Herwarth Waldens „Sturm“ und die Architektur

Herwarth Waldens „Sturm“ und die Architektur von Hodonyi,  Robert
Der Name war Programm: Um 1910 erprobten Schriftsteller, bildende Künstler und Architekten gemeinsam in Herwarth Waldens Zeitschrift 'Der Sturm' den Aufstand gegen den spießbürgerlichen Mief des Wilhelminismus, der wie von einer Naturgewalt hinweggefegt werden sollte. Im 'Sturm' erschienen unter anderem die verstörende Prosa Alfred Döblins, die Unruhe verbreitenden Zeichnungen von Oskar Kokoschka oder das begeistert begrüßte Architekturmanifest 'Glasarchitektur' von Paul Scheerbart. Aber auch den Brücke-Künstlern, dem Blauen Reiter, den Futuristen, Kubisten, Konstruktivisten und den späteren Bauhaus-Protagonisten boten die Zeitschrift und ab 1912 die Kunstgalerie 'Der Sturm' ein Podium. Die Arbeit untersucht erstmalig systematisch den Stellenwert der Architektur im Kulturnetzwerk dieser wirkungsmächtigen Zeitschrift. Sie zeigt auf, wie multilateral die neuen Kunstbewegungen um 1910 insgesamt von Architektur und architektonischen Ideen geprägt waren.
Aktualisiert: 2020-05-13
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„Der Sturm muss brausen in dieser toten Welt“

„Der Sturm muss brausen in dieser toten Welt“ von Vock,  Petra J
"Kunst und Politik haben nichts miteinander zu tun." (Herwarth Walden) Herwarth Waldens 'Sturm' stand während der Zeit des Ersten Weltkriegs im Zeichen der Wortkunst, einer neuen poetologischen Programmatik, die auf der formal avancierten Lyrik August Stramms basierte. Aufgrund dieser zuallererst kunst- und dichtungstheoretischen Ausrichtung hat man bisher angenommen, der Krieg habe im 'Sturm' keine Rolle gespielt. Eine solche Betrachtung greift jedoch zu kurz. Zum einen nämlich zeigen sich in vielen Essays, Kommentaren und Nachrufen des 'Sturm' der Kriegsjahre Kunstprogrammatik und zeitgeschichtlicher Hintergrund komplex verschränkt. Angesichts der Tatsache, daß Walden, unterstützt von seiner schwedischen Frau Nell sowie seiner aus den Niederlanden stammenden Sekretärin Sophie van Leer, während des Weltkrieges für die Auslandspropaganda der deutschen Regierung tätig war, gewinnt dieser Aspekt zusätzlich an Brisanz. Zum anderen aber war der Krieg ab Herbst 1914 Thema der Lyrik des 'Sturm'. Orientiert an Stramms Wortkunst publizierten zahlreiche junge Autoren, unter ihnen Franz Richard Behrens, Otto Nebel, Wilhelm Runge und Kurt Heynicke, Kriegsdichtung in Waldens Zeitschrift und versuchten, die Erfahrung des modernen Krieges literarisch zu verarbeiten. Unter Einbezug zahlreicher bislang unausgewerteter Archivbestände bietet die vorliegende Studie eine literarhistorische Würdigung der bisher lediglich als 'Stramm-Epigonen' präsenten unbekannteren 'Sturm'-Lyriker. Darüber hinaus aber versteht sie sich als Aufarbeitung der von Widersprüchen durchsetzten Repräsentation des Krieges im Künstlerkreis um Herwarth Walden, scheint doch gerade innerhalb eines interpretatorischen Koordinatensystems, wie es der 'Sturm' der Kriegsjahre mit seinem komplexen historisch-politischen, publizistischen und poetologischen Kontext bietet, eine Annäherung an die Frage nach dem Verhältnis von Ethik und Ästhetik in der Darstellung des modernen Krieges fruchtbar und aussichtsreich.
Aktualisiert: 2020-01-10
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Die literarische Moderne und Westfalen

