scheiß sozialer frieden

scheiß sozialer frieden von Schmitzer,  Stefan, Setz,  Clemens J.
Stefan Schmitzer hat seit seinem ersten Gedichtband moonlight on clichy einen Namen als politischer Dichter, 'genau, wachsam, unversöhnlich', einer, der sich 'von keinem Jargon etwas diktieren lässt' (NZZ). Dass seine Gedichte einen besonderen Groove haben, wurde aus verschiedenen Warten schon konstatiert. In Schmitzers zweitem Gedichtband ist das musikalische Vokabular, sind die musikalischen Strukturen sogar noch intensiver geworden, von Blues bis Popsong, von Lied bis Soundscape. Was die Texte aber verhandeln, steht in überraschendem Gegensatz zu den üblichen lyrischen Themen und Motiven von Pop und Zeitgeist: Da werden mit beinahe epischem Atem Wünsche und Sehnsüchte reflektiert, die Bausteine eines erfüllten Lebens, die gleichzeitig aber dieser Erfüllung im Weg liegen. Das hat oft einen grimmigen Witz, der sich gleichermaßen in Spott über die lyrischen Konventionen, im Spiel mit den lyrischen Formen von Reim und Rhythmus, und in der Verzweiflung über die Verhältnisse, die nun mal so sind, äußert: 'Die Träume liegen schwer auf dem Cortex.' Gedichte als Klopfzeichen, mit denen sich die verständigen, die in Platons Höhlen leben, in Schächten stecken; und als Gewährsleute – wenn denn überhaupt welche herhalten müssen – werden Bob Dylan und Walter Benjamin aufgerufen.
Aktualisiert: 2023-05-11
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um | schrift

um | schrift von Trickovic,  Verica, Wagener,  Michael
»Letztendlich geht es bei Verica Tričković durchgehend um das Selbstbegreifen und um das Selbstartikulieren der Welt gegen die Unmöglichkeit des Begreifens und des Sprechens.« Dies sagt treffend Olga Martynova über Verica Tričkovićs Gedichte und Texte. Die in Mazedonien geborene und in den Kriegswirren mit ihren Kindern nach Deutschland emigrierte Autorin wählte inzwischen Deutsch als ihre Sprache. Mit um | schrift, erscheint nun ihr erster Band im gutleut verlag, reihe staben [band 21]. »Als werfe jemand einen Stein in dich / als wärst du Wasser / in dem Kreise aufwirbelt ein geworfener Stein / in Bewegung setzt / sich in dir verirrt verliert« heißt es im titelgebenden Gedicht um | schrift. In sieben sehr unterschiedlichen Kapiteln ist der Band um | schrift eine Collage von Wandlungen, die sich vielstimmig in einer Wechselwirkung mit Wirbeln eines Sprachuniversums bewegt. Die Gedichte handeln von Unmöglichem wie von Möglichem, von ineinandergreifenden inneren und äußeren Veränderungen, vom Sprach- oder Namenswechsel, vom Verlust, von Herkunft und Dazugehören, vom Fall und Zufall, Krieg und Umbruch, von Versöhnung, vom Abschied im weitesten Sinne, vom Begreifen. Wie im Gedicht nachschrift: »das ist das Unsere wir richten uns ein / über uns die Mauer an der wir hängen / wir sind Akrobaten jeder an seiner Seite / das schaut aus als würden wir Eins / wir sind weil wir gehen«. »fern vom Körper / bin Vorstellung notiere vonnöten unwiederbringliche Dinge / das ist die Falle in der ich mich gewaltig verziehe« [Aus um | kehr 1] Das Lesen dieser Gedichte wird zu einem Sich-Hineinbegeben, die lesende Person wird in die Kreise mit hineingenommen und am Ende mit einem Sich-erfahren-und-die-Sprache-und-die-Welt belohnt. »du Ilina all dieses Wirken diese Regung / den Füller in die Tinte die Zunge / der Fluss hielt uns am Leben er hieß Sprache / das war unsererer Hunger ist unser Brot« [Aus um | bruch]. Kreise, die einander treiben, miteinander verbunden sind, denn nichts steht hier für sich allein, das Erfahrene wie das Erträumte, »all das vermischt sich«. Ein erster Stein wird geworfen – ob ums Schreiben oder um das Umschreiben, oder um beides – was wird umgeschrieben, wer schreibt was um, was ist erinnert, was imaginiert – hier werden die Lesenden herausgefordert, Antworten für sich zu finden. Stevan Tontić schrieb: »Die Gedichte von Verica Tričković zeichnen sich aus durch eine dichte, enthaltsame Diktion, dem Schweigen nah. Da, an der Grenze des Sprechens und des Schweigens, des Lärms und der Stille, entsteht das Schwingen ihrer lyrischen Stimme.«
Aktualisiert: 2022-11-01
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Gronau / Gauguin

