1963 – ein Wendepunkt zur demokratischen Öffnung der jugendbewegten Bünde der Nachkriegszeit
Aktualisiert: 2023-06-28
Autor:
Rüdiger Ahrens,
Hartmut Alphei,
Günter C. Behrmann,
Knut Bergbauer,
Helmut Donat,
Roland Eckert,
Gudrun Fiedler,
Hans Heintze,
Romin Heß,
Susanne Heyn,
Eckard Holler,
Arno Klönne,
Oskar Kröher,
Erdmann Linde,
Elisabeth Meyer,
Kristian Meyer,
Yorck-Philipp Meyer-Dieckert,
Hannes Moyzes,
Gerhard Neudorf,
Simon Nußbruch,
Susanne Rappe-Weber,
Jürgen Reulecke,
Franz Riemer,
Renate Rosenau,
Fritz Schmidt,
Norbert Schwarte,
Kay Schweigmann-Greve,
Alexander Schwitanski,
Detlef Siegfried,
Barbara Stambolis,
David Templin,
Hans-Ulrich Thamer
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1963 – ein Wendepunkt zur demokratischen Öffnung der jugendbewegten Bünde der Nachkriegszeit
Aktualisiert: 2023-06-28
Autor:
Rüdiger Ahrens,
Hartmut Alphei,
Günter C. Behrmann,
Knut Bergbauer,
Helmut Donat,
Roland Eckert,
Gudrun Fiedler,
Hans Heintze,
Romin Heß,
Susanne Heyn,
Eckard Holler,
Arno Klönne,
Oskar Kröher,
Erdmann Linde,
Elisabeth Meyer,
Kristian Meyer,
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Jürgen Reulecke,
Franz Riemer,
Renate Rosenau,
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1963 – ein Wendepunkt zur demokratischen Öffnung der jugendbewegten Bünde der Nachkriegszeit
Aktualisiert: 2023-06-28
Autor:
Rüdiger Ahrens,
Hartmut Alphei,
Günter C. Behrmann,
Knut Bergbauer,
Helmut Donat,
Roland Eckert,
Gudrun Fiedler,
Hans Heintze,
Romin Heß,
Susanne Heyn,
Eckard Holler,
Arno Klönne,
Oskar Kröher,
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Elisabeth Meyer,
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Aktualisiert: 2023-05-29
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1963 – ein Wendepunkt zur demokratischen Öffnung der jugendbewegten Bünde der Nachkriegszeit
Aktualisiert: 2023-05-28
Autor:
Rüdiger Ahrens,
Hartmut Alphei,
Günter C. Behrmann,
Knut Bergbauer,
Helmut Donat,
Roland Eckert,
Gudrun Fiedler,
Hans Heintze,
Romin Heß,
Susanne Heyn,
Eckard Holler,
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Oskar Kröher,
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Elisabeth Meyer,
Kristian Meyer,
Yorck-Philipp Meyer-Dieckert,
Hannes Moyzes,
Gerhard Neudorf,
Simon Nußbruch,
Susanne Rappe-Weber,
Jürgen Reulecke,
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David Templin,
Hans-Ulrich Thamer
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Bei Führungen im Konzentrationslager Flossenbürg erfährt der Besucher viel von Dietrich Bonhoeffer. Die anderen, hier und in Sachsenhausen am 9. April 1945 Hingerichteten, finden hingegen kaum Beachtung. Das vorliegende Buch bringt in Erinnerung, was bislang im Verborgenen schlummerte. Dazu zählen der bestimmende Einfluss Hans von Dohnanyis auf seinen Freund und Schwager Dietrich sowie die besondere Rolle von Admiral Wilhelm Canaris. Ebenso die Frage, warum der Widerstand der Deutschen Abwehr entdeckt worden ist und die Grausamkeiten in Flossenbürg und Sachsenhausen Mord waren. Neben Überlegungen zum „christlichen Widerstand“ beleuchtet der Autor die zweifelhafte Haltung von Bonhoeffers Mitkämpfer Josef Müller.
