Kurzer Aufbruch in eine neue Welt

Kurzer Aufbruch in eine neue Welt von Derleder,  Peter
Sebastian Franck, Protagonist des Romans, ist gerade als Kriminalwissenschaftler an die in den 1970er Jahren gegründete Reformuniversität berufen worden. Von hier aus soll auch für den Jungprofessor der „Aufbruch in eine neue Welt“ beginnen. Die Apo-Zeiten sind noch nicht vorbei. Ihre Härten und Sonderbarkeiten spiegeln sich in den ironisch-einfühlsamen Schilderungen der Ereignisse ebenso unverwechselbar wider wie ihre ernsten Ziele: Anti-Atom-Kampf, Humanisierung von Strafvollzug und Gesundheitswesen,Geschlechterverhältnis und Sexualität, Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und Friedenserziehung. Peter Derleder (1940-2018) klammert in seinem Universitätsroman über die Utopie einer besseren Gesellschaft selbst Abseitiges nicht aus. Er zeichnet ein außergewöhnlich literarisch-differenziertes Bild von jenem Jahrzehnt der Erneuerung, das uns auch heute noch prägt. Eindrucksvoll fängt er das Denken und Fühlen einer Generation ein, die trotz mancher Irrtümer und Rückschläge das Leben bereichert hat.
Aktualisiert: 2019-02-14
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In drei deutschen Staaten verfolgt

In drei deutschen Staaten verfolgt von Donat,  Helmut, Wieland,  Lothar
Von der Schuld des Kaiserreichs am Ersten Weltkrieg überzeugt,* fordert HansGeorg von Beerfelde, Junker und ehemaliger Gardeoffizier in der prominentesten Eliteeinheit des Kaisers, im November 1918 schonungslose Selbstkritik, Auseinandersetzung mit und Überwindung der Politik der „Großen Zeit der Lüge“, wie man die Kriegsjahre zu nennen pflegte. Als 2. Vorsitzender des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte drängt er, anders als Friedrich Ebert und seine Partei, auf die Entmachtung der Kriegsschuldigen, der Eliten des Kaiserreichs, und die Errichtung einer wirklichen, pazifistisch orientierten Republik. Zugleich erwartet er die Vorgerichtstellung derjenigen, die für den Tod von 17 Millionen Menschen verantwortlich sind – analog zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen von 1945/46. Beerfeldes Forderungen gelten als so gefährlich, dass er bereits nach wenigen Monaten ins Visier der Freikorps gerät und nur knapp mit dem Leben davon kommt. Fortan lässt die Weimarer Republik keine Gelegenheit aus, ihn zu bekämpfen und gesellschaftlich zu vernichten. Doch Beerfelde hält an der Bewältigung des Ersten Weltkrieges im Sinne der Abkehr von Militarismus und künftiger Gewaltpolitik fest. Damit setzt er sich zugleich in einen Gegensatz zur gegen den Versailler Vertrag gerichteten Revisionspolitik der Weimarer Eliten und auch der NSDAP. 1925 gerät er in einen Konflikt mit dem Auswärtigen Amt und Gustav Stresemann, die einen Landesverratsprozess gegen den unangenehmen Aufklärer anstrengen. Beerfelde ist eine tapfere, vielleicht sogar leichtsinnige Person, die an das Gute im Menschen glaubt. Niemand kann ihn davon abhalten, im Frühsommer 1932, in einer von bürgerkriegsähnlichen Szenarien geprägten Zeit, Hitler in einem offenen Brief über den „katastrophalen geschichtlichen Irrtum“ seiner Partei zu belehren. Er gibt dem „Führer“ zu verstehen, dass die NSDAP „vollkommen auf dem Holzwege“ sei. Zwar benötige Deutschland in der Tat eine „Freiheitsbewegung“, jedoch nicht im Sinne Hitlers. Dem deutschen Volk müsse die historische Wahrheit über die Ursache des Ersten Weltkrieges und seine Folge, den