Deutsches Lied
JUNI Hefte 39/40 und 41/42
Gregor Ackermann, Antje Bonitz, Holger Böthling, Walter Delabar, Joachim Feldmann, Martin A. Hainz, Ludwig Harig, Nina Heidrich, Dieter Hoffmann, Thomas Homscheid, Winfried Jung, Hermann Kurzke, Alain Lareau, Dorothea Massmann, Volker Mertens, Andrea Neuhaus, Christine Nowak, Peter Panter, Bodo Plachta, Martin Rehfeldt, Karoline Riemer, Johannes Roskoten, Oliver Ruf, Christian Schlösser, Karl Schnog, Carlo Sowa, Hans Ch Stillmark, Sascha Verlan, Ansgar Warner, Michaela Wirtz, Dieter Wrobel, Carsten Würmann
Im Grenzgebiet zwischen Lyrik und Lied
„Lyrische Dichtung ist seit den frühen Kulturen zur Musik vorgetragene, also meist gesungene Dichtung“: Lakonischer als Dieter Burdorf kann man das, was Lyrik gewesen ist, kaum formulieren, und damit zugleich den Finger darauf legen, als was Lyrik heute definitiv nicht mehr gilt: als singbar. Dabei wird gesungen und geträllert, was das Zeug hält, gerade von den so genannten großen Themen: von Liebe, Hoffnung, Erinnerung, Vertrauen, Leid, Trauer, Schmerz, Empörung. Und alle möglichen Leute wollen es hören – nur als Lyrik gilt es nicht. Die Literaturwissenschaft hat sich jedenfalls von diesem Thema abgewandt. Das Gefälle zu den zeitgenössischen Lyrikern seit Gottfried Benn und Paul Celan bis hin zu Durs Grünbein könnte kaum größer sein. Herbert Grönemeyer ein Lyriker? TonSteineScherben-Songs als große Gedichte? Heino als lyrischer Gemütssensor? Die Söhne Mannheims als gereimter Ausdruck neuer deutscher Befindlichkeit? Ja – aber Kunst? Hohe Kunst? Gelegentlich schafft es dann doch jemand – nach Brecht -, diese Hürde zu überspringen: Aber um welchen Preis?
Worum also geht es in diesen JUNI Heften? Ums deutsche Lied in seinen Varianten und Abwegen, in seinen Untiefen und Höhen. Also um alles was Gedicht ist und brauchbar.