Aktualisiert: 2023-04-27
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Was Oskar Stillich (1872-1945), Agrarökonom und Soziologe, Pazifist und Dozent an der Berliner Humboldt-Hochschule (bis 1933), in seinem „Deutschvölkischen Katechismus“ zu Tage gefördert hat, ist beispiellos. In dem ersten Heft stellt er die Ansichten und Theorien all jener reaktionären Gruppen vor, die sich einst „deutschvölkisch“ nannten. Was im Einzelnen in leicht verständlicher Weise dargelegt wird, ist heute noch aktuell. Ihr Inhalt enthüllt die Gedankenwelt, aus der Fremdenhass, Deutschtümelei, Antisemitismus, Brand- und Mordanschläge herausgewachsen sind und sich tradiert haben. Selten findet sich auf so knappem Raum solch eine Fülle wesentlichen Materials zusammengedrängt. Ein verdienstvolles Werk und ein Angebot, deutschvölkisches Denken und die damit einhergehende Mentalität zu überwinden.
Aktualisiert: 2022-10-10
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Auf dem Friedhof der Fraueninsel im Chiemsee steht seit 1953 ein Ehrenmal für den NS-Kriegsverbrecher Alfred Jodl, der als leitender Offizier im Oberkommando der Wehrmacht für die Planung von Vernichtungskriegen verantwortlich war. Das Nürnberger Internationale Militärtribunal verurteilte ihn 1946 zum Tode durch den Strang. Doch bis heute wird Jodl auf der Fraueninsel die Ehre erwiesen. Bislang scheiterten alle Versuche, den Huldigungen des Massenmörders Einhalt zu gebieten. Auch den Aktionen und Eingriffen des Künstlers Wolfram Kastner an dem einst illegal errichteten Kenotaph blieb bislang der Erfolg versagt. Stattdessen ist er besonderer Strafverfolgung und gerichtlichen Fehlurteilen ausgesetzt. Das Eigentumsrecht hat für die Justiz einen höheren Wert als die Freiheit der Meinung und der Kunst. Selbst das Bundesverfassungsgericht spricht den Interventionen, weil nicht „interpretationsoffen“, die Kunstfreiheit ab. Gegen die anmaßende Definition der Richter, was als Kunst zu gelten hat, klagt W. Kastner nun wegen Rechtsbeugung. Derweil behauptet sich die Schandmal-Erinnerung an Jodl.
Eine Dokumentation, die offenbart, wie die Justiz und Politik für den Kriegsverbrecher Jodl eine Lanze – und über seinen pazifistisch ambitionierten Gegner den Stab brechen.
Aktualisiert: 2022-06-23
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Hans Mayer hat Theodor Lessings „Einmal und nie wieder“ als seine bedeutendste Veröffentlichung bezeichnet – „als Aufschreibung seiner Jugendgeschichte und als Liebeserklärung an Hannover“. Aber die „Lebenserinnerungen“ sind mehr. Sie legen Zeugnis ab von dem Versuch, den Werdegang und das Schicksal eines geistigen Menschen zu deuten. Kaum jemand hat sich im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in deutschen Gefilden so aufrichtig und redlich wie Lessing bemüht, bei der Schilderung seines Weges nichts zu beschönigen – selbst auf die Gefahr hin, seinen Gegnern und Feinden durch das Bekennen eigener Schwächen und Peinlichkeiten in die Hände zu spielen.
Wegen einer kritischen Glosse über den damals in Hannover lebenden Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg ist im Jahre 1925 gegen den „Juden, Pazifisten und Sozialisten“ eine Hetzkampagne von völkisch-nationalistischen Kreisen entfacht worden, die ein Jahr später zum Entzug von Lessings Lehrbefugnis an der Technischen Hochschule Hannover führte. Am 30. August 1933 erschossen ihn sudetendeutsche Nationalsozialisten im tschechoslowakischen Exil in Marienbad.
