Der Geiger

Der Geiger von Borrmann,  Mechtild
Psychologischer Krimi und dramatische Familien-Geschichte: Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann erzählt das Schicksal der Familie Grenko von den 1940er Jahren in Russland bis ins heutige Deutschland Moskau 1948: Der begnadete Geiger Ilja Grenko verlässt unter tosendem Applaus den Konzertsaal, in der Hand seine geliebte Stradivari. Noch vor Ort verhaften ihn Männer in Zivil, seine wertvolle Geige wird konfisziert. Unter dem Vorwand, Fluchtpläne zu hegen, wird er zu zwanzig Jahren Straflager in Sibirien verurteilt. Deutschland 2008: Sascha Grenko muss mit ansehen, wie seine Schwester Vika kaltblütig erschossen wird. Tage zuvor hatte sie ihn angerufen und um Hilfe gebeten. In ihrem Nachlass findet er Hinweise auf den Verbleib der seit Jahrzehnten verschwundenen Geige seines Großvaters Ilja Grenko. Auf der Suche nach dem Mörder seiner Schwester deckt Sascha Grenko nach und nach die Wahrheit hinter der Deportation seines Großvaters auf und erfährt, welch tödliche Macht die verschollene Geige seitdem auf die Familie Grenko ausübt. Mechtild Borrmanns Kriminalromane zeichnen sich durch ihre eindringliche, unaufgeregte Sprache ebenso aus wie durch die feinfühlige Figurenzeichnung. »Mechtild Borrmann […] erzählt sensibel und berührend von einer Zeit, in der moralische Entscheidungen oft eine ungeheure Mutprobe waren.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau
Aktualisiert: 2023-05-23
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Das dunkle Lied der Toten

Das dunkle Lied der Toten von Creed,  Ben, Hammans,  Peter
Leningrad in Angst und Schrecken – Leutnant Rossel jagt einen rätselhaften Serienmörder Winter 1953: In der weißen Hölle eines sibirischen Gulags ist der ehemalige Leutnant Revol Rossel dem Tod näher als dem Leben, als er überraschend gerettet wird – ausgerechnet von dem Mann, den er mehr als jeden anderen hasst: Major Nikitin. Seinetwegen wird der virtuose Geiger Revol nie wieder eine Violine halten können. Zusammen mit der Fliegerin Tanja Vasilievna sollen Revol und der Major in Leningrad einen Killer stoppen, der den Leuten wie ein rachsüchtiger Geist aus einem slawischen Märchen erscheint. Er schneidet seinen Opfern die Zunge heraus und ersetzt sie durch eine Papierrolle mit italienischen Versen. Der Fall ist allerdings mit einem weitaus tödlicheren Rätsel verknüpft, das die Verschwörer in Stalins Kreml um jeden Preis lösen wollen: Im fernen Berlin führt eine verschlüsselte Nachricht zu jenem brillanten Nazi-Physiker, der den Bauplan für die Wasserstoffbombe kennt …   Ben Creeds historische Thriller-Reihe »Die Leningrad-Trilogie« zeichnet ein authentisches Bild von Russland in der Endphase des Stalinismus und begeistert mit düsterer Spannung zum Mitfiebern. Seinen ersten Fall löst Leutnant Revol Rossel im Russland-Thriller »Der kalte Glanz der Newa«.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Freiheit in Verantwortung