Versailler Vertrag, gesagt werden. Sodann sei es vom „Gewaltglauben“, den „Rüstungen“ und „neuen Kriegsmöglichkeiten“ zu befreien. Die Nazis lassen sich den Affront nicht gefallen: nach dem Reichstagsbrandprozess wird Beerfelde von SA-Hilfspolizei verschleppt und zum Krüppel geschlagen. Nur das Engagement von ehemaligen Offizierskameraden rettet ihn, den natürlichen Antipoden des aus den Schützengräben des Ersten Weltkrieges entspringenden deutschen Faschismus, vor dem gewaltsamen Tod. Nach mehrmonatiger Haft entlassen, übersiedelt er 1934 von Berlin nach Garmisch-Partenkirchen, wo er bis zum Ende des „Dritten Reiches“ dauernder politischer Überwachung unterliegt. Nach 1945 setzt er sich in Zusammenarbeit mit den US-Besatzungsbehörden für den Aufbau eines freiheits- und friedensorientierten Deutschlands ein. Seine Pläne, die seit 1918 versäumte politische und geistige Aufklärung des deutschen Volkes in Angriff zu nehmen, werden durch Denunziation zunichte gemacht, er selbst inhaftiert und materiell ruiniert. Anfang der 1950er Jahre plädiert er für eine allseitige Abrüstung und warnt vor dem im Osten und Westen angehäuften Kriegspotential. Er stirbt im September 1960 in einem Altenheim in Berlin-Nikolassee. Der Grund, weshalb Beerfelde, ursprünglich Alldeutscher und seit 1918 Mitglied der kriegsgegnerischen Unabhängigen Sozialdemokratie, geächtet, verfolgt und vergessen gemacht wurde, ist sein Kampf um die Wahrheit in der deutschen Politik. Wie Albert Einstein, Eduard Bernstein, Kurt Eisner, Georg Friedrich Nicolai oder Hans Paasche – allesamt Mitglieder des pazifistisch-republikanischen Bundes „Neues Vaterland“, der im November 1918 die Kraftprobe mit der Ebertschen Sozialdemokratie wagt – vertritt Beerfelde die Auffassung, dass Deutschland eine ganz spezielle Revolution benötigt: die Revolution der Wahrheit. Damit ist er aktuell geblieben, zumal die deutsche Politik nicht bereit ist, die wirklichen Lehren aus dem Ersten Weltkrieg zu ziehen und statt dessen mit Waffenexporten und Auslandseinsätzen dokumentiert, wie sehr sie – ungeachtet der Erfahrungen mit dem Scheitern einer solchen Machtpolitik – dem Glauben anhängt, Konflikte ließen sich mit Gewalt lösen.
Aktualisiert: 2019-02-01
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Pimpf, Pfarrer, Pazifist

Pimpf, Pfarrer, Pazifist von Finckh,  Ulrich
Als Hitler Reichskanzler wurde, war Ulrich Finckh fünf Jahre alt – und siebzehn, als Deutschland 1945 den Krieg verloren hatte. Hineingeboren in ein christliches Elternhaus – sein Onkel war der Landesbischof Theophil Wurm –, wächst er einer Welt zwischen „Hakenkreuz“ und „Kreuz“ auf, gerät als „Pimpf“ im „Jungvolk“ in Konflikt mit der „Bekennenden Kirche“. Nie hat er vergessen, wie vielen Lügen von Politikern und Parolen vom Stolz auf das „heilige Vaterland“ er zunächst aufgesessen ist. Sein Denken und Fühlen hat sich dadurch nach 1945 grundlegend verändert. Nach seiner amerikanischen Kriegsgefangenschaft wollte er als künftiger Pfarrer gegen das Unrecht angehen und Menschen zur Seite stehen, die Hilfe brauchten. Darüber hinaus engagierte er sich u.a. für Frieden und Freiheit, für Kriegsdienstverweigerer (KDV), Menschen- und Bürgerrechte sowie für den Ausbau des Rechtsstaates, etwa in der Gustav-HeinemannInitiative und der Humanistischen Union. Als langjähriger Vorsitzender der „Zentralstelle für Recht und Schutz der KDV“ wandte er sich gegen die Anerkennungs- und Prüfverfahren für