Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit

Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit von Figueiredo,  Isabela, Sahr,  Markus, Sumburane,  Sophie
Diese Erinnerungen an das Mosambik der Kolonialzeit konnten erst 2009 erscheinen, nach dem Tod des Vaters der Autorin. Das Buch war sofort ein Skandal und ein Bestseller dazu, bislang erlebte es neun Auflagen. Und stellte einen Tabubruch dar: Es räumte radikal mit der Legende von der »sanften« portugiesischen Herrschaft in Übersee auf und vermittelte einen ungeschönten Blick auf den blutigen Kolonialkrieg in Mosambik. Im Zentrum steht der Vater der Autorin, ein Elektriker, der seit den 1950er Jahren in Mosambik lebt und arbeitet. Er ist den ärmlichen Verhältnissen der portugiesischen Provinz entflohen und entfaltet nun seine Macht als Weißer, der mit seinen schwarzen Untergebenen scheinbar auf vertrautem Fuß steht, seine Position jedoch wie selbstverständlich mißbraucht, besonders Frauen gegenüber. Die Tochter erlebt das hautnah mit. 1974 bricht die Kolonialmacht zusammen, der Vater schickt die Zwölfjährige allein nach Portugal zu seiner Mutter. Sie soll dort berichten, welches Unrecht ihm und den anderen Siedlern geschieht. Das tut sie nicht. Isabela Figueiredo versteht es, die Perspektive des Kindes mit Reflexionen über die Realität des Kolonialismus zu verbinden. Es entsteht das Bild eines alltäglich gelebten Rassismus, einer menschenverachtenden Ausbeutung, die nie hinterfragt wird. Doch der unverstellte Blick des Kindes sieht mehr, weil er nicht an den Fassaden hängenbleibt. Gleichzeitig aber wird damit der geliebte Vater zum Feind – dem sie dann ihr Buch widmen wird.
Aktualisiert: 2019-05-07
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Eine moderne Familie

Eine moderne Familie von Flatland,  Helga, Ranzinger,  Elke
Eine ganz normale norwegische Familie: Mama, Papa, die erwachsenen Kinder Liv, Ellen und Håkon und die Enkel Agnar und Hedda. Alle gehen ihren interessanten Berufen nach, verstehen sich gut. Feiern gemeinsam die Feste des Jahres. Treffen sich sonntags mit ihren zum Teil wechselnden Partnern zum Essen bei den Eltern. Im Sommer verbringt man Zeit in der Familien-Hütte in den Bergen. Und dann das: Am siebzigsten Geburtstag von Papa verkünden die Eltern, daß sie sich scheiden lassen wollen. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Wie in einem Mikado-Spiel, bei dem ein herausgezogenes Stäbchen die Balance zum Einsturz bringen kann, bricht die Familienidylle zusammen, es gibt scheinbar keinen sicheren Boden mehr. Auch das Leben der Kinder gerät in profunde Unordnung. Erzählt wird diese spannende Geschichte über die Untiefen des Familienlebens abwechselnd von Liv, Ellen und Håkon. Durch diesen Kunstgriff gewinnt der Roman einen einzigartigen Perspektivenreichtum und zeichnet konturscharf das Bild moderner Menschen und ihrer Kämpfe, Verletzungen und Träume.
Aktualisiert: 2019-05-07
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Das Schneckenhaus

Das Schneckenhaus von Bender,  Larissa, Khalifa,  Mustafa
Jemand mußte ihn verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Abends verhaftet. Der junge syrische Absolvent der Pariser Filmhochschule kommt nach sechs Jahren in Frankreich am Flughafen von Damaskus an und wird bei der Einreise festgenommen und in eine Abteilung des Geheimdiensts gebracht, wo er sofort gefoltert wird. Das geschieht Anfang der 1980er Jahre und sollte die erste Station einer dreizehnjährigen Reise durch die Hölle werden. Man wirft dem jungen Mann vor, der verbotenen Muslimbrüderschaft anzugehören, obwohl er getaufter Christ ist und Atheist dazu . Es gibt weder eine Anklage noch eine Gerichtsverhandlung. In dem schlimmsten aller Gefängnisse, dem Wüstengefängnis bei der Oasenstadt Palmyra (arabisch Tadmur), gerät er zwischen die Fronten der dort inhaftierten Muslimbrüder, die ihn als Ungläubigen töten wollen, und den Wärtern, die ihn schlagen und foltern. Er überlebt, indem er sich in sich selbst wie in ein Schneckenhaus zurückzieht und durch ein Loch in der Wand die Vorgänge im Gefängnishof beobachtet. Er führt ein Gedankentagebuch, das er nach seiner Freilassung zu Papier bringt, um den Terror zu dokumentieren und die Erinnerung an die Gefangenen und Ermordeten wachzuhalten. »Ein schmerzhafter Roman, der nach Leben schreit, ein gewaltsamer Roman, der um Gnade bittet ... Khalifas Werk zeigt, daß Kunst ein Zeugnis für Menschlichkeit sein kann. Für mich ist Das Schneckenhaus ein einzigartiger Roman, eine grandiose schöpferische Leistung, wie ein perfekt inszenierter Film auf Papier. Voller Schmerz zwar, doch wird der Leser jedem Schritt des Erzählers bis zum Schluß gebannt folgen.« Rafik Schami
Aktualisiert: 2019-04-01
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Flügel in Flammen