Die literarische Moderne und Westfalen von Sudhoff,  Dieter
Dieter Sudhoffs Monographie über Die literarische Moderne und Westfalen, die 2001 von der Universität Paderborn als Habilitationsschrift angenommen wurde, widmet sich einer vernachlässigten Kulturlandschaft und korrigiert das bisherige Vorurteil, Autoren aus der Provinz Westfalen hätten keinen Anteil an der Entwicklung der Moderne gehabt und nur zu einer konservativen Regionalliteratur beigetragen. Im Mittelpunkt der Arbeit, die eingeleitet wird durch allgemeine Darstellungen zur Entwicklung der westfälischen Literatur und Skizzen zu den innovativen Autoren der vorletzten Jahrhundertwende, den Brüdern Hart, Peter Hille, Julius Petri, Otto zur Linde und Max Bruns, stehen umfassende literarhistorische, biographische und werkanalytische Porträts markanter und doch oft randständiger oder vergessener Protagonisten der 'Frühen Moderne' aus Westfalen. Die genialen Dilettanten Adolf von Hatzfeld und Gustav Sack gehören ebenso zu dieser weitgehend unentdeckten und doch faszinierenden Topographie wie Josef Winckler, Paul Zech und Erich Grisar als Vertreter einer neuen Dichtung der Industrie- und Arbeitswelt oder die expressionistischen Sondergänger August Stramm, Wilhelm Stolzenburg, Reinhard Koester und Hans Siemsen. An der Grenze zwischen Tradition und Moderne sind die Autoren Friedrich Sieburg, Hertha Koenig, Viktor Meyer-Eckhardt, Karl Röttger und Hugo Wolfgang Philipp zu entdecken, am verspäteten Übergang zur Gegenwart stehen Peter Paul Althaus, Erich Jansen und Ernst Meister. Eine gleichförmige literarische Landschaft konnten und wollten diese Autoren nicht formen, dazu waren sie zu sehr Einzelgänger und Solipsisten; ihrer westfälischen Eigenwilligkeit aber sind Konturen der Moderne zu danken, die fortan nicht mehr übersehen werden sollten.
Aktualisiert: 2019-11-18
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Jazz und Lyrik

Jazz und Lyrik von Stramm,  August
Alfred Döblin äußerte 1915 anlässlich des Todes von August Stramm „Ich weiß keinen, der so, ohne zu spielen und Faxen zu machen, mit der deutschen Sprache gewaltsam umgesprungen wäre, als mit einem Stoff, den er bezwang und der nicht ihn bezwang. Niemand war von so vorgetriebenem Expressionismus in der Literatur; er drehte, hobelte, bohrte an der Sprache, bis sie ihm gerecht wurde. Seine Sachen sind… puritanisch echt und unnachgiebig.“ Im Zentrum von Stramme radikalem literarischen Schaffen stand der existentielle Lebenskampf – nicht nur in seinen Kriegsgedichten, sondern auch in seiner Liebeslyrik, in der es ebenfalls um Kampf, Trieb, Leiderfahrung geht. Dem vorliegenden Live-Mitschnitt liegen seine Gedichtbände „Du“ (1915) und „Tropfblut“ (postum 1919) sowie briefliche Zeugnisse zugrunde. Stramms avantgardistisches Schreiben steht in einem bizarren Gegensatz zu seinem bürgerlichen Leben. Er war Postinspektor im Reichspostministerium und ranghoher Militär, der als Offizier an siebzig Gefechten und Schlachten teilnahm. Er wurde 1874 in Münster geboren und lebte seit 1905 in Berlin Er fiel 1915 im Ersten Weltkrieg in Grodek (heute Ukraine).
Aktualisiert: 2019-11-18
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August Stramm

August Stramm von Adler,  Jeremy, Anz,  Thomas, Drews,  Jörg, Heißenbüttel,  Helmut, Jordan,  Lothar, Krämer,  Andreas
'august stramm hat für mich in der dichtung eine ähnlich zentrale bedeutung wie arnold schönberg in der musik und wassily kandinsky in der bildenden kunst.' gerhard rühm 2. Sep. 90 IC 'Theodor Storm', Münster - Hbg. Review: 3 bis 4 Tage lang Rede-manu Stramm vorbereitet und mich dabei - leider - lieber - in meinen eigenen Lyridenhimmeln verloren. Dann 1 x leise gelesen, 1 x laut gelesen, vor allem Stramm gelesen, der ja ziemliche Brocken vorlegt und auf Entertainerebene gar nicht mehr zu packen ist. [.] Hatte null Bammel, und das nicht ohne pädagogischen Bedacht entworfene Konzept (Lesung - Erläuterungen - eigene frühe Eindrücke und Aneignungen - dann wieder Lesung) ging zur allgemeinen Zufriedenheit auf. Selbst die lindwurmlange Lebensfuge 'Die Menschheit' ging mir als lyrisch-musikalische Satzfolge überraschend flüssig vom Mund, sodaß ich von dem Übereinklang von erhämmertem Wortmaterial und organischem Brustton selbst ganz ergriffen war und, als tönendes Medium, ergriff. Peter Rühmkorf
Aktualisiert: 2019-11-18
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Herwarth Waldens „Sturm“ und die Architektur