KDV und klagte sie, damit ins Schwarze treffend, als „Inquisition des Gewissens“ an, was den Verantwortlichen schwer zusetzte. Ebenso wirkte er als Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK). Statt des „Zivilen Ersatzdienstes“ der KDV verlangte er einen Friedensdienst, der zum Programm „Sozialer Friedensdienst“ führte. Oft eckte Finckh mit seinem Bestreben, das Unrecht beim Namen zu nennen und an den Pranger zu stellen, bei Vorgesetzten und betroffenen Stellen an. Manchmal erschien er sogar Freunden und Gefährten als zu weitgehend. Doch waren ihm die Menschen, die Unterstützung benötigten, wichtiger als solche Bedenken. Finckhs Authenzität und unermüdliche Regsamkeit, seine Ehrlichkeit und Geradheit haben selbst seine Gegner nicht unberührt gelassen, manchen von ihnen sogar Ehrfurcht eingeflößt. Sein Buch legt aber auch darüber Zeugnis ab, wie sehr es ihm gelungen ist, Mitstreiter und außerordentliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für bürgerrechtliche Belange zu gewinnen. Man muss eben glaubwürdig sein. Als besonders beeindruckend und lehrreich erweisen sich Finckhs erhellende Hinweise auf die oft harten Auseinandersetzungen mit staatlichen Behörden und der Hardthöhe. Er legt offen, wie das Verteidigungsministerium selbst das Bundesverfassungsgericht nach Strich und Schaden belogen hat, um Kriegsdienstverweigerern zu schaden und die Wehrpflicht als höherwertig zu propagieren. Zwar ist die Wehrpflicht abgeschafft, doch sowie sie wieder eingeführt werden sollte, gilt es, Finckhs Warnungen erneut ernst zu nehmen. Bei aller Kritik an der Gesellschaft und Behörden hält Finckh am Rechtsstaat fest, zumal er die Freiheit des Wortes und der Meinungsäußerung garantiert. Als „Pimpf, Pfarrer und Pazifist“ blickt Ulrich Finckh auf ein langes Leben zurück. Er sieht – wie schon Gustav Heinemann – im Frieden den „Ernstfall“ und erteilt Lösungen von Streitfragen mit Gewalt und Militäreinsätzen eine klare Absage – ein Grundsatz, der sein Leben geprägt hat. Ein Buch, das zugleich Einblick gibt in die Ethik und das Leben eines Geistlichen, der die Nächsten- und Feindesliebe als Leitstern begreift.
Aktualisiert: 2019-05-23
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Waidwerk – Wildnis – Weite Welt

Waidwerk – Wildnis – Weite Welt von Röpcke,  Andreas
Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, bereits vor dem Ersten Weltkrieg durch seine Forschungsreisen ins innerste Afrika ein bekannter Mann, war 1912-1914 der letzte deutsche Gouverneur von Togo, zu dessen Unabhängigkeitsfeier er 1960 erstaunlicherweise eingeladen und ehrenvoll empfangen worden ist. Als Anhänger der olympischen Idee und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees bemühte er sich, das nach den beiden Weltkriegen ramponierte deutsche Ansehen im Ausland aufzupolieren. Sein Wohnort Bad Doberan machte ihn 1927 für seine Verdienste um den Galopprennsport zum Ehrenbürger. Seinen Lebensabend verbrachte er im Schloss Eutin in Ostholstein als Schirmherr der aus Mecklenburg Geflüchteten. Das reich illustrierte Buch vermittelt neue Einblicke in sein Lebenswerk und lässt den Herzog auch mit bislang unveröffentlichten Texten aus dem Schweriner Landesarchiv zu Wort kommen.
Aktualisiert: 2018-11-01
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Vom Freischärler zum Propagandisten des Nationalsozialismus

Vom Freischärler zum Propagandisten des Nationalsozialismus von Arras,  Hartmut E.
