Lebensform Philosophie: Fünf Konzepte

Lebensform Philosophie: Fünf Konzepte von Mader,  Walter
Diese Untersuchung geht von der Frage aus, welche der beiden Disziplinen, Philosophie oder Theologie, effizientere Hilfe, etwa durch das Bewirken von Trost, bei der Bewältigung vitaler Probleme oder zu deren Überwindung bietet. Die existenzielle Bedeutung der Philosophie scheint sich insofern manifestiert zu haben, als sie schon in der griechischen Antike, etwa bei Sokrates, in der Römischen Republik, der Römi-schen Kaiserzeit, im spätantiken Übergang zum Mittelalter, ebenso im scholastischen Mittelalter bis zur frühen Neuzeit mit tatsächlich gelebter, praktizierter "Lebensform" assoziiert werden kann. An fünf Konzepten aus fünf Jahrhunderten, die sich mit Cicero(1. Jh.v.Chr.), Seneca d. J. (1. Jh.n.Chr.), Boethius (6. Jh.), Heinrich v. Gent (13. Jh.) und Erasmus v. Rotterdam (16. Jh.), verbinden lassen, wird die Eignung dieser Modelle zur philosophischen Lebensform gesichtet / untersucht, wobei die Philosophie Ciceros und Senecas als eine Art der Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen, von Boethius als Therapie, von Heinrich als göttliche Offenbarung, von Erasmus als friedvoller Weg des Humanismus gewertet werden kann. Cicero, selbst lebendes Beispiel für das Gelingen philosophischer Lebensweise, spendet der Philosophie hymnisches Lob, bleibt insgesamt aber eher distanziert. Senecawirkt wesentlich lebensnäher, wohl auch deshalb, weil er sich selbst ganz als Mensch – mit Fehlern, Schwächen, Vorzügen – gibt; er ist glühender Verfechter eines Lebens mit / gemäß der Philosophie. Boethius' Trostschrift ist ein umfassendes Plädoyer für ein philosophiebestimmtes Leben auf der Basis der Tugend: Diese ist DER Weg zu Gott; Gott IST Glückseligkeit; die / der Glückselige ist TEIL Gottes, ja selbst Gott; eine moralische Lebensweise führe im Streben nach Weisheit per se zum Lohn. Heinrich differenziert beim Thema Wissen - Wissenschaft - Philosophie zwischen nützlichem, notwendigem und superstitiösem Wissen. Wissen muss der Nützlichkeit genügen, darf nicht in die Nähe des Paganen geraten, muss immer der Maxime "ne quid nimis!" genügen. Alles bestimmendes Ziel des Mensch-Seins ist immer Gott und seine beatitudo. Erasmus sticht mit seinem Enkomion unter den fünf Konzepten durch die humorig-ironische bzw. komische Note hervor, ohne aber an Wahrhaftigkeit einzubüßen; im Gegenteil: Ihm gelingt das "ridentem dicere verum" mit Bravour. Er führt den Wissenschaftsbetrieb seiner Zeit ad absurdum. Die Unterscheidung zwischen Torheit und Weisheit scheint aufgehoben, ja nicht relevant; eben dadurch gewinnt sie Bedeutsamkeit für die Lebensführung. Trotz aller (von Stultitia geäußerten) Blasphemie, wird Erasmus' Religiosität erkennbar: Auch für ihn scheint letztlich Gott über allem zu stehen. Die Antwort auf die initiale Frage, ob Philosophie oder Theologie bzgl. Menschenleben effizienter sei, fällt erwartungsgemäß heterogen aus: getragen von Individualismus, daher entsprechend multiplex.
Aktualisiert: 2023-04-06
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Die Akten des Zweiten Vatikanums zum Zölibat mit Blick auf die nachkonziliare Diskussion aus kanonistischer Perspektive