Flügel in Flammen von Brandt,  Lars, Juel,  Dagny
Dagny Juel schreibt über radikale Gefühle, Ausweglosigkeit und Schuld und über die unbändige Macht der Liebe. Dabei steht zumeist die Frau im Vordergrund, die, im Gegensatz zur vorherrschenden Darstellung der Zeit, nicht unschuldig und passiv ist, sondern einen starken eigenen Willen hat und durchaus zum Bösen fähig ist. Aus dem Nachlaß Dagny Juels sind wenige Erzählungen, vier kurze Dramen und einige Gedichte erhalten. Bei allen steht das Gefühlsleben der Figuren im Vordergrund. Die Rückkehr des unvergessenen Liebhabers, das katastrophale Scheitern einer Ehe, die Wirrungen von Dreiecksbeziehungen – diesen Themen nähert sich Dagny Juel in ihrer lakonischen Sprache über die Gefühle der von Zweifel, Schuld und Eifersucht getriebenen Figuren. Dabei kreisen alle Texte um die Liebe, die als gleichzeitig schaffende und vernichtende Kraft die Schicksale bestimmt. An das literarische Werk Dagny Juels schließt ein ausführlicher Essay von Lars Brandt an. Ausgehend von ihren Texten, zeichnet er das Bild einer Schriftstellerin, die von ihren Zeitgenossen auf ebenso hochfliegende wie widersprüchliche Weise beschrieben wurde. Stück für Stück fördert er die außergewöhnliche Persönlichkeit und die zerrissene Biographie Dagny Juels zutage – von ihrer behüteten Kindheit in Norwegen über ihre chaotische Zeit in Berlin (wo ein Großteil ihres literarischen Werks entstanden ist), bis zum 5. Juni 1901, dem Tag, an dem sie in einem Hotel im georgischen Tbilissi von einem wirren Anbeter erschossen wurde.
Aktualisiert: 2019-03-14
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Gimmick!