Nur durch Zufall erfuhr der Autor von dem Engagement seines Großvaters, vor allem aber seines Vaters für den Nationalsozialismus. Nach Sichtung vielfältigen Archivmaterials und zahlreicher Dokumente aus dem familiären Nachlass offenbarte sich sein Vater als ehrgeiziger und unbeirrbarer NS-Parteigänger. Ein Grund mehr, der Frage nachzugehen, welche Einflüsse Erwin Arras bereits als Siebzehnjährigen motivierten, sich 1923 in Hessen der Gruppe Erich Damm im rechtsradikalen „Feldjägerdienst“ anzuschließen, einer geheimen paramilitärischen und republikfeindlichen Organisation, über deren Struktur und Aktivitäten hier erstmals umfassend berichtet wird. Was bestärkte den Vater, der in seiner Diplomarbeit der Idee Albert Schweitzers von der Ehrfurcht vor dem Leben folgte, bereits 1932 in die NSDAP einzutreten? Was spornte ihn an, sein Berufs- und Familienleben ganz dem Hitler-Regime zu unterwerfen und sich als NS-Kreispresseamtsleiter in Bad Oldesloe sowie später als Kreisbeauftragter des Rassenpolitischen Amtes in Falkenberg/Elster neben anderen Parteiämtern zu einem einflussreichen Agitator und Propagandisten des Nationalsozialismus in der deutschen Provinz zu profilieren? Die Auswertung der vielen Feldpostbriefe gibt einen seltenen Einblick in den Alltag der Soldaten in der Etappe (in Frankreich und Russland) sowie in seine Tätigkeit als Orts- und Standortkommandant im Kampf gegen sowjetische „Partisanen“, immer konsequent seinen Überzeugungen treu bleibend. Wenige Monate vor seinem Tod im Dezember 1942 verfasste er an der Front in Russland als ideologisches Vermächtnis einen religiösen Aufriss des Nationalsozialismus: „Das völkische Lebensgesetz“. Darin billigt er Adolf Hitler das „sittliche Recht“ zu, „unwertes Leben“ zu vernichten. In dem gegen ihn 1948 wegen einer Rentenbewilligung posthum eröffneten Entnazifizierungsverfahrens verharmlosten die Beteiligten seinen Einsatz für das NS-Regime. Das Gericht in Frankfurt am Main stellte den Prozess ein und die Rente wurde bewilligt.
Aktualisiert: 2018-11-01
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Kirche – Christen – Krieg und Frieden

Kirche – Christen – Krieg und Frieden von Gaede,  Reinhard
Angesichts des riesigen Potentials an Vernichtungswaffen, Gewalt und Kriegen ist Frieden zur Lebensbedingung der Menschheit geworden. Umso dringlicher fragt Reinhard Gaede nach Beiträgen einzelner Regierungen und Persönlichkeiten für die zivile Lösung von Konflikten sowie nach Möglichkeiten der Kirchen und gesellschaftlichen wie christlichen Gruppen, dabei mitzuwirken. Er untersucht die Weimarer Zeit und deckt friedensfeindliche, bis heute nicht überwundene Tendenzen auf. Dazu gehört, wie der deutsche Nationalprotestantismus den Reformator Luther für sich vereinnahmte, jede Schuld des Kaiserreiches am Ersten Weltkrieg bestritt und sich mehrheitlich dem Nationalsozialismus öffnete. Er erinnert an die Mahnung: „Christentum und Faschismus sind unvereinbar!“ Zugleich würdigt er die seinerzeit geschmähte und verachtete ökumenische wie christliche Friedensbewegung. An ihr in Vergessenheit geratenes Zeugnis knüpft der Autor im Sinne einer neuzeitlichen Friedensethik und ökumenischen Theologie an. Viele Hinweise helfen dem Leser, sich in der aktuellen Diskussion zurechtzufinden. Ein nützliches Buch für die Wissenschaft und ein wichtiger Beitrag für die Praxis in Kirche und Gesellschaft.
Aktualisiert: 2018-11-01
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Außenseiter im Machtzentrum Wilhelms II.

Außenseiter im Machtzentrum Wilhelms II. von Fesser,  Gerd, Hohenlohe,  Alexander von
Alexander Prinz von Hohenlohe (1862-1924) war der Sohn eines berühmten Vaters, Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst: bayerischer Ministerpräsident, Statthalter von Elsass-Lothringen und schließlich Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident. Als dessen Mitarbeiter und enger Vertrauter stand er im Machtzentrum des wilhelminischen Kaiserreichs und übte bedeutende Funktionen aus. Seine Einsichten und abgewogenen Urteile über die herrschenden Kreise zeichnen ein differenziertes Bild von der höfischen Gesellschaft, wichtigen Vorgängen in Politik und Gesellschaft sowie von bedeutenden Persönlichkeiten (u.a. Wilhelm II., Bismarck, Baron Holstein, Fürst Bülow). Geprägt vom süddeutschen Liberalismus, geriet er seit 1899 in einen zunehmenden Gegensatz zu dem herausfordernden Militarismus des Kaiserreichs, dessen Kriegs- und Katastrophenpolitik er in der Schweizer Emigration (1914-1922) scharf kritisierte. Seine Memoiren, von dem Historiker Gerd Fesser sachkundig kommentiert und erläutert, bringen nicht nur einen zu Unrecht in Vergessenheit geratenen deutschen Politiker und Journalisten in Erinnerung, sie gehören zu den besten und eindrucksvollsten Quellen über die wilhelminische Epoche.