Seine Erinnerungen, seit langem vergriffen und anlässlich seines 150. Geburtstages nun wieder aufgelegt, offenbaren seinen „philosophischen Pessimismus“. Zusammen mit den Beiträgen von Helmut Donat, Otokar Fischer, Hans Mayer, Rolf Wernstedt und Jörg Wollenberg verdeutlichen sie aber auch seinen Willen, sich der „Selbstzerstörung des Menschen durch den Menschen“ entgegen zu stellen und den Raubbau des Menschen an der Natur zu stoppen. Lessings Warnungen vor dem „Untergang der Erde am Geist“ – so der Titel eines seiner wichtigen Bücher – sind aktuell wie nie und zugleich Erbe und Auftrag.
Aktualisiert: 2023-02-09
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Hinter einem „Zero“ lauert stets ein „Nero“, warnte Theodor Lessing Ende April 1925 im „Prager Tagblatt“ in einem Artikel vor Paul von Hindenburg – eine Voraussage, die ihresgleichen sucht.– Kommt der Landeshauptstadt Hannover eine besondere erinnerungspolitische Verantwortung für Theodor Lessing zu, wenn es um die Hindenburgstraße geht? Auf diese Frage gibt die vorliegende Streitschrift ebenso klare wie überraschende Antworten – zugleich ein Plädoyer dafür, bei der Debatte um Hindenburgstraßen künftig vor allem Theodor Lessing zu würdigen – und nicht weiter zu vergessen.
Aktualisiert: 2022-08-11
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Hans Paasche, wegen seiner Gegnerschaft zum Militarismus und Kolonialismus im Mai 1920 als Kapitänleutnant a.D. ein Opfer rechter Lynchjustiz, ist „modern“ geblieben. Seine Warnungen vor dem Raubbau an der Natur und der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen klingen wie Aufrufe aus unseren Tagen. Gleiches gilt für seine Absage an jedweden Versuch, deutsche und europäische Lebensformen in andere Teile der Welt zu exportieren. Ebenso treffen seine Aussagen zu Krieg und Frieden, zu Afrika und Europa, Eigensucht und Respekt vor Andersdenkenden, dem Umgang mit Tieren, der Umwelt, dem Alkohol und Fleischessen noch heute ins Mark. Sein ungewöhnliches Leben für eine bessere Zukunft ist ebenso wiederzuentdecken wie sein Appell „Ändert Euren Sinn!
Aktualisiert: 2022-06-30
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Der deutsche General Otto Liman von Sanders wurde bekannt als Befehlshaber der 5. osmanischen Armee, die er 1915 zum Sieg in der Schlacht um Gallipoli führte. In der Küstenregion von Smyrna rettete er Tausenden von Armeniern und Griechen (1916/17) sowie zahlreichen Juden in Palästina (1918) das Leben. Im Unterschied zu anderen deutschen Offizieren, von ihnen oft wegen seiner jüdischen Herkunft angefeindet, weigerte er sich, den Deportations- und Ausrottungsbefehlen des türkischen Innenministers Talat Pascha Folge zu leisten und drohte, gegen die Maßnahmen einzuschreiten. Aufgrund von Gerüchten und Verleumdungen geriet Liman von Sanders 1919 auf Malta in britische Kriegsgefangenschaft. Doch erwiesen sich die Vorwürfe, Kriegsverbrecher und am Völkermord an der Armeniern beteiligt zu sein, als haltlos – und er kehrte in seine Heimat zurück.
Ausgerechnet 100 Jahre nach dem Beginn des Genozids hat der Magistrat der Stadt Darmstadt seiner letzten Ruhestätte den Status eines Ehrengrabes aberkannt. Er hält ungeachtet der Verdienste Liman von Sanders‘ als Retter armenischer und griechischer Christen sowie von Menschen jüdischen Glaubens weiter an seiner Fehlentscheidung fest, dass deutsche Offiziere im Ersten Weltkrieg offenbar nichts Ehrenhaftes getan haben können. Die ausgewogene Biografie von Muriel Mirak-Weißbach kommt zu einem anderen Ergebnis. Ein Buch, dem Schritte folgen sollten.
