Krise als Regierungskunst

Krise als Regierungskunst von Creutz,  Daniel, Gentili,  Dario
Krisen beherrschen den Epochenwechsel, den wir momentan durchleben. Die Wirtschaft befindet sich in der Krise, aber auch die Politik ist in einer Krise, zumindest wie wir sie im vergangenen Jahrhundert kennengelernt haben, und ebenso unsere individuellen Existenzen, die durch die Schwankungen des Arbeitsmarktes und die Auflösung sozialer und politischer Bindungen überaus verwundbar geworden sind. Im Gegensatz dazu, was eine bestimmte Tradition uns glauben machen will, geht diese Krise nicht vorbei: Sie scheint dauerhaft geworden zu sein, ohne jeden Ausweg, alternativlos. Mit der Rekonstruktion einer politischen Genealogie des Begriffs, die sich von der griechischen Welt bis hin zum heutigen Neoliberalismus erstreckt, möchte dieses Buch den Nachweis führen, dass die Krisis in ihrer Bedeutung einer „Entscheidung“ zwischen Revolution und Konservation eine Besonderheit der Moderne darstellt, während der Begriff von „Krise“ sich an seinem Ursprung wie auch noch heute als eines der wirksamsten Instrumente sozialer Disziplinierung und einer Verwaltung der bestehenden Ordnung erweist. Der analytische Weg des Autors, der von der Rechtswissenschaft und Medizin der Antike bis hin zur gegenwärtigen Technokratie reicht und dabei über die „Waffen der Kritik“ von Marx und Gramsci verläuft, gelangt schließlich dahin, in der Prekarität als Regierungskunst die der Krise zugehörige „Lebensform“ auszumachen. Dabei geht er auch der pragmatischsten aller Fragen nicht aus dem Weg: „Wie lässt sich das Feld der politischen Alternativen wieder öffnen?“.
Aktualisiert: 2019-04-11
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Wiederkehr des Menschen

Wiederkehr des Menschen von Schmidt,  Thomas E.
Als Chiffre des technischen Fortschritts im »Westen« der Welt hat sich neuerdings die Digitalisierung durchgesetzt. Dieses Durchsetzen jenes ausgezeichneten Vorstellungskomplexes »Digitalisierung« in der Verständigung der Gesellschaften über sich, eine Idee, die in den meisten Selbstdeutungen der Gegenwart inzwischen die Position eines »Grundes« einnimmt und sogar neue Verhaltenslehren abzuleiten ermöglicht und unerwünschte abzuweisen, verwandelt die Digitalisierung wiederum. Sie ist dann nichts Technisches mehr, sondern wird zu einer Leitidee, nach welcher sich Gesellschaften tatsächlich ausrichten. Was geschieht in und mit der Gesellschaft, wenn sie den Gedanken und den Prozess der Digitalisierung exklusiv für sich reklamiert und ihn universalisiert? Dieser Frage gehen die Beiträge dieses Bandes nach, aus unterschiedlichen Perspektiven und eher am Phänomen ausgerichtet – ohne den Anspruch, dabei eine in sich schlüssige und einheitliche Theorie der sich verändernden Gesellschaft zu entwerfen. Die Verdoppelung des Daseins in Datensätzen und die Rückkopplung des Imitierten und Simulierten ins analoge Leben hinein – vor allem aber das Schillern der algorithmischen Eigenexistenz, die nicht mehr dem Original entspricht und es trotzdem fortzuentwickeln beginnt, all das zwingt den Einzelnen dazu, sein seelisch und körperlich Erlebtes mit einer Veränderungskraft zu konfrontieren, von der es heißt, sie lasse nichts und niemanden ungeschoren, schon gar nicht die Vorstellungen, in denen die Menschen bisher ihr Leben geführt und geordnet hatten. Die Digitalisierung ist nicht nur ein »objektives«, in Apparaten oder auf Märkten sich abspielendes Geschehen, sondern sie ist genauso eine Anpassungsleistung des Einzelnen. Und keine Instanz, die mit dem Kollektivsubjekt »der Gesellschaft« identisch wäre, ist imstande, ein abschließendes und endgültiges Urteil über den Erfolg der Digitalisierung zu fällen, ob sie im Kern gut oder schlecht sei, ob sie tauge oder ob man sie doch irgendwann wieder vergessen könne. Eine gewichtige Kulturkritik warnte noch vor ihren verderblichen Folgen, während die digitale Technik längst schon selbstverständlich genutzt wurde. Und weder ist diese Kritik inzwischen verstummt, noch hat die Verklärung des Digitalen als ein Menschheitstraum nachgelassen. Individuen, Familien, Gemeinschaften, Institutionen und Teilsysteme der Gesellschaft entscheiden für sich, wie intensiv ihre Nutzung ausfällt – was nicht heißt, dass der Durchsetzungsprozess ergebnisoffen wäre. Mag er stets von ökonomischen, politischen und persönlichen Interessen überlagert sein, als solcher ist der Prozess zu breit und zu vielgestaltig, um aus einem verborgenen Zentrum heraus gesteuert zu werden oder um einer Manipulation mit langem Atem zu unterliegen. In Hinblick auf ihre eigenen Belange ist Gesellschaft nicht formiert. Das kontroverse Geschehen ist die Adaption des Neuen, ist die Veränderung selbst, in zeitlicher Erstreckung und als Spektrum widerstreitender Haltungen. Der epochale Wandel ist deswegen eher ein »Spiel«, wenn auch ein ernstes. An ihm kann, vielleicht auch muss ein jeder mit einer je eigenen Strategie teilnehmen. Und das Spiel kreist um Wahrheit.
Aktualisiert: 2019-01-23
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Rembrandt-Zoom