Gronau / Gauguin von Schiffer,  Gundula
Wie ich wegbleibe, wo ich da sein muss. Groenauwe-Gronau. Ein ergangenes Gedicht Mein Gronau beginnt beim Namen. Als ich wusste, was er bedeutet, wusste ich, dass ich darüber schreiben würde: grüne Aue. Das ist Psalm 23, nichts weniger, einer der berühmtesten, wichtigsten Psalmen. Und wo meine Mutter aufwuchs. Es war einmal, Groenauwe, ein Wiesental, durchflossen von der Strunde; oder auch Walther von der Vogelweide, der Titel eines Liebesgedichts; Jahrhunderte bevor wie eine neue Religion die Industrialisierung kam, Papierfabriken brachte und Siedlungen; Menschen, die keine Bauern mehr, sondern Städter sein wollten, die flutende, Weiden tränkende Strunde in ein enges Bett pressten, als weigerten sie sich, hier die Folterinstrumente des Mittelalters schon aus der Hand zu legen -
Aktualisiert: 2022-06-09
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Nichts existiert allein

Nichts existiert allein von Cardenal,  Ernesto, Kliche,  Lutz
Mit dem Band „Nichts existiert allein" hinterlässt uns Ernesto Cardenal, der große nicaraguanische Dichter, Mystiker und Revolutionär, seine letzten sieben Langgedichte. Sie stehen ganz in der Tradition der kosmologischen Poesie Cardenals und sind Ausdruck seiner Faszination von der Kontnuität der Materie vom Urknall bis zum menschlichen Bewusstsein. In dieser Überzeugung, dass alles mit allem verbunden ist, wurzelt Cardenals besondere Theologie mit ihrer Aufhebung der Trennung von Diesseits und Jenseits und dem Glauben an eine Welt, die der Harmonie zustrebt. „Der Fortschritt geht in Richtung Liebe", schreibt Ernesto Cardenal und bleibt damit über seinen Tod hinaus die Stimme der Hoffnung auf eine humanere Welt.
Aktualisiert: 2022-08-08
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Ayers Rock

Ayers Rock von Glomb,  Ronald
Ayers Rock verbindet in mehr als 100 Gedichten scheinbar Disparates miteinander: Exotisches oder wenigstens ein Echo von Ferne – mit Chiffren von Plätzen in Berlin und Brandenburg. Das Erzählgedicht hat hier ebenso Raum wie die Skizze; dem Haiku folgt das Langgedicht. Unterschiedliche Stilmittel und eine gewisse Offenheit in der Komposition haben hier ihren Raum. Es wird die Welt literarisch vermessen – horizontal und vertikal. Der Autor begegnet seinem Leser als ein Strandläufer, der Treibholz sammelt und neu kombiniert.
Aktualisiert: 2022-05-04
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scheiß sozialer frieden