Gimmick! von Schiferli,  Victor, Seferens,  Gregor, Zwagerman,  Joost
»Nein, ich habe keine Lust. Ich habe eigentlich nie Lust, irgendwohin zu gehen. Meistens habe ich nur Lust, irgendwo wegzugehen.« Walter van Raamsdonk (Raam) lebt in der Welt junger, erfolgreicher Künstler in Amsterdam. Diese beschäftigen sich vornehmlich mit Geld, Sex und Drogen und, auch das, produzieren hin und wieder Kunst. Die Kunst ist Raam jedoch herzlich egal. Er versucht seinen Liebeskummer um die verlorene Freundin Sammie mit Videos (meist Pornos), MTV und Musik zu übertünchen. Nachts läßt er sich in der Diskothek »Gimmick« treiben, dem Treffpunkt der postmodernen Künstler, wo er so oft mit Sammie war. Schließlich reist er in der Weltgeschichte herum, um seinen Kummer zu betäuben – aber selbst in New York kommt er nicht von seiner alten Liebe los. Wieder daheim, erhält er einen hochdotierten Auftrag, hat jedoch kein Kunstwerk dafür. Und er ist nicht in der Lage, ein neues Werk zu schaffen. Da fällt ihm ein, daß noch drei Arbeiten seines Freundes Alex in einer Ecke seines Ateliers stehen ... In parodistischer Manier zeichnet Joost Zwagerman ein drastisches Bild der späten 1980er Jahre, in denen die Kunst zum Spiel um Geld und Eitelkeiten verkommt. Die Ich-Erzählung des Protagonisten steht exemplarisch für eine ganze Generation, die nach schnellem Ruhm und Reichtum strebt. Voller Selbstironie und Zynismus läßt Zwagerman seine Hauptfigur die Selbstbezogenheit und Geldbesessenheit seiner Künstlerkollegen kommentieren. In Gimmick! werden Künstler zu reinen Geschäftsleuten, Kunst wird nicht mehr an ihrer Einzigartigkeit, sondern am Marktwert gemessen. Auch in der Liebe geht es nur ums Geschäft, für Sentimentalitäten bleibt kein Raum. Sexualität wird zu reiner Obsession, ist allgegenwärtig – und steril. Das Wertesystem der Gesellschaft ist komplett ausgehöhlt: In der inhaltsleeren Kunst ist alles erlaubt, nichts kann mehr schockieren, die Künstler und ihre Werke werden austauschbar. Nach nur wenigen Monaten ist das »Gimmick« schon wieder out. Die postmoderne Künstlerszene ist der Schnellebigkeit des Marktes hinterhergehechelt. »Es gibt keine guten oder schlechten Künstler, Walter, es gibt Künstler mit Geld, und es gibt Künstler ohne Geld, und die Künstler ohne Geld sind eigentlich gar keine Künstler.« »Originalität ist eine Krankheit. Wir mögen alles, was morsch und unecht ist.« »Zeit ist Geld; Kreativität ist noch mehr Geld.« Zwagerman: »Es war ein Hype, die holländische Malerei jener Zeit. Es ging himmelhoch hinauf, aber später genauso hart wieder runter. Ich wollte diese Zeit aufnehmen. Und dafür habe ich mich umgesehen und den Jargon gelernt.
« Nach dem Erfolg von »Duell« folgt nun ein weiterer Roman Joost Zwagermans aus der Kunstszene.
Aktualisiert: 2019-01-22
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Der Filmvorführer

Der Filmvorführer von Guruli,  Iunona, Morchiladze,  Aka
Von einem Tag auf den anderen verschwindet Beso, der junge Chauffeur einer internationalen Organisation, aus Tiflis. Er läßt Memoiren zurück, die vom Aufwachsen in einer kleinen westgeorgischen Stadt ab den 1970er Jahren erzählen. Und von der Freundschaft zum deutlich älteren Islam Sultanow, einem Fürsten, der bereits früh aus seinem Reich vertrieben wurde und nun in Besos Dorf ein abgeschottetes Dasein als Filmvorführer fristet. Beso ist der einzige, der den Kontakt zu dem Außenseiter sucht, und Islam hält fortan seine schützende Hand über den Jungen. Als Beso zum Militärdienst eingezogen wird, bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen: er wird nach Afghanistan verfrachtet, in einen grausamen Krieg. Nur dank eines rätselhaften Zettels, den er von Islam bekommen hat, überlebt Beso. Zurück in seiner Heimatstadt, nimmt Beso eine bescheidene Anstellung im Heimatmuseum an, das von keinem Bewohner je besucht wird. Aber die Ruhe in Besos Arbeitsalltag trügt, die Umwälzungen im Zuge der Perestroika sind bereits im vollen Gange. Selbst in der Kleinstadt bildet sich eine Widerstandsgruppierung, die Beso um Unterstützung bittet. Ihm wird schnell klar, daß Politik nichts für ihn ist, und er versucht sich aus den Geschehnissen auszuhalten. Dennoch gerät er unfreiwillig zwischen die Fronten — und erregt zugleich die Aufmerksamkeit der jungen Tamriko, in die er sich sofort verliebt. Doch Tamrikos Familie legt ihr Veto ein. Wieder hilft der Filmvorführer ... Eines Tages verschwindet Islam, der letzte Sohn des Khans von Kirbal. Und Beso wird es seinem alten Freund gleichtun ... ist er ihm gar gefolgt? Ein Roman über eine ungleiche Freundschaft in chaotischen Zeiten und über ein Stück archaische Vergangenheit, das sich in dieser Welt behauptet.
Aktualisiert: 2019-01-15
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Berlin, April 1933