Freiheit in Verantwortung von Eckert,  Rainer, Hennig,  Horst, Wiemers,  Gerald
In nur wenige Biographien haben sich die vielzitierten Brüche des 20. Jahrhunderts mit solcher Wucht niedergeschlagen wie im Leben von Sigurd Binski (1921–1993). Denn als der ambitionierte Bonner Student 1951 in die Fänge des Sowjetischen Geheimdienstes geriet, der ihn zu zehn Jahren verschärfter Lagerhaft verurteilte und in den GULag nach Workuta verschleppte, erlebte er einen auch bei kühnster Phantasie nicht vorstellbaren Absturz. Hier, in der eisigen Kälte des hohen Nordens, konnte er mit seiner scheinbar unverwüstlich robusten Konstitution zwar härteste Sklavenarbeit schließlich durchstehen, doch noch viel einprägsamer als die unmenschlichen Arbeitsbedingungen war der erlebte Zivilisationsbruch. Zurückgeworfen in ein zynisches Lagerleben, dass sich zwar demonstrativ sozialistisch drapierte, aber in Wirklichkeit bei Verlust aller sozialen Errungenschaften allein vom Gesetz des Stärkeren bestimmt war und am ehesten mit steinzeitlichen Umgangsformen verglichen werden kann, überlebte Sigurd Binski eine mehrjährige Haftzeit. Die nach Stalins Tod einsetzende Kursveränderung in der Sowjetunion ebnete schließlich für ihn den nicht mehr für möglich gehaltenen Rückweg in die Heimat. Fortan und buchstäblich bis zu seinem Tod hat er unter Verzicht auf eine akademische Laufbahn sein gesamtes Leben dem Kampf um die Einsicht in jene Grundwahrheiten gewidmet, die er mit seinem Erleben beglaubigen konnte: Sein Gewissen, seine akademischen Kenntnisse und die so teuer bezahlte Erfahrung der Jahre im GULag trieben ihn fortan, die Grundwerte einer demokratisch verfaßten Gesellschaft immer wieder zu betonen, in Diskussionen zu verteidigen und sich in Auseinandersetzungen ohne Rücksicht auf die eigene Person für sie einzusetzen. Der hier vorgelegte Band dokumentiert seine Publizistik – einen nicht zu überschätzenden Fundus aus Wissen, Verantwortungsbewußtsein und leidenschaftlicher Parteinahme für die Grundlagen unseres heutigen Lebens; er gehört damit zu jenen unverzichtbaren Fundamenten, zu deren Bewahrung wir täglich verpflichtet sind.
Aktualisiert: 2020-04-09
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Poetik der Einkreisung

Poetik der Einkreisung von Barone,  Heng
Horst Bienek (1930-1990) wird 1951 vom Staatssicherheitsdienst in Potsdam verhaftet und von einem Sowjetischen Militärtribunal zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit im stalinistischen Lager "Workuta" zwischen Eismeer und Nordural verurteilt. Nach vier Jahren Gefangenschaft wird er begnadigt, kann sich in der BRD als freiberuflicher Schriftsteller etablieren und veröffentlicht u. a. drei einschlägige literarische Texte, in denen er sich mit seiner Hafterfahrung auseinandersetzt: Traumbuch eines Gefangenen (1957), Die Zelle (1968) und Workuta (2013, posthum erschienen). Basierend auf diversen poetologischen Schriften Bieneks rekonstruiert Heng Barone eine konsistente Poetik, die einen neuen Zugang zu Bieneks Gefangenschaftstexten ermöglicht. Der Begriff der Einkreisung ist dabei zentral: Bienek arbeitet in seinen Büchern über die Gefangenschaft nicht nur seine persönliche Vergangenheit subjektiv auf, sondern er verfolgt das Ziel, kollektive Erfahrungen - Geschichte - zu erinnern, zu reflektieren und auf ihre Wahrheit hin zu überprüfen.
Aktualisiert: 2023-02-13
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Der Geiger

Der Geiger von Borrmann,  Mechtild
Psychologischer Krimi und dramatische Familien-Geschichte: Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann erzählt das Schicksal der Familie Grenko von den 1940er Jahren in Russland bis ins heutige Deutschland Moskau 1948: Der begnadete Geiger Ilja Grenko verlässt unter tosendem Applaus den Konzertsaal, in der Hand seine geliebte Stradivari. Noch vor Ort verhaften ihn Männer in Zivil, seine wertvolle Geige wird konfisziert. Unter dem Vorwand, Fluchtpläne zu hegen, wird er zu zwanzig Jahren Straflager in Sibirien verurteilt. Deutschland 2008: Sascha Grenko muss mit ansehen, wie seine Schwester Vika kaltblütig erschossen wird. Tage zuvor hatte sie ihn angerufen und um Hilfe gebeten. In ihrem Nachlass findet er Hinweise auf den Verbleib der seit Jahrzehnten verschwundenen Geige seines Großvaters Ilja Grenko. Auf der Suche nach dem Mörder seiner Schwester deckt Sascha Grenko nach und nach die Wahrheit hinter der Deportation seines Großvaters auf und erfährt, welch tödliche Macht die verschollene Geige seitdem auf die Familie Grenko ausübt. Mechtild Borrmanns Kriminalromane zeichnen sich durch ihre eindringliche, unaufgeregte Sprache ebenso aus wie durch die feinfühlige Figurenzeichnung. »Mechtild Borrmann […] erzählt sensibel und berührend von einer Zeit, in der moralische Entscheidungen oft eine ungeheure Mutprobe waren.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau
Aktualisiert: 2023-04-04
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Sigurd Binski – ein Kritiker der Diktaturen

