Der Surrealismus war die erste Künstlerbewegung, die für ihre künstlerische Produktion die Tiefenpsychologie systematisch in Anspruch nahm. Dabei ging die Forschung bisher von einer Konzentration auf Freuds Psychoanalyse und der deutlichen Ablehnung der analytischen Psychologie C. G. Jungs aus. Die vorliegende Studie belegt erstmals eine umfassende Rezeption Jungs im Kreis der Surrealisten. Dabei ist durchweg eine so selektive wie strategische Wahrnehmung der Theorien Freuds und Jungs festzustellen. Im ersten Teil der Arbeit wird der bislang fehlende systematische Vergleich surrealistischer mit jungianischen Positionen vorgenommen. Es lassen sich weitreichende Interessenüberschneidungen auf Gebieten feststellen, die Freud ausklammert, wie Alchemie, Okkultismus, Magie und Parapsychologie sowie deren Verknüpfung mit psychologischen Fragestellungen. In den surrealistischen Mythenkonzeptionen sind jungianische neben freudianischen Elementen nachzuweisen, ebenso in der Auffassung der Funktion von Sprache und Bild im Unbewussten. Die Romantik, einer der tragenden Pfeiler des Surrealismus, prägt mit ihren Vorstellungen von der symbolischen Lesbarkeit der Welt, der Belebtheit der Dinge, der psychologischen Natursymbolik und dem Konzept des Ich als Spiegel des Kosmos auch die Lehren Jungs bis in Details.
Im zweiten Teil wird die Rezeption mit Werkanalysen, der Relektüre von Texten und biographischen Aspekten in drei monographischen Kapiteln am Werk von Max Ernst, Victor Brauner und Hans Arp konkretisiert. Hier lassen sich unterschiedliche Rezeptionsweisen herausarbeiten: Steht bei Ernst und Brauner die Verwendung Jungscher Theoreme vom kollektiven Unbewussten, der Archetypenlehre und der tiefenpsychologischen Alchemiekonzeption zur Ausgestaltung komplexer Privatmythologien im Mittelpunkt, ist es bei Arp die Formulierung einer postromantischen künstlerischen Philosophie. Im systematischen wie in den monographischen Teilen zeigt sich dabei oftmals eine Kombination von Ideen Jungs und Freuds. Die Künstler gingen bei der Auswahl ihrer Quellen wesentlich freier vor, als ihnen die Forschung bislang unterstellt.
Aktualisiert: 2019-03-15
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Die Surrealisten haben in ihrer Rolle als "enfants terribles" künstlerisch das Motiv attackiert, das über Jahrhunderte die stärkste symbolische Aufladung erfahren hat: das Auge. Damit gelang ihnen im wahrsten Sinne des Wortes ein "Stich" in das Zentrum der westlichen Kulturgeschichte. Christiane Ladleif beleuchtet mit ihrem kontextgeschichtlichen Ansatz alle wesentlichen Aspekte des Surrealismus. Dabei fokussiert Ladleif insbesondere Werke von Hans Bellmer, Victor Brauner, Luis Bunuel, Salvador Dali, Max Ernst, Alberto Giacometti und Man Ray, indem sie sie in präzisen Werkanalysen im Kontext des "schönsten erotischen Werkes" (André Breton), dem 1928 erschienenen Roman Georges Batailles zur "Geschichte des Auges", diskutiert. Neben der Psychoanalyse Freuds werden unter anderem Einflüsse aus dem Bereich des Okkultismus und der Gnosis berücksichtigt.