scheiß sozialer frieden von Schmitzer,  Stefan, Setz,  Clemens J.
Stefan Schmitzer hat seit seinem ersten Gedichtband moonlight on clichy einen Namen als politischer Dichter, 'genau, wachsam, unversöhnlich', einer, der sich 'von keinem Jargon etwas diktieren lässt' (NZZ). Dass seine Gedichte einen besonderen Groove haben, wurde aus verschiedenen Warten schon konstatiert. In Schmitzers zweitem Gedichtband ist das musikalische Vokabular, sind die musikalischen Strukturen sogar noch intensiver geworden, von Blues bis Popsong, von Lied bis Soundscape. Was die Texte aber verhandeln, steht in überraschendem Gegensatz zu den üblichen lyrischen Themen und Motiven von Pop und Zeitgeist: Da werden mit beinahe epischem Atem Wünsche und Sehnsüchte reflektiert, die Bausteine eines erfüllten Lebens, die gleichzeitig aber dieser Erfüllung im Weg liegen. Das hat oft einen grimmigen Witz, der sich gleichermaßen in Spott über die lyrischen Konventionen, im Spiel mit den lyrischen Formen von Reim und Rhythmus, und in der Verzweiflung über die Verhältnisse, die nun mal so sind, äußert: 'Die Träume liegen schwer auf dem Cortex.' Gedichte als Klopfzeichen, mit denen sich die verständigen, die in Platons Höhlen leben, in Schächten stecken; und als Gewährsleute – wenn denn überhaupt welche herhalten müssen – werden Bob Dylan und Walter Benjamin aufgerufen.
Aktualisiert: 2020-01-23
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«Long poems»: Englischsprachige Langgedichte, 1920–1939

«Long poems»: Englischsprachige Langgedichte, 1920–1939 von Maczewski,  Anne-Mirjam
Im 20. Jahrhundert entsteht im englischsprachigen Raum die so vage wie vielbeachtete – Gattung? Gruppe? Form? – des , des Langgedichts. Diese Arbeit legt Grundlagen für einen beschreibenden – deskriptivistischen – Überblick über die Menge der so bezeichneten Gedichte und trägt erstes Material dazu zusammen. Neunzehn anglo-amerikanische und britische der Jahre 1920 bis 1939 (darunter T.S. Eliots , Ezra Pounds und David Jones‘ ), untersucht und tabellarisch aufgeschlüsselt hinsichtlich ihrer Organisation und prosodischen Gestaltung, liefern erste Anhaltspunkte für einen beschreibenden Überblick über die Langgedichte des 20. Jahrhunderts.
Aktualisiert: 2019-12-19
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Wer ich bin. Über das Zusammenfügen von Teilen

Wer ich bin. Über das Zusammenfügen von Teilen von Böhmer,  Paulus, Endres,  Ria
»So viel Welt wie bei ihm findet man selten im Gedicht.« Christoph Schröder Paulus Böhmer ist der Meister des rhythmisch-epischen Langgedichts. WER ICH BIN, das ist moderne Lyrik, die von jungen Dichtern angestrebt wird, rauschhaft und nüchtern zugleich: »Keiner von uns wird aus Liebe sterben.« »Die Gedichte, die dieser Band enthält, funktionieren gut und gerne als Einführung in sein Werk. »Werichbin« und »Über das Zusammenfügen von Teilen« unternehmen den Versuch, den Raum zwischen Himmel und Erde zu umfassen – alle Sackgassen inbegriffen, die ein solches Vorhaben mit sich bringt. Bisher ist Böhmer vorrangig als poets‘ poet in Erscheinung getreten und hat bislang keinen Zuspruch von einer größeren Leserschar erhalten. Obwohl seine literarische Stimme eine eminent wichtige, wenn nicht sogar eine äußerst zeitgenössische ist, die abseits des Surrealismus erklingt. Das wacklige Konzept mit Namen »Sinn« zeigt weithin sichtbare Risse, die nicht mit noch mehr Fiktion verschleiert, sondern offengelegt werden sollen: Seht her, in dieser Wüste schreibe ich, mache aber eine Kunst daraus. Böhmer lesen heißt, sich in Hingabe zu üben. Seine unfreundliche Textlandschaft zu betreten bedeutet nicht, sich von jeder Grundwahrheit zu lösen, sondern neue Gewissheit zu finden: Nach jedem Blitz entsteht Raum für etwas Neues.« Matthias Friedrich, Literaturkritik.de »Böhmer schert sich nicht um Moden, um die Einflüsterungen des Zeitgeistes und um ästhetische Konventionen.«
Aktualisiert: 2023-03-20
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