immer es Texten gelingt, uns als Leser affektiv an Figuren zu binden, das Geschehen für uns imaginativ und emotional nachvollziehbar zu machen und unsere Empathie und Anteilnahme zu wecken, wird die Lektüre zum emotionalen Erlebnis. Wie Gefühle beim Lesen entstehen, wie sie gelenkt werden und wie das Zusammenspiel zwischen den Strukturen und Merkmalen literarischer Texte einerseits und den Rezeptionsprozessen auf Seiten des Lesers andererseits konzeptualisiert werden kann, zeigt die vorliegende Arbeit. Sie analysiert das emotionalisierende Potenzial von Figurendarstellungen, von literarisch gestalteten emotionalen Situationen und Verhaltensweisen sowie von narrativen Präsentationsformen wie Brief-, Tagebuch- und Monologerzählungen und weist am Beispiel der erzählenden Schriften Arthur Schnitzlers nach, wie der gezielte Einsatz erzählerischer Mittel und Textstrategien zu definierten emotionalen Rezeptionseffekten führt. Die Resultate der Untersuchung machen deutlich, dass literarische Emotionalisierung keineswegs nur eine Unterhaltungsfunktion besitzt, sondern darüber hinaus ebenso subtil wie wirkungsvoll Aussagen und Bedeutungen vermittelt – indem sie den Leser über hervorgerufene Gefühle dazu bringt, Position zu beziehen, Werturteile zu fällen und entschieden Partei zu ergreifen.
Aktualisiert: 2019-01-24
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Im Oktober eines jeden Jahres gibt die Schwedische Akademie bekannt, wer den weltweit wichtigsten Preis für Literatur erhält. Oft ist die Wahl überraschend, zuweilen hoch umstritten und auffällig schon lange der Umstand, dass seit 1901 so wenige Frauen ausgezeichnet wurden. Selma Lagerlöf war 1909 die erste. Bis zum Ende des Jahrhunderts kamen nur acht weitere Frauen hinzu. Erst im 21. Jahrhundert stieg der Anteil der Autorinnen auf fast ein Drittel. 2015 wurde mit Swetlana Alexijewitsch immerhin die fünfte seit dem Jahrhundertbeginn mit dem Preis ausgezeichnet.
In vierzehn Porträts schildert Simone Frieling Leben und Werk aller bisherigen Literaturnobelpreisträgerinnen in ihrer Zeit und mit ihren Wirkungen. Viele von ihnen haben sich nicht nur einen Namen als Schriftstellerinnen weltliterarischen Rangs gemacht, sondern auch als politisch und sozial engagierte Persönlichkeiten. Selma Lagerlöf profilierte sich während des Ersten Weltkriegs als Pazifistin und unterstützte seit 1933 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, Pearl S. Buck setzte sich für die Versöhnung zwischen Ost und West ein, Gabriela Mistral trug maßgeblich zur Alphabetisierung Mexikos bei, Nadine Gordimer kämpfte gegen die Apartheid, Toni Morrison gegen Rassismus und Swetlana Alexijewitsch gegen die Propaganda sozialistischer Regime.
Simone Frieling leitet ihre informativen, anschaulichen und zur weiteren Lektüre anregenden Porträts mit einem Essay über Alfred Nobel ein und schließt sie mit Bemerkungen zur oft rätselhaften Entscheidungsfindung in der Schwedischen Akademie ab. Horace Engdahl, der schwedische Literaturkritiker und langjährige Sekretär der Akademie, nannte sie ein „Mysterium“.
Aktualisiert: 2019-01-24
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