Aktualisiert: 2022-06-30
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Das Buch erinnert an die im Zweiten Weltkrieg von der Militärjustiz zumeist hingerichteten Kriegsdienstverweigerer und fragt: Was hat die weithin unbekannten Menschen veranlasst, aus religiösen Gründen ihrem Gewissen treu zu bleiben? Was genau haben Franz Jägerstätter, Wilhelm Kempa oder Hermann Stöhr bewogen, Hitler die Gefolgschaft zu verwehren und lieber selbst zu sterben als andere in verbrecherischen Kriegen zu töten? Es sind erschütternde Zeugnisse von Mut, Wahrhaftigkeit, Gottvertrauen und dem Festhalten an christlichen Grundwerten. Die großen Kirchen, für einen „gerechten Krieg“ und Gehorsam gegenüber der Obrigkeit predigend, ließen sie allein. Neben bekanntem Material sind erstmals Dokumente wie Briefe, Fotos und weitere persönliche Zeugnisse veröffentlicht. Zudem beschreibt ein Kapitel die Mechanismen und verbrecherischen Maßnahmen der Wehrmachtsjustiz. Ebenso ist der Weg nachgezeichnet, wie nach langem Vergessen die einstmals diskriminierten und verfemten „Drückeberger“, Feiglinge“ und „Wehrkraftzersetzer“ zu Vorbildern geworden sind und viele von ihnen heute in den Kirchen als Märtyrer gelten. Ein Buch, das immer noch weit verbreitete Vorurteile widerlegt.
Aktualisiert: 2021-01-14
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Hans Paasche, der als Marineoffizier an der Niederwerfung von Aufständen in Ostafrika teilnahm und darüber zum Pazifisten wurde, lässt in neun Briefen des Afrikaners Lukanga Mukara seinem König Ruoma von einer Forschungsreise ins innerste Deutschland berichten. Sie sind gespickt mit bissigen und für uns Weiße und unsere „zivilisierte Gesellschaft“ nicht gerade schmeichelhaften Beobachtungen, die uns in schallendes Gelächter versetzen, das uns im nächsten Moment im Halse stecken bleiben kann. Ein Buch, das uns neu sehen lernen lässt und in seiner farbig-konkreten Schilderung noch dazu höchst unterhaltsam ist. In seinem Nachwort würdigt Iring Fetscher Hans Paasche als einen bedeutenden Kämpfer für Frieden, Natur- und Umweltschutz, der nichts an Aktualität eingebüßt hat. Helmut Donat beschreibt, welches Echo der von ihm vor vierzig Jahren wiederentdeckte Hans Paasche und dessen Lukanga Mukara bis heute in der deutschen Öffentlichkeit gefunden hat. Im Anhang ist als Beispiel für den heutigen Umgang von Jugendlichen mit der Sichtweise Lukanga Mukaras der „Zehnte Brief“ von Kamila Jaworska (Polen) wiedergegeben, die aus der Gegend stammt, in der sich einst Hans Paasches Gut „Waldfrieden“ befunden hat. Ebenso enthält die Neuausgabe Beiträge zum Gedenken an den 100. Todestag Hans Paasches sowie Lukanga Mukaras Blick auf die Deutschen und ihr Verhalten in der Corona-Krise.
Aktualisiert: 2021-05-27
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Von der Überzeugung durchdrungen, Deutschlands Weg in die Isolierung und Katastrophe ließe sich durch gründliche Umkehr und Abkehr vom Schwertglauben verhindern, wandelte sich eine Reihe von deutschen Offizieren zu Kriegsgegnern und Pazifisten. Als „Rufer in der Wüste“ nahmen sie Beschimpfungen und Verleumdungen, gesellschaftliche Ächtung und Ausgrenzung, Verfolgung und Vertreibung ins Exil auf sich – und warnten vor dem fortgesetzten Irrweg preußisch-deutscher Macht- und Gewaltpolitik. Ihr Konflikt mit den herrschenden Eliten offenbart, dass es neben der Kontinuität des Kriegskultes auch einen anderen Weg der Konfliktlösung gab. Umso mehr sind die pazifistischen Offiziere nach 1933 und, kurzfristig rehabilitiert, auch nach 1945 verdrängt und „vergessen“ bzw. vergessen gemacht worden. Ihre Wiederentdeckung, die auf gründlichen Recherchen ihrer Biographien beruht, stellt somit auch jene „Vergangenheitsbewältigung“ und „Erinnerungskultur“ in Frage, die aus vordergründigen Motiven die besten Traditionen der jüngeren deutschen Geschichte ausblendet.