Die Akten des Zweiten Vatikanums zum Zölibat mit Blick auf die nachkonziliare Diskussion aus kanonistischer Perspektive von Mader,  Walter
Seit Jahrhunderten ist die Zölibatsproblematik in der lateinischen Kirche virulentes Thema: Wie und auf Grundlage welcher Optionen von Schrift und Lehre könnte sie einer Lösung zugeführt werden, ohne dass Dammbrüche – zumal von konserva­tiverer Seite – zu befürchten wären? Die vorliegende Abhandlung sucht nach einer Antwort auf diese Frage in erster Linie aus dem Blickwinkel des Zweiten Vatikanums, indem direkt von den Synodalakten ausgegangen wird, konkret von jenen Textpassagen, die in irgendeinem Bezug zur Zölibatsthematik stehen. Die lateinisch gehaltenen Diskussionsbeiträge, die die Konzilsväter im Laufe der Sitzungsperioden II, III und IV einbrachten und zu denen eine textnahe Übertragung ins Deutsche bislang fehlt, stehen im Zentrum der Untersuchung: Alle thematisch relevanten Textstellen werden im lateinischen Wortlaut angeführt, ins Deutsche übersetzt und in einem jeweils dritten Schritt theologisch-sachbezogen sowie philologisch-­kritisch kommentiert. Auf diese Weise können die vorgebrachten Argumente leicht erfasst und die Genese der schlussendlich promulgierten Konzilstexte nachgezeichnet werden. Darüber hinaus beleuchtet wird die Situation der katholischen Welt am Vorabend des Zweiten Vatikanischen Konzils sowie die postkonziliare Entwicklung, wobei nicht nur die einschlägigen nachsynodalen Dokumente bzw. Aussagen (etwa Papst Benedikts XVI.) in Augenschein genommen werden, sondern auch sachrelevante Lehräußerungen von Bischöfen, Bischofskonferenzen oder Synoden, soweit sie der Thematik dienlich sind, einfließen. Ein eigener Abschnitt fokussiert die „Kernstellen“ zur Zölibatsthematik, seien es neutestamentliche Belege, seien es Quelltexte in kanonischer Form – der berühmte can. 33 der Synode zu Elvira wird philologisch-kritisch und somit anders als gemeinhin üblich gesichtet – oder ein päpstliches Lehrschreiben. Eine Lockerung des verwickelten Knotens Zölibat scheint jedenfalls möglich.
Aktualisiert: 2020-03-31
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Die Psaumis-Oden Pindars

Die Psaumis-Oden Pindars von Mader,  Walter
Auf den Sieg des Kamarinäers Psaumis in einem hippischen Agon hin wurden diese beiden Oden komponiert. Ungeklärt oder umstritten sind allerdings zahlreiche Fragen zur Datierung der Oden, zum Aufführungsort, zum Namen des Siegers, zur Siegesdisziplin, zur Beziehung der Gedichte zueinander und insbesondere zur Autorschaft Pindars. In der modernen Forschung scheint diese letzte Frage zunehmend positiv beantwortet zu werden. Walter Mader versucht in seiner Forschungsarbeit, ausgehend von einer textnahen Übersetzung der beiden Oden, die offenen Fragen, insbesondere auch die der Echtheitsproblematik, zu klären.
Aktualisiert: 2020-05-06
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Paulus vor dem Areopag

Paulus vor dem Areopag von Mader,  Walter
Das Zweite Vatikanische Konzil suggeriert mit dem Stichwort „Heilmittel gegen den Atheismus“ (GS 21) Chance und apostolischen Auftrag einer (Neu-)-Evangelisierung. Die Ausgangslage, in der sich das heutige Christentum hiefür befindet, scheint jener zu ähneln, die der Völkermissionar Paulus im antiken Athen vorfand, bevor, während und nachdem er seine „Areopagrede“ hielt. Unter Ausnutzung synergetischer Effekte, wobei Positionen von Sprach- und Literaturwissenschaft, Philosophie, Theologie und Pädagogik multiperspektivisch genutzt werden, versucht der Verfasser, die Aktualität der Athenperikope aus Lukas’ „Apostelgeschichte“ und im Besonderen der darin eingebetteten Rede, die zu den meistbehandelten Texten der Weltliteratur zählt, zu veranschaulichen. In engster Anlehnung an die Textgrundlage wird die philologische mit der theologischen Sichtweise verknüpft und eine davon befruchtete, zeitnahe Exegese unternommen.
Aktualisiert: 2020-03-31
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