Aktualisiert: 2018-11-01
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Das Märchen vom lieben Gott

Das Märchen vom lieben Gott von Stenzig,  Bernd
Der Friedensappell des Worpsweder Malers Heinrich Vogeler (1872-1942) an Kaiser Wilhelm II. – nachträglich vom Künstler „Das Märchen vom lieben Gott – Brief eines Unteroffiziers an den Kaiser im Januar 1918 als Protest gegen den Frieden von Brest-Litowsk“ genannt – gehört zu den berühmtesten deutschen Künstlerschriften des 20. Jahrhunderts. In jüngerer Zeit ist zusätzlich noch Vogelers Brief an die Oberste Heeresleitung bekannt geworden, der direkt ausspricht und weiter ausführt, was der Kaiserbrief in die Form einer Dichtung kleidet. Vogelers Briefe klagen die Verlogenheit einer deutschen Politik an, die einen Verteidigungskrieg versprochen hat und einen Eroberungskrieg führt und sich dabei auch noch auf das Christentum beruft. Und sie fordern den Kaiser zur Umkehr, ethischen Besinnung und zum Abschluss eines ehrlichen Friedens auf, der nicht gleich wieder den Keim eines neuen Krieges in sich trägt. Unteroffizier Heinrich Vogeler setzt mit seiner Tat, die dem Elend des Ersten Weltkriegs ein Ende bereiten soll, sein Leben aufs Spiel – und verwirkt es auch fast, kommt aber mit der Einweisung ins „Irrenhaus“ und anschließender Polizeiaufsicht noch glimpflich davon. Heinrich Vogeler hat mit seinem Friedensappell vom 20. Januar 1918, der seinem Leben und Wirken eine neue Richtung eröffnete, aus innerster Notwendigkeit ein Beispiel moralischer Größe gegeben, mag seine Tat auch illusionär anmuten. Die Deutsche UNESCO-Kommission spricht von der Handlung eines Menschen, „dessen Friedensbrief an Kaiser Wilhelm II. als kühnes Friedensvorhaben in die Geschichte einging – und dessen Verhalten auch heutige Generationen beeindruckt“. Ein Buch über die Umstände und Folgen von Heinrich Vogelers Friedensappell in Deutschland und – nach seiner Übersiedlung im Juni 1931 – in der Sowjetunion.