Sigurd Binski – ein Kritiker der Diktaturen von Hennig,  Horst, Wiemers,  Gerald
Sigurd Binskis (1921-1993) Leben nahm mit der Verhaftung durch den sowjetischen Geheimdienst am 30. März 1951 eine abrupte Wende, die in fünf Jahre schwerer Zwangsarbeit in Workuta münden sollte. Hier, in einer der unwirtlichsten Regionen der Erde und inmitten einer brutalen Realität, die an eine surrealistische infernalische Unterwelt erinnert, hat sich Sigurd Binski als bewunderungswürdiger Mensch bewährt. Seine schließlich aus gebührendem zeitlichen Abstand aufgezeichneten Erinnerungen an jene Jahre sind von größtem Bemühen um wahrheitsgetreue Sachlichkeit geprägt und brauchen den Vergleich mit großen literarischen Zeugnissen über die Welt des GULag nicht zu scheuen. Zweifellos war sein Erleben einer blutigen Niederschlagung des Aufstandes von Häftlingen am 1. August 1953 jener archimedische Punkt, der auch nach der endlichen Rückkehr nach Deutschland seiner Biographie eine Richtung gab – sich in jeder Situation einzusetzen für Recht, Freiheit und Menschlichkeit. Folgerichtig stand er gemeinsam mit Horst Schüler an der Wiege der Lagergemeinschaft Workuta / GULag Sowjetunion und hat sie zeitlebens maßgeblich geprägt, wie er auch andernorts nach diesen Maximen handelte. Der 25. Todestag von Sigurd Binski ist ein willkommener Anlaß, an diesen großartigen Menschen zu erinnern, dabei ein dramatisches geschichtliches Kaptiel unter heutigem Blickwinkel immer wieder zu durchdenken und so auch Orientierung in einer sich neu abzeichnenden Weltunordnung zu gewinnen­.
Aktualisiert: 2020-07-30
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Erinnern statt Verdrängen

Erinnern statt Verdrängen von Wiemers,  Gerald
Das vielzitiert kurze, dabei an Extremen reiche 20. Jahrhundert ist folgerichtig ebenso ein Säkulum der bruchreichen Biographien. Zu jenen zählt auch Horst Hennigs Lebenslauf, dessen Stationen eine ganz einzigartige Perspektive auf die zurückliegende Geschichte gestatten. Geboren 1926 im Mansfelder Land, besucht Horst Hennig eine Vorschule der Wehrmacht. Hier erfährt er eine Erziehung durch vor allem kritisch denkende Pädagogen, deren Prägungen aus der Weimarer Republik stammten. Kaum erwachsen, wird er an die Front geschickt und gerät schon bald in amerikanische Gefangenschaft. Nach der Entlassung folgt eine kurze Zeit als Student der Medizin in Halle, wo sich Horst Hennig und einige seiner Kommilitonen dem zunehmenden politischen Druck einer sich etablierenden neuen Diktatur widersetzen. Der Verhaftung durch den sowjetischen Geheimdienst im Frühjahr 1950 folgt ein Prozess, in dessen Ergebnis er zu 25 Jahren Zwangsarbeit im GULag verurteilt wird, die in Workuta zu verbüßen sind. Die schwierigen Gespräche Bundeskanzler Konrad Adenauers in der Sowjetunion 1955 ebnen letztendlich auch Horst Hennig den Weg zu einer lange nicht mehr für möglich gehaltenen Rückkehr nach Deutschland. In Köln setzt er das Medizinstudium fort, tritt in den Sanitätsdienst der Bundeswehr ein und wird nach zwei Jahrzehnten 1983 schließlich als Generalarzt in den Ruhestand verabschiedet. Die Stadt am Rhein ist seither sein Wohnsitz. Die heftigen Wendungen dieser Biographie haben dennoch einen archimedischen Punkt: In Workuta ist Horst Hennig am 1. August 1953 Akteur in einem blutig zusammengeschossenen Streik der Häftlinge, der Dutzende von ihnen das Leben kostet. Im „Niemals wirst Du zulassen, dass das vergessen wird“ liegt jene Passion, die ihn von nun an bis in unsere Gegenwart begleitet.
Aktualisiert: 2019-01-03
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Mit Leib und Seele