Aktualisiert: 2021-03-18
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1963 – ein Wendepunkt zur demokratischen Öffnung der jugendbewegten Bünde der Nachkriegszeit
Aktualisiert: 2019-04-23
Autor:
Rüdiger Ahrens,
Günter C. Behrmann,
Knut Bergbauer,
Helmut Donat,
Roland Eckert,
Gudrun Fiedler,
Hans Heintze,
Romin Heß,
Susanne Heyn,
Eckard Holler,
Arno Klönne,
Oskar Kröher,
Erdmann Linde,
Elisabeth Meyer,
Kristian Meyer,
Yorck-Philipp Meyer-Dieckert,
Hannes Moyzes,
Gerhard Neudorf,
Simon Nußbruch,
Susanne Rappe-Weber,
Jürgen Reulecke,
Franz Riemer,
Renate Rosenau,
Fritz Schmidt,
Norbert Schwarte,
Kay Schweigmann-Greve,
Alexander Schwitanski,
Detlef Siegfried,
Barbara Stambolis,
David Templin,
Hans-Ulrich Thamer
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Von der Schuld des Kaiserreichs am Ersten Weltkrieg überzeugt,* fordert HansGeorg von Beerfelde, Junker und ehemaliger Gardeoffizier in der prominentesten Eliteeinheit des Kaisers, im November 1918 schonungslose Selbstkritik, Auseinandersetzung mit und Überwindung der Politik der „Großen Zeit der Lüge“, wie man die Kriegsjahre zu nennen pflegte. Als 2. Vorsitzender des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte drängt er, anders als Friedrich Ebert und seine Partei, auf die Entmachtung der Kriegsschuldigen, der Eliten des Kaiserreichs, und die Errichtung einer wirklichen, pazifistisch orientierten Republik. Zugleich erwartet er die Vorgerichtstellung derjenigen, die für den Tod von 17 Millionen Menschen verantwortlich sind – analog zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen von 1945/46. Beerfeldes Forderungen gelten als so gefährlich, dass er bereits nach wenigen Monaten ins Visier der Freikorps gerät und nur knapp mit dem Leben davon kommt. Fortan lässt die Weimarer Republik keine Gelegenheit aus, ihn zu bekämpfen und gesellschaftlich zu vernichten. Doch Beerfelde hält an der Bewältigung des Ersten Weltkrieges im Sinne der Abkehr von Militarismus und künftiger Gewaltpolitik fest. Damit setzt er sich zugleich in einen Gegensatz zur gegen den Versailler Vertrag gerichteten Revisionspolitik der Weimarer Eliten und auch der NSDAP. 1925 gerät er in einen Konflikt mit dem Auswärtigen Amt und Gustav Stresemann, die einen Landesverratsprozess gegen den unangenehmen Aufklärer anstrengen. Beerfelde ist eine tapfere, vielleicht sogar leichtsinnige Person, die an das Gute im Menschen glaubt. Niemand kann ihn davon abhalten, im Frühsommer 1932, in einer von bürgerkriegsähnlichen Szenarien geprägten Zeit, Hitler in einem offenen Brief über den „katastrophalen geschichtlichen Irrtum“ seiner Partei zu belehren. Er gibt dem „Führer“ zu verstehen, dass die NSDAP „vollkommen auf dem Holzwege“ sei. Zwar benötige Deutschland in der Tat eine „Freiheitsbewegung“, jedoch nicht im Sinne Hitlers. Dem deutschen Volk müsse die historische Wahrheit über die Ursache des Ersten Weltkrieges und seine Folge, den Versailler Vertrag, gesagt werden. Sodann sei es vom „Gewaltglauben“, den „Rüstungen“ und „neuen Kriegsmöglichkeiten“ zu befreien. Die Nazis lassen sich den Affront nicht gefallen: nach dem Reichstagsbrandprozess wird Beerfelde