Aktualisiert: 2019-03-29
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Das absolut Böse

Das absolut Böse von Adler,  Jeremy, Friedländer,  Saul
Die im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) 2016 herausgebrachte Mein Kampf-Ausgabe beansprucht, einen wichtigen Beitrag gegen den Antisemitismus zu leisten. Dem haben renommierte Historiker wie Götz Aly, Patrick Bahners, Wolfgang Benz, Ulrich Herbert, Martin Kitchen, Otto Dov Kulka, Wolfgang Schieder und Hayden White widersprochen. Weltweites Aufsehen erregte vor allem der Londoner Gelehrte Jeremy Adler mit seiner Kritik und These, „das absolut Böse“ lasse sich nicht „edieren“. In zwei Essays der Süddeutschen Zeitung und in vielen Radio-Interviews begründete er, warum die IfZ-Edition den Anforderungen einer seriösen Ausgabe nicht genügt. Adler wirft ihr vor, die antisemitischen Aussagen des Originals ungenügend zu kommentieren und somit die Judenfeindlichkeit von Mein Kampf zu bekräftigen. Ein Beispiel mag es verdeutlichen. In Hitlers Buch heißt es, „der Jude [war] niemals im Besitze einer eigenen Kultur“. Die Editoren der IfZ-Ausgabe bestätigen Hitlers Auffassung, indem sie es als „selbstverständlich“ bezeichnen, „dass [die Juden] sich der Kultur ihrer jeweiligen Heimatländer anpassten“. Damit ignorieren sie aber die Besonderheiten der jüdischen Kultur, zu denen Religion, Gebete, Gesetze, Bräuche, Rituale, soziale Struktur, Diätvorschriften, Sprache, Berufe, Kleidung, Haartracht, Kalender, Feiertage, Gebethäuser, Schulen, Medizin, Küche, Mythen, Mystik, Philosophie, Literatur etc. gehören. Adlers Vorwurf: „Genau das Gegenteil von dem, was Mein Kampf und seine Herausgeber meinen, ist der Fall: Die Juden zeichnen sich durch ihre ganz besonders stark ausgearbeitete Kultur aus.“ Das aber erfährt der Leser nicht. Wie hat das IfZ darauf reagiert? Es hat sich keinen Deut um die Kritik gekümmert, sich im Lob um die Ausgabe gesonnt und Adlers Widerspruch als „infam“ bezeichnet, statt ihn zu widerlegen. Offenbar hat Adler, der klug, überaus sachlich und kenntnisreich argumentiert, einen Nerv getroffen. In seinem jüngst im Bremer Donat Verlag erschienenen Buch „Das absolut Böse – Zur Neuedition von Mein Kampf “ erweitert er nun seine Kritik um ein Vielfaches, nennt zahlreiche Irrtümer ebenso beim Namen wie die auf Unkenntnis beruhenden Interpretationen und regt damit zu einer neuen Auseinandersetzung mit unserer unmittelbaren Vergangenheit an. Saul Friedländer hebt in seinem Geleitwort hervor, dass Jeremy Adler die moralische Frage sowie die wissenschaftlichen Verfehlungen „brillant und in großartigem Detail behandelt“. Ein Buch, das aufzeigt, in welchem Ausmaß die IfZ-Ausgabe von Mein Kampf, statt judenfeindliche Aussagen zu widerlegen und aufklärend zu wirken, zahlreiche Vorurteile bestätigt, die bis heute mit antisemitischen Ressentiments einhergehen
Aktualisiert: 2017-11-30
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„Es droht eine schwarze Wolke“

„Es droht eine schwarze Wolke“ von Bürger,  Peter, pax christi – Deutsche Sektion e.V.
Das „Erinnern um der Zukunft willen“ bleibt eine drängende Aufgabe. Der Band „Katholische Kirche und Zweiter Weltkrieg“ mit Texten von 14 Autoren eröffnet Einblicke in neuere Forschungen und bietet zugleich als Lesebuch Orientierung zu wichtigen Fragestellungen: Wie und in welchem Ausmaß unterstützten Theologen, Gemeindepfarrer, Militärseelsorge, Bischöfe und Kirchenpresse die Kriegsmaschinerie? Ging man in der Kirchenleitung von einem sogenannten „gerechten“ oder gar „heiligen“ Krieg gegen den „gottlosen Bolschewismus“ aus? Warum leisteten gerade Regimegegner der verbrecherischen Kriegsführung des NS-Rassenstaates so viel Beihilfe und predigten Gehorsam? Ungehorsam waren nichtkonforme Laien und Priester – darunter mutige katholische Soldaten. Die Beispiele von Verweigerungen gegenüber dem Morden offenbaren, dass die Kirche 1933-1945 nicht nur aus dem „Spitzenpersonal“ bestand. Texte zur Geschichtserinnerung, zum christlichen Umgang mit Mediengewalt sowie zur Diskussion über Militärdoktrinen münden in eine Vision für das dritte Jahrtausend: Der zivilisatorische Ernstfall drängt zum Zeugnis für die Einheit der menschlichen Familie auf der Erde. Mit Beiträgen von: Holger Arning, Thomas Breuer, Peter Bürger, Josef Fleischer, Anton Grabner-Haider, Hubertus Halbfas, Georg D. Heidingsfelder, Jakob Knab, Heinrich Missalla, Martin Röw, Thomas Ruster, Wolfgang Stüken, Wolfram Wette
Aktualisiert: 2018-11-01
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