Mit Leib und Seele von Krause,  Christa, Stachel,  Helmuth, Stachel,  Martin
Als Vikar mit erstem theologischen Examen absolviert der Autor seinen Wehrdienst, der für ihn unmittelbar in den Zweiten Weltkrieg mündet. Mit der deutschen Kapitulation gerät er in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst mehr als 10 Jahre später heimkehrt. Sein Glaube und seine Überzeugung, dass auch hierin ein Stück Sinn seines Lebens liegt, lassen ihn diese Zeit überstehen und ihn zugleich zur Hilfe für seine Kameraden werden. Detailgenau, ohne Beschönigung oder Bitterkeit geschrieben, lässt dieses Buch die Welt dieser Lager für den Leser erfahrbar werden, ein ebenso authentisches wie berührendes Zeitzeugnis.
Aktualisiert: 2023-03-14
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Der Aufstand

Der Aufstand von Wiemers,  Gerald
Das Schweigen der Waffen 1945 bedeutete auf deutschem Boden nicht nur das Ende der NS-Herrschaft – zugleich markiert das Weltkriegsende den Beginn einer schließlich erbitterten Feindschaft der vormaligen Verbündeten Sowjetunion und Westalliierte. Deren „Kalter Krieg“ brachte viele gefährliche Krisenherde hervor, Korea, Vietnam oder Afghanistan stehen dafür ebenso exemplarisch wie etwa Berlin. In die SBZ/DDR exportierte die Sowjetunion ihr diktatorisches stalinistisches System und operierte hier selbstherrlich mit willfährigen deutschen Kommunisten. Bis 1953 sorgten auch Sowjetische Militärtribunale (SMT) für „Ordnung“. Gegner dieser Verhältnisse wurden gnadenlos verfolgt. Tausende, meist junge Menschen wurden unter oft fragwürdigsten Anschuldigungen verhaftet und verurteilt, häufig mit einer Strafe von bis zu 25 Jahren Zuchthaus oder Zwangsarbeit und in den GULag deportiert. Alexander Solschenizyn oder Warlam Schalamow haben den GULag, das zur Sowjetunion von Anfang an gehörige Lagersystem, literarisch gültig verarbeitet, den Verlust jeglicher Menschenrechte seiner Insassen gegeißelt und die gnadenlose Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, die oft mit dem Tod endete, verurteilt. Aber auch unter diesen apokalyptischen Lebensbedingungen blieb jenseits aller Unterdrückung ein starker Freiheitswille der Gefangenen erhalten. Nach dem Tod Stalins im März 1953 schöpften diese Gepeinigten neue Hoffnung und neuen Mut. Schon bald nach dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR und der Verhaftung des scheinbar allmächtigen Innenministers und Geheimdienstchefs Berija verweigerten beispielsweise rund 15.000 Sklavenarbeiter im nördlich des Polarkreises gelegenen Lager Workuta die Zwangsarbeit. Sie forderten die Überprüfung der SMT-Urteile und ihre Freilassung. Im Lager 10, Schacht 29, statuierte Armeegeneral Maslennikow ein Exempel: Geheimdienst-Truppen des MGB schossen am 1. August 1953 auf die wehrlosen Gefangenen aus über 20 Nationen. 64 Tote und 123 zum Teil schwer Verletzte waren die Bilanz dieses Massakers. Darüber berichtet dieses Buch in vielen Einzelheiten. 152 deutsche Staatsbürger, die in diesem Lager lebten, wurden 1955/56 entlassen. Sie fanden und finden sich jährlich zu einem Treffen zusammen, in dessen Zentrum stets die Mahnung zur Bewahrung der Freiheit steht. Freiheit ist für sie das zentrale verbindende Moment. Ihre Schicksale sind sämtlich bedeutsam – ebenso wie die Erinnerung an jenen 1. August, zu dem der später rehabilitierte Oberleutnant der „Roten Armee“ Boris J. Kudrjawzew schrieb: „Möge dieser Tag denjenigen, die den Befehl gegeben haben, auf uns zu schießen, und denjenigen, die diesen verbrecherischen Befehl ausgeführt haben, zur Schande gereichen.“
Aktualisiert: 2022-12-22
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Der frühe Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands SBZ/DDR