von SA-Hilfspolizei verschleppt und zum Krüppel geschlagen. Nur das Engagement von ehemaligen Offizierskameraden rettet ihn, den natürlichen Antipoden des aus den Schützengräben des Ersten Weltkrieges entspringenden deutschen Faschismus, vor dem gewaltsamen Tod. Nach mehrmonatiger Haft entlassen, übersiedelt er 1934 von Berlin nach Garmisch-Partenkirchen, wo er bis zum Ende des „Dritten Reiches“ dauernder politischer Überwachung unterliegt. Nach 1945 setzt er sich in Zusammenarbeit mit den US-Besatzungsbehörden für den Aufbau eines freiheits- und friedensorientierten Deutschlands ein. Seine Pläne, die seit 1918 versäumte politische und geistige Aufklärung des deutschen Volkes in Angriff zu nehmen, werden durch Denunziation zunichte gemacht, er selbst inhaftiert und materiell ruiniert. Anfang der 1950er Jahre plädiert er für eine allseitige Abrüstung und warnt vor dem im Osten und Westen angehäuften Kriegspotential. Er stirbt im September 1960 in einem Altenheim in Berlin-Nikolassee. Der Grund, weshalb Beerfelde, ursprünglich Alldeutscher und seit 1918 Mitglied der kriegsgegnerischen Unabhängigen Sozialdemokratie, geächtet, verfolgt und vergessen gemacht wurde, ist sein Kampf um die Wahrheit in der deutschen Politik. Wie Albert Einstein, Eduard Bernstein, Kurt Eisner, Georg Friedrich Nicolai oder Hans Paasche – allesamt Mitglieder des pazifistisch-republikanischen Bundes „Neues Vaterland“, der im November 1918 die Kraftprobe mit der Ebertschen Sozialdemokratie wagt – vertritt Beerfelde die Auffassung, dass Deutschland eine ganz spezielle Revolution benötigt: die Revolution der Wahrheit. Damit ist er aktuell geblieben, zumal die deutsche Politik nicht bereit ist, die wirklichen Lehren aus dem Ersten Weltkrieg zu ziehen und statt dessen mit Waffenexporten und Auslandseinsätzen dokumentiert, wie sehr sie – ungeachtet der Erfahrungen mit dem Scheitern einer solchen Machtpolitik – dem Glauben anhängt, Konflikte ließen sich mit Gewalt lösen.
Aktualisiert: 2023-03-14
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Deutschland führte 1914 von Beginn an einen Eroberungskrieg. In Erwartung eines raschen Sieges teilten führende Vertreter aus Wirtschaft, Militär, Politik, Verwaltung, Presse und Geistesleben die Beute auf, noch bevor sie erlegt war. Ihr Streben: Soviel wie irgend möglich von Europa, Afrika oder Asien einverleiben und deutschem Einfluss unterwerfen. Quer durch alle Schichten, Parteien, Verbände, Vereine und Orden feierte der Annexionismus fröhliche Urständ. Die von dem sozialdemokratischen Politiker Salomon Grumbach, einem gebürtigen Elsässer, 1917 herausgegebene Dokumentensammlung verdeutlicht, erweitert um danach öffentlich oder geheim verbreitete deutsche Kriegszielforderungen, nicht nur, in welchem Ausmaß größenwahnsinnige Weltmachtambitionen virulent gewesen sind. Sie offenbart auch, dass die „Siegfrieden“-Politik zur Gründung von präfaschistischen Organisationen beigetragen hat. Völkische und nationalsozialistische Deutungen, nach 1918 gefördert von der Dolchstoßlegende und der Propaganda von der deutschen Unschuld am Ersten Weltkrieg, wiesen schließlich den Weg ins Dritte Reich.