Aktualisiert: 2019-03-15
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Der Surrealismus war die erste Künstlerbewegung, die für ihre künstlerische Produktion die Tiefenpsychologie systematisch in Anspruch nahm. Dabei ging die Forschung bisher von einer Konzentration auf Freuds Psychoanalyse und der deutlichen Ablehnung der analytischen Psychologie C. G. Jungs aus. Die vorliegende Studie belegt erstmals eine umfassende Rezeption Jungs im Kreis der Surrealisten. Dabei ist durchweg eine so selektive wie strategische Wahrnehmung der Theorien Freuds und Jungs festzustellen. Im ersten Teil der Arbeit wird der bislang fehlende systematische Vergleich surrealistischer mit jungianischen Positionen vorgenommen. Es lassen sich weitreichende Interessenüberschneidungen auf Gebieten feststellen, die Freud ausklammert, wie Alchemie, Okkultismus, Magie und Parapsychologie sowie deren Verknüpfung mit psychologischen Fragestellungen. In den surrealistischen Mythenkonzeptionen sind jungianische neben freudianischen Elementen nachzuweisen, ebenso in der Auffassung der Funktion von Sprache und Bild im Unbewussten. Die Romantik, einer der tragenden Pfeiler des Surrealismus, prägt mit ihren Vorstellungen von der symbolischen Lesbarkeit der Welt, der Belebtheit der Dinge, der psychologischen Natursymbolik und dem Konzept des Ich als Spiegel des Kosmos auch die Lehren Jungs bis in Details.
Im zweiten Teil wird die Rezeption mit Werkanalysen, der Relektüre von Texten und biographischen Aspekten in drei monographischen Kapiteln am Werk von Max Ernst, Victor Brauner und Hans Arp konkretisiert. Hier lassen sich unterschiedliche Rezeptionsweisen herausarbeiten: Steht bei Ernst und Brauner die Verwendung Jungscher Theoreme vom kollektiven Unbewussten, der Archetypenlehre und der tiefenpsychologischen Alchemiekonzeption zur Ausgestaltung komplexer Privatmythologien im Mittelpunkt, ist es bei Arp die Formulierung einer postromantischen künstlerischen Philosophie. Im systematischen wie in den monographischen Teilen zeigt sich dabei oftmals eine Kombination von Ideen Jungs und Freuds. Die Künstler gingen bei der Auswahl ihrer Quellen wesentlich freier vor, als ihnen die Forschung bislang unterstellt.
Aktualisiert: 2021-03-15
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„Die Ausschaltung des Augenlichts ist eine vereinfachte und bis zum äußersten getriebene Lösung, aber ist das nicht das gleiche Verlangen, das Matta zum Ausdruck bringt, wenn er davon spricht, ‚die Optik zu töten‘, heißt das denn etwas anderes, als der Unruhe aller jungen Maler, die von den Verheißungen des Surrealismus geradezu besessen sind, Gestalt zu geben?“ (Pierre Mabille, 1939)
Das zentrale Motiv des Auges hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kunst eine auffallende künstlerische „Behandlung“ erfahren. Sei es durch angsterfüllt weit aufgerissenes Schauen auf eine als bedrohlich empfundene Außenwelt oder durch eine Substituierung der Augen mit technischem Gerät, sei es durch eine isolierte Präsentation, ein bewusstes Fehlen derselben oder, wie für den Surrealismus der 1920er und 1930er Jahre bemerkenswert, durch einen Angriff auf den über Jahrhunderte anerkannten „edelsten Sinn“. Dieses Phänomen wird hier unter besonderer Berücksichtigung des Romans “Histoire de l'Œil” von Georges Bataille aus dem Jahre 1928 untersucht. Der Roman, den André Breton als das „schönste erotische Werk“ bezeichnet hat, das er kenne, kreist um wesentliche Aspekte des surrealistischen Kosmos: in psychoanalytischen Termini ausgedrückt, um Eros und Thanatos, und ganz wesentlich für den hiesigen Zusammenhang, um die obsessive Verfolgung der Augenmetapher. Die bedeutendsten Werke im Hinblick auf die Zerstörung des Augenmotivs entstanden Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre – also nach Erscheinen der “Histoire de l'Œil”. Was Bataille seine Protagonisten ausleben lässt, scheint Synonym für ein exzessives Erleben der Surrealisten zu sein, das sich zwischen dem Revoltieren gegenüber tradierten Werte- und Normsystemen, dem Verlangen nach einer eruptiven Entfesselung des Eros, dem Wahnsinn, sowie der Hinwendung zu Überrealitäten wie dem Okkultismus und dem Todesstreben bewegt.
Diss. Bochum 1999.
Aktualisiert: 2023-01-26
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