Der frühe Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands SBZ/DDR von Wiemers,  Gerald
Der frühe Widerstand gegen die zweite deutsche Diktatur in der SBZ/DDR darf nicht in Vergessenheit geraten. Meist junge Menschen, die den Krieg überstanden und letzte, schlimme Erfahrungen mit der NS-Diktatur gemacht hatten, erstrebten demokratische Grundrechte, eine freiheitliche Ordnung. Sie wurden in der SBZ/DDR bitter enttäuscht. Auf dem Gelände der gerade befreiten Konzentrationslager entstanden sowjetische Speziallager. Andersdenkende wurden verfolgt, verhaftet, verschleppt. Zahlreiche junge Leute landeten in den Zwangsarbeitslagern der Sowjetunion. Die sowjetischen Militärtribunale fällten für kleinste politische „Vergehen“ Urteile, auch zahlreiche Todesurteile. Nicht selten unterschrieben die Gefangenen Protokolle, die sie nicht verstanden, weil sie in russischer Sprache abgefasst waren. Hinter all dem standen der Versuch der ideologischen Gleichschaltung und der Befehl Stalins, möglichst viele potentielle Gefangene in den wirtschaftlichen Aufbau der Sowjetunion einzubinden. Allein in der SBZ/DDR sollten 27.000 Gefangen rekrutiert werden. Der frühe Widerstand setzte sich auch aus Schülern, wie wir sie aus Altenburg, Werdau, Meuselwitz, Markkleeberg, Güstrow und anderen Städten kennen, und von Anfang an aus Studenten zusammen, die an allen Universitäten der SBZ/DDR aufbegehrten, von allem in Halle/Saale und Leipzig, aber auch an der TH Dresden, in Jena, Rostock und Greifswald. Synonym für all die aus politischen Motiven Verurteilten stehen das „Gelbe Elend“ in Bautzen und das Straflager Workuta nördlich des Polarkreises. Die später Freigekommenen sind oft für den Rest ihres Lebens psychisch und physisch gezeichnet. Für viele endete der frühe Widerstand tödlich. Andere haben den Terror und die äußeren Strapazen nicht lange überlebt. An sie zu erinnern ist das Anliegen dieses Buches.
Aktualisiert: 2021-12-29
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Poetik der Einkreisung

Poetik der Einkreisung von Barone,  Heng
Horst Bienek (1930–1990) wird 1951 vom Staatssicherheitsdienst in Potsdam verhaftet und von einem Sowjetischen Militärtribunal zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit im stalinistischen Lager „Workuta“ zwischen Eismeer und Nordural verurteilt. Nach vier Jahren Gefangenschaft wird er begnadigt, kann sich in der BRD als freiberuflicher Schriftsteller etablieren und veröffentlicht u. a. drei einschlägige literarische Texte, in denen er sich mit seiner Hafterfahrung auseinandersetzt: Traumbuch eines Gefangenen (1957), Die Zelle (1968) und Workuta (2013, posthum erschienen). Basierend auf diversen poetologischen Schriften Bieneks rekonstruiert Heng Barone eine konsistente Poetik, die einen neuen Zugang zu Bieneks Gefangenschaftstexten ermöglicht. Der Begriff der Einkreisung ist dabei zentral: Bienek arbeitet in seinen Büchern über die Gefangenschaft nicht nur seine persönliche Vergangenheit subjektiv auf, sondern er verfolgt das Ziel, kollektive Erfahrungen – Geschichte – zu erinnern, zu reflektieren und auf ihre Wahrheit hin zu überprüfen.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Verschworen. Verraten. Verfolgt.