Aktualisiert: 2019-04-18
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Das vorliegende Album, in enger Verbindung mit einer Fotoausstellung entstanden, bringt die Geschichte eines Staatsverbrechens in Erinnerung, zu dem es ohne die „Nebelwand“ eines Weltkrieges vermutlich nicht gekommen wäre – zumindest nicht in dem uns gegenwärtig bekannten Ausmaß. Es wird in der Türkei bis heute von offizieller Seite bestritten oder heruntergespielt. Schon im Mai 1915 drohten Großbritannien, Frankreich und Russland der osmanischen Regierung wegen der Vernichtung der ArmenierInnen – umschrieben als „neuerliche Verbrechen gegen die Menschheit und Zivilisation“ – ein internationales Strafgericht an. Es hat nie stattgefunden. Auch der deutsche Umgang mit dem Genozid von 1915 stellt bis heute ein mehr als trauriges Kapitel dar. Er war und ist geprägt von Willfährigkeit – gegenüber dem Osmanischen Reich als einstigem Verbündeten sowie den derzeit Regierenden in Ankara. Statt der Wahrheit die Ehre zu geben, eigene Schande zu bereuen und daraus die Folgen zu ziehen, kommt man den Tätern und Leugnern des Völkermordes auf halbem Wege entgegen und schickt die Opfer und deren Nachfahren erneut in die Wüste.
Von dem Verkaufserlös des Buches geht pro Exemplar 1 € als Spende an die Berliner Ökumenische Gedenkstätte für Genozidopfer im Osmanischen Reich.
Aktualisiert: 2019-07-25
> findR *
Luthers starker Auftritt vor dem Reichstag in Worms zählt zu den Lichtblicken der deutschen Geschichte. Mit Blick auf den damit verbundenen Gründungsmythos des Protestantismus verordnet die Evangelische Kirche in Deutschland eine ideologieüberfrachtete Perspektive: „Luthers grundsätzlicher Überlegung entspricht die moderne Verfassungsgestalt des demokratischen Rechtsstaates.“ Luther soll also, ein paar Jahrhunderte vor der Erklärung der Menschenrechte, die Demokratie erfunden haben!? Richtig ist vielmehr: Die Reformation ging mit einer Nationalisierung des Religiösen einher. Preußen war das erste protestantische Territorium und umgab sich durch seine willfährigen Geschichtsschreiber und -theologen mit dem Mythos vom Reich der Gottesfurcht und der frommen Sitten. Wer jedoch genau hinschaut, der erkennt wie Jakob Knab, in welchem Ausmaß sich das Luthertum in das Schlepptau des Bündnisses von „Thron und Altar“ nehmen ließ, sich dem Hohenzollernreich und dessen Eliten willfährig unterwarf, die Armen und Verfolgten preisgab und die christliche Botschaft dem Interesse der Herrschenden auslieferte. Entgegen solcher, bis in unsere Tage hinein reichenden Schönrednerei und Weichspülung von historischen Fakten und Zusammenhängen, widerlegt Knab den Slogan von „Preußens Ruhm und Deutschlands Ehre“ und zeigt die Verpreußung der deutschen Geschichte auf. Er entlarvt die Kriegspredigten Friedrich Schleiermachers und deren Stoßrichtung als Streben nach nationaler Größe, führt die kriegstreiberische Verherrlichung Luthers und Hindenburgs im Ersten Weltkrieg vor Augen und erörtert, warum das völkisch-protestantische Großmilieu so offen und empfänglich für die nationalsozialistische Politik und Weltanschauung gewesen ist.
Wie kein anderer Autor im „Luther-Jahr“ geht Knab der vielfach verdrängten Frage nach, warum das Judentum gerade im Kernland der Reformation weitgehend vernichtet worden ist. Da er zwischen „history“ und „memory“ unterscheidet, stellen seine geschichtspolitischen Streifzüge im Sinne der historischen Friedensforschung einen bedeutsamen Beitrag zur Aufklärungs- und Bildungsarbeit dar.
Aktualisiert: 2022-11-23
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