Rembrandt-Zoom von Diehl,  Volker, Jackson,  Hendrik, Szilvashi,  Tiberiy, Velminski,  Wladimir
»Kreativität als Lebensprinzip bezeichnet die Möglichkeit permanenter Revision des Bestehenden.« — Tiberiy Szolvashi ist ein bekannter Vertreter der modernen ukrainischen Kunst. Berüchtigt ist er nicht nur für seine malerischen monochromatischen Arbeiten, sondern auch für theoretische Texte. In diesen analysiert er die wesentlichen Merkmale der Malerei, Zeichnung, Street Art, und bietet auch einen persönlichen Blick auf die Arbeit von Künstlern wie Rembrandt, Giorgio de Chirico und zahlreichen Vertretern ukrainischer Kunst.
Aktualisiert: 2019-02-04
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Ästhetik der Erniedrigung

Ästhetik der Erniedrigung von Mühlhoff,  Birthe, West,  Adrian Nathan
Was sehen wir, wenn wir Bilder vom Sex sehen? Pornografie arbeitet sich in immer extremere Formen und Formate vor. Produzenten, Befürworter und Konsumenten von Pornos verlassen sich auf eine Mischung aus vorsätzlicher Unwissenheit und unverhohlener Aggressivität, um einer ernsthaften Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen. Die Debatte über Gewalt gegen Frauen in der Pornowelt wird allzu oft sehr technisch, bzw. legalistisch geführt. Doch worin bestehen die moralischen und psychologischen Folgen der Merkantilisierung des Missbrauchs? Adrian Nathan West sucht mit seiner ungeschönten literarischen und theoretischen Auseinandersetzung nach neuen Wegen, um das Unbehagen an gewalttätiger Pornografie aus der Perspektive des Betrachters zu untersuchen. Das Buch, eine Kombination aus Roman, Erinnerung und Essay, stellt eine riskante Lektüre dar: »...ein bemerkenswerter Roman-Essay, der dieses schwierige Feld couragiert angeht und die Erniedrigung von Frauen in Hardcore-Pornos als Extrembeispiel einer entfesselten Kommerzialisierung der Grausamkeit untersucht.« Times Higher Education
Aktualisiert: 2018-12-15
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Metaphysik zur Zeit