Verschworen. Verraten. Verfolgt. von Schmidt,  Wilhelm K. H.
Ein spannender Tatsachenbericht über schwer fassbare Schicksalswege einer Gruppe ostdeutscher Männer, die sich mit der stalinistischen Diktatur nicht abfinden wollten. Flucht, Verrat, Verhaftung, Militärgericht, Verschleppung in sowjetische Arbeitslager, Heimkehr und Neuanfang sind die Etappen des umfangreich recherchierten und mit überraschenden Bilddokumenten versehenen Reports.
Aktualisiert: 2019-10-02
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Schwarze Pyramiden, rote Sklaven

Schwarze Pyramiden, rote Sklaven von Hedeler,  Wladislaw, Hennig,  Horst
In der Geschichte der Lager des sowjetischen Gulag nimmt Workuta einen besonderen Platz ein. Die unwirtlichen Verhältnisse nördlich des Polarkreises haben unter den hier Gefangenen während mehrerer Jahrzehnte brutaler Zwangsarbeit unzählige Opfer gefordert, ein rigides Lagerregime trug zum jämmerlichen Dasein der scheinbar von aller Welt abgeschlossenen Inhaftierten bei. Umso bemerkenswerter, daß gerade hier im Juli/August 1953 ein Streik politischer Häftlinge aus über 30 Ländern in einen Aufstand mündete, der trotz blutiger Niederschlagung aus heutiger Sicht wie ein Fanal erscheint. Horst Hennig, der eigenes Erleben in die Waagschale werfen kann, und Wladislaw Hedeler, Historiker und Kenner der sowjetischen Geschichte, stellen eine Chronik jener Ereignisse vor, mit denen Workuta damals Geschichte schrieb. Ihre Rekonstruktion des Häftlingswiderstandes unter Hinzuziehung von Zeitzeugenberichten sowie eine erstmalige Auswertung zahlreicher Dokumente aus sowjetischen Archiven zeigt einprägsam das Ringen der Gefangenen um Freiheit.
Aktualisiert: 2020-12-21
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Erinnern als Verpflichtung

Erinnern als Verpflichtung von Wiemers,  Gerald
Als Medizinstudenten in Halle sprechen sich Horst Hennig und einige Kommilitonen 1950 offen gegen Studentenratswahlen per Einheitsliste aus. Das Aufbegehren gegen undemokratische, diktatorische Strukturen in der SBZ/DDR führt zu ihrer Verhaftung. Die ungesetzliche Auslieferung an eine „fremde Macht“, an die sowjetischen Besatzungsbehörden, bedeutet für Horst Hennig die Verurteilung zu 25 Jahren Lagerhaft und die Deportation in das nördlich vom Polarkreis gelegene Workuta. Über fünf Jahre muss er dort unter schwierigsten Bedingungen arbeiten und leben. In seinem Schacht 29 wird am 30. Juli / 1. August 1953 ein Streik blutig niedergeschlagen. Über 60 aus politischen Gründen verurteilte Häftlinge unterschiedlicher Nationalität sterben in Kugelhagel. Horst Hennig überlebt. Nach seiner Freilassung 1955 beginnt für ihn in der Bundesrepublik Deutschland das eigentliche Leben. Er vollendet sein Medizinstudium und promoviert 1961 an der Universität Köln. Im folgenden Jahr tritt Horst Hennig seinen Dienst als Arzt in der Bundeswehr an, den er 1983 als Generalarzt beendet. Horst Hennig war Beteiligter am studentischen Widerstand, auch dessen Opfer, vor allem aber ist er Akteur bei der Aufarbeitung. Die zahlreichen Lagerkameradschaften, über den deutschen Kreis hinaus, pflegt er ebenso wie die inhaltliche Ausrichtung zur Erinnerung an den GULag. Die Gründung der Lagergemeinschaft Workuta, die besonders die Interessen der ehemaligen politischen Häftlinge vertritt, geht auch auf seine Initiative zurück. Die vorliegende Festschrift spiegelt Horst Hennigs militärische Laufbahn bis hin zum Generalarzt der Bundeswehr, den studentischen Widerstand, die Jahre in Workuta und schließlich seine Aufarbeitung der Vergangenheit wider. Die Festschrift ist gegliedert in drei größere Abschnitte. Der erste Teil trägt biographischen Charakter und reicht bis in die Gegenwart. Im zweiten Teil werden Themen zur politischen Verfolgung wissenschaftlich abgehandelt. Der dritte Teil schließlich ist speziellen Themen zu Workuta, den sowjetischen Strafverfahren, dem studentischen Widerstand und der Aufarbeitung gewidmet.
Aktualisiert: 2021-12-29
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