Berlin, April 1933 von Jackson,  Felix, Weidle,  Stefan
Ein Tagebuchroman über den Beginn der NS-Zeit. Berlin, April 1933: Der Rechtsanwalt Dr. Johan­nes Bauer kehrt von einem viermonatigen Urlaub in der Schweiz nach Berlin zurück. Er muß feststellen, daß sich Deutschland während sei­ ner Abwesenheit stark verändert hat: Der Erlaß neuer Gesetze und Verordnungen sowie die Omnipräsenz der Nationalsozialisten schaffen eine zuvor nicht gekannte Atmosphäre der Gewalt und Bespitzelung. Die radikale Unterscheidung von Ariern und Juden schlägt eine Schneise durch die Bevölkerung. Schockiert ist Bauer, als er bei der Durchsicht seiner Familiendokumente feststellen muß, daß seine Großmutter jüdischer Abstammung war. Nach den Rassengesetzen der Nazis gilt Johannes Bauer damit als Jude und dürfte unter anderem nicht mehr als Anwalt tätig sein. Seine Freundin Karin unterhält gute Kontakte zu Carl Adriani, einem hochrangigen und einflußreichen NS-­Funktionär. Adriani könnte Bauer einen »Ariernachweis« verschaffen, doch Johannes Bauer wird schnell klar, daß er für die­ ses Papier einen hohen – nicht nur finanziellen – Preis zahlen müßte. Der Autor hat historische Ereignisse zusammengezogen, um seinen Roman zu verdichten. Es ging ihm nicht um historische Genauigkeit, sondern um die Atmosphäre, die er in den ersten Jahren der Nazi-­Herrschaft am eigenen Leib erfuhr; er war 1935 noch einmal nach Berlin zurückgekehrt, um einem Freund zu helfen, der im Gefängnis saß.
Aktualisiert: 2019-01-15
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Reise nach Karabach

Reise nach Karabach von Guruli,  Iunona, Morchiladze,  Aka
»Laß uns fahren, laß uns doch fahren!« Tiflis 1992: Die Regierung von Swiad Gam­sachurdia ist zerbrochen, der Präsident außer Landes geflohen. Es herrscht Anarchie, paramilitärische Einheiten der Sakartwelos Mchedrioni (Georgische Reiter) patrouillieren durch Tiflis.
In dieser Situation läßt sich der junge Georgier Gio von seinem ausgeflippten Freund Goglik dazu überreden, in seinem alten Lada mit ihm nach Aserbaidschan zu fahren. Dort wollen sie günstig Drogen einkaufen und nach Georgien schmuggeln. Der Plan ist, noch am selben Abend zurück zu sein. Die Verhältnisse in der Region sind jedoch verworren, Bürgerkrieg und Chaos erschweren und erleichtern zugleich ihr Vor­ haben. Gio und Goglik müssen zahlreiche Gren­zen – darunter auch semi­offizielle – passieren, Mittelsmänner aufsuchen und zu allem Überfluß den richtigen Weg durchs dunkle Niemandsland finden. Als sie die Orientierung völlig verloren haben und plötzlich auf sie geschossen wird, nimmt der Ausflug eine spannende Wendung ... Das Roadmovie wird zum Kriegsfilm. Der meistgelesene georgische Roman der letzten Jahrzehnte. Aka Morchiladze kommt zur Leipziger Buchmesse 2018. »Gios in geopolitischen und emotionalen Kon­flikten durchlebter Reifeprozeß ist sowohl unter­haltsam wie auch erhellend in bezug auf die ethnischen Spannungen in dieser Region. Sein wachsender Zynismus und seine Verzweiflung versinnbildlichen darüber hinaus Georgiens inneren Kampf zwischen diversen gesellschaft­lichen Gruppen, die sich um die Macht streiten. Wie Morchiladze ironisch andeutet, führt der Kampf um Freiheit hin und wieder zu mehr Einschränkungen als die Unterdrückung, der man zu entkommen versucht.« (The Independent)
Aktualisiert: 2019-01-15
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Dagny oder Ein Fest der Liebe