Herwarth Waldens „Sturm“ und die Architektur von Hodonyi,  Robert
Der Name war Programm: Um 1910 erprobten Schriftsteller, bildende Künstler und Architekten gemeinsam in Herwarth Waldens Zeitschrift 'Der Sturm' den Aufstand gegen den spießbürgerlichen Mief des Wilhelminismus, der wie von einer Naturgewalt hinweggefegt werden sollte. Im 'Sturm' erschienen unter anderem die verstörende Prosa Alfred Döblins, die Unruhe verbreitenden Zeichnungen von Oskar Kokoschka oder das begeistert begrüßte Architekturmanifest 'Glasarchitektur' von Paul Scheerbart. Aber auch den Brücke-Künstlern, dem Blauen Reiter, den Futuristen, Kubisten, Konstruktivisten und den späteren Bauhaus-Protagonisten boten die Zeitschrift und ab 1912 die Kunstgalerie 'Der Sturm' ein Podium. Die Arbeit untersucht erstmalig systematisch den Stellenwert der Architektur im Kulturnetzwerk dieser wirkungsmächtigen Zeitschrift. Sie zeigt auf, wie multilateral die neuen Kunstbewegungen um 1910 insgesamt von Architektur und architektonischen Ideen geprägt waren.
Aktualisiert: 2019-11-18
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Die Lyrik August Stramms

Die Lyrik August Stramms von Iwertowski,  Sven
August Stramm (1874-1915) ist ein Dichter der Gegensätze. Auf der einen Seite hoher preußischer Postbeamter und pflichtbewusster Soldat, ist er auf der anderen Seite ein entschiedener Verfechter der Avantgarde. Dies zeigt vor allem seine Lyrik, die sich gegen erstarrte Konventionen wendet. Stramms Texte – Lyrik, Prosa, Dramen – gelangten erstmals in einer der radikalsten Zeitschriften der Zeit, Herwarth Waldens „Sturm“, zum Abdruck. Sie beeinflussten Generationen von Autorinnen und Autoren bis in die Gegenwart hinein. Dieses Buch versucht, die Stramm-Forschung auf eine neue Basis zu stellen. Erstmals werden zu sämtlichen Gedichten Stramms die bislang weitgehend unbeachteten Vorfassungen geboten. Das eröffnet neue Interpretationsansätze und erlaubt Rückschlüsse auf weltanschauliche Hintergründe und die Rezeptionsgeschichte der Stramm’schen Lyrik.
Aktualisiert: 2019-10-29
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„Der Sturm muss brausen in dieser toten Welt“

„Der Sturm muss brausen in dieser toten Welt“ von Vock,  Petra J
"Kunst und Politik haben nichts miteinander zu tun." (Herwarth Walden) Herwarth Waldens 'Sturm' stand während der Zeit des Ersten Weltkriegs im Zeichen der Wortkunst, einer neuen poetologischen Programmatik, die auf der formal avancierten Lyrik August Stramms basierte. Aufgrund dieser zuallererst kunst- und dichtungstheoretischen Ausrichtung hat man bisher angenommen, der Krieg habe im 'Sturm' keine Rolle gespielt. Eine solche Betrachtung greift jedoch zu kurz. Zum einen nämlich zeigen sich in vielen Essays, Kommentaren und Nachrufen des 'Sturm' der Kriegsjahre Kunstprogrammatik und zeitgeschichtlicher Hintergrund komplex verschränkt. Angesichts der Tatsache, daß Walden, unterstützt von seiner schwedischen Frau Nell sowie seiner aus den Niederlanden stammenden Sekretärin Sophie van Leer, während des Weltkrieges für die Auslandspropaganda der deutschen Regierung tätig war, gewinnt dieser Aspekt zusätzlich an Brisanz. Zum anderen aber war der Krieg ab Herbst 1914 Thema der Lyrik des 'Sturm'. Orientiert an Stramms Wortkunst publizierten zahlreiche junge Autoren, unter ihnen Franz Richard Behrens, Otto Nebel, Wilhelm Runge und Kurt Heynicke, Kriegsdichtung in Waldens Zeitschrift und versuchten, die Erfahrung des modernen Krieges literarisch zu verarbeiten. Unter Einbezug zahlreicher bislang unausgewerteter Archivbestände bietet die vorliegende Studie eine literarhistorische Würdigung der bisher lediglich als 'Stramm-Epigonen' präsenten unbekannteren 'Sturm'-Lyriker. Darüber hinaus aber versteht sie sich als Aufarbeitung der von Widersprüchen durchsetzten Repräsentation des Krieges im Künstlerkreis um Herwarth Walden, scheint doch gerade innerhalb eines interpretatorischen Koordinatensystems, wie es der 'Sturm' der Kriegsjahre mit seinem komplexen historisch-politischen, publizistischen und poetologischen Kontext bietet, eine Annäherung an die Frage nach dem Verhältnis von Ethik und Ästhetik in der Darstellung des modernen Krieges fruchtbar und aussichtsreich.
Aktualisiert: 2020-01-10
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