Metaphysik zur Zeit von Avanessian,  Armen
»Metaphysik zur Zeit« unternimmt den Versuch, die Bedeutung der großen metaphysischen Kategorien für die Gegenwart wieder fruchtbar zu machen: Indem es aufzeigt, wie die gegenwärtige Misere uns geradewegs dazu zwingt, sich dieser Kategorien wieder anzunehmen und ihnen zugleich eine radikal neue Wendung zu geben. Angeregt von der Umwertung des Absoluten in der zeitgenössischen spekulativen Philosophie, nimmt sich Armen Avanessian aufs Neue Kategorien wie Substanz und Akzidens, Form und Materie, Leben und Tod vor, um sie in jäher Weise umzukrempeln. Was, wenn die Idee von den Akzidenzien oder vielmehr Unfällen etwa die vielen neuen Arten an Funktionsstörungen, Pannen, Abstürzen und dergleichen (vom Finanzsystem bis zur Ökologie, von technologischen Katastrophen bis hin zu gesellschaftlichen Umbrüchen) berücksichtigen müsste, welche unsere Kultur durchdringen und unseren Nachrichtenalltag bestimmen? Sollten wir nicht mittlerweile besser davon ausgehen, dass Risiko und Zufall Teil der Substanz unserer Welt geworden sind, und damit die Unterscheidung zwischen Substanz und Akzidens/Unfall radikal neu zu denken ist? Das Buch unterzieht zentrale metaphysische Begriffe und Unterscheidungskriterien einem unnachsichtigen Stresstest, aus dem eine neue Form der Metaphysik hervorgeht, in der die dringlichsten Realien des 21. Jahrhunderts stets an die grundlegendsten Kategorien des Denkens zurückgekoppelt werden. »Metaphysik zur Zeit« ist so spekulativ wie pragmatisch, so begriffsstark wie konkret, eine Tour-de-Force, die dem abgebrühtesten Philosophen als auch dem abgefeimtesten Kulturtheoretiker den Kopf verdrehen wird. Anstatt Argumente und Theorien auf akademisch biedermeierliche Weise einzusortieren, changiert der Text zwischen Einblicken und Eindrücken, Fragmenten und Thesen, die instantan vermitteln, wie zeitgenössische Prosa gelesen sein will. Oder, genauer gesagt: wie sich post-zeitgenössische Prosa anfühlt – denn eines der Hauptbegehren von »Metaphysik zur Zeit« ist es, uns aus der Sackgasse Gegenwart herauszuführen und zu spiegeln, wie die Zukunft durch die Erneuerung unserer Kategorien, Begriffe und Ideen bereits an und in uns arbeitet. Armen Avanessian (*1973), Philosoph und Literaturwissenschaftler.
Aktualisiert: 2018-11-01
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Petre Otskheli. In Flammen der Zeit

Petre Otskheli. In Flammen der Zeit von Jandieri,  Kote, Kalandia,  George, Velminski,  Wladimir, Zakharov,  Vadim
Sowjetunion 1937. Der 29-jährige georgische Künstler Petre Otskheli wird verhaftet und unter einer konstruierten Anklage wegen Landesverrats hingerichtet. Trotz seines frühen Todes hat Otskheli mit seinem szenografischen Konstruktivismus die Film- und Theaterlandschaft der Avantgarde geprägt. Das Geheimnis der Einfachheit und Monumentalität von Otskhelis Werken liegt in seinen Verweisen auf die Natur als Quelle der Fortbildung. Der Band stellt diese Arbeiten vor und dokumentiert erstmalig das Verhör des Künstlers vor seiner Hinrichtung.
Aktualisiert: 2019-02-21
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Gebirgspass

Gebirgspass von Pepperstein,  Pavel, Rajer,  Maria, Razumov,  Ivan, Velminski,  Wladimir
Pavel Peppersteins Geschichten aus dem Gebirgspass sind eine Art Wunderkammer des 20. Jahrhunderts. Models, Terroristen, Nazis, Priester, Spione und Revolutionärinnen führen erbitterte Kämpfe gegeneinander, die der Autor in eine Sprache voller Leichtigkeit packt. Popstars wie David Bowie, Britney Spears, Michael Jackson und Jennifer Lopez, angeführt von Madonna, reiten wie apokalyptische Reiter durch die russische Steppe und treffen auf Grössen des russischen Showbusiness. Die Gefechte der Figuren verwebt Pepperstein mit Denkmustern aus der Philosophie, Theologie und Literatur, macht Ausflüge in die Antike und bleibt dabei doch immer Agent der Zukunft.
Aktualisiert: 2018-11-15
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Probleme der Künstlichen Intelligenz

Probleme der Künstlichen Intelligenz von Wiener,  Oswald
War Wittgensteins Traktat „ein metaphysisches Gedicht über die Aussagenlogik“ (Georg Kreisel), so ist Wieners Text eine Metaphysik der Turing-Maschine. Gerade aus der Selbstbeobachtung heraus, diesem Tabu der wissenschaftlichen Methodik des 20. Jahrhunderts, wirft er einen Blick auf die (T-)Maschinen im Geist, statt auf den Geist in der Maschine.
Aktualisiert: 2018-07-02
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