Dagny oder Ein Fest der Liebe von Karumidze,  Zurab, Leiß,  Levke, Weidle,  Stefan
Fast wäre es leichter aufzuzählen, was in diesem Roman nicht vorkommt, denn Zurab Karumidze hat alles in sein großes postmodernes Spiel gepackt, dessen er nur irgend habhaft werden konnte. Immerhin aber hat er uns eine zentrale Figur geschenkt, Dagny Juel. Die gab es wirklich, sie wurde am 4. Juni 1901 in Tiflis von einem nicht erhörten Liebhaber erschossen. Sich selbst erschoß er dann auch. Am 8. Juni 1901, ihrem 34. Geburtstag, wurde Dagny in Tiflis beerdigt. Dagny Juel war Norwegerin, sie lernte früh Edvard Munch kennen und wurde sein Modell (etwa für die berühmte »Madonna«). Später traf sie auf August Strindberg, der sie erst liebte und dann in einem Drama vernichtete. Schließlich aber heiratete sie den Bohemiensatanisten Stanislaw Przybyszewski, mit dem sie in dem Berliner Künstlerkreis um die Kneipe »Das Schwarze Ferkel« unterwegs war. Przybyszewski verkaufte sie dann an seinen Jünger Wladyslaw Emeryk, der sie nach Tiflis mitnahm. Dagny Juel hat selbst Gedichte und kurze Dramen geschrieben, die Karumidze immer wieder zitiert; diese Passagen wurden für die deutsche Fassung eigens aus dem Norwegischen übersetzt. Wer tritt sonst noch auf in diesem Roman? Zunächst der georgische Mystiker Georges Gurdjieff und der georgische Volksdichter Wascha-Pschawela. Weiter ein sprechender Rabe vom Saturn, der Maler Niko Pirosmani, ein tibetanischer Schamane, August Strindberg und viele andere. Sie alle nehmen an einem »Fest der Liebe« teil, das dann gründlich schiefgeht, weil sich der junge Revolutionär Koba einmischt, der ein Auge auf Dagny geworfen hat. Er wird später als Josef Stalin in die Geschichte eingehen. Und natürlich spielt das georgische Nationalepos, DER RECKE IM TIGERFELL von Schota Rustaweli, eine wichtige Rolle. Der Roman erschien zuerst 2011 in Tiflis. Er wurde in englischer Sprache geschrieben, eine Übertragung ins Georgische gibt es (noch) nicht. Bislang wurde er nur ins Türkische übersetzt.
Aktualisiert: 2019-01-15
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Die Stille von Chagos

Die Stille von Chagos von Patel,  Shenaz, Scharenberg,  Eva
DIE STILLE VON CHAGOS behandelt das Schicksal der Chagossianer, einer Volksgruppe, die auf den Inseln des Chagos-Archipels im Indischen Ozean lebte, bis sie ab Mitte der 1960er Jahre von dort vertrieben wurde. Die Chagos-Inseln gehören noch zum britischen Territorium und wurden für 50 Jahre an die USA verpachtet, die dort eine Militärbasis errichtet haben. Von hier wurden und werden Luftangriffe auf Afghanistan und den Irak geflogen. Die Inselbewohner hat man zwangsumgesiedelt – die meisten landeten in Slums in der mauritischen Hauptstadt Port Louis. Die Vertriebenen kämpfen bis heute vor Gericht vergeblich um ihre Rückkehr. Der Roman zeigt aus verschiedenen Perspektiven die Schicksale mehrerer Chagossianer. Da ist Charlesia, die mit ihrer Familie nach Mauritius fährt, da ihr Mann im Krankenhaus behandelt werden muß, und plötzlich und ohne jede Information nicht mehr auf ihre geliebte Insel Diego Garcia zurückkehren kann. Da ist Tony, ein Hafenarbeiter auf Mauritius, der Charlesia immer wieder am Kai stehen sieht, sehnsüchtig aufs Meer starrend. Da ist Désiré, der nach der Verschleppung seiner Mutter auf der Schiffsreise nach Mauritius geboren wird und sich zwischen den Welten fühlt. Und da ist der Schiffskapitän, der Gewissensbisse hat, weil er die Inselbewohner gegen deren Willen wegbrachte, nachdem er jahrelang mit Lebensmittellieferungen zu der isolierten und weitgehend unberührten Insel gekommen war. Erzählt wird vom Leben auf Diego Garcia, von den Festen, dem Essen und dem Alltag, und von dem Leben auf Mauritius, das in starkem Kontrast zu dem paradiesischen Inselleben steht. Die tschagos-kreolischen Einschübe in Dialogen und Liedern bringen die fernen Inseln sprachlich ein wenig näher. Die Frage, was es bedeutet, heimatlos und entwurzelt zu sein, ist heute aktueller denn je. Der Roman spürt sensibel den verschiedenen Varianten des Unrechts nach, das den Chagossianern vor rund 50 Jahren widerfahren ist. Der Pachtvertrag mit den USA sollte eigentlich im Jahr 2016 auslaufen, jedoch wird sich die Nutzung voraussichtlich bis 2036 verlängern. Shenaz Patel verfaßte für die deutsche Ausgabe ein Nachwort, das die politischen Entwicklungen der letzten Jahre nachzeichnet.
Aktualisiert